DER KAPITALISMUS, ARBEIT - ARBEITSLOSIGKEIT UND DER KAMPF GEGEN DIE ARBEITSLOSIGKEIT

Der Kapitalismus ist ein Weltsystem, das auf Ungerechtigkeiten beruht und kann nur durch die Reproduktion dieser Ungerechtigkeiten existieren. In diesem System können am ökonomischen Wohlstand weder alle Menschen teilhaben, noch alle eine Arbeit und ausreichend Lohn bekommen. Und im Kapitalismus existiert die Arbeit nicht für den Menschen, sondern der Mensch existiert für die Arbeit. Der Kapitalismus hat die ArbeiterInnenklasse seit ihrem Bestehen immer in Beschäftigte und Nichtbeschäftigte gespalten. Diejenigen, die Arbeit hatten, wurden mit der Existenz der Arbeitslosen bedroht. Die Arbeitslosen wurden wiederum als Drohung gegen die Beschäftigten, als Mittel zum Streikbruch und als Lohndrücker benutzt und der Kapitalismus hat seine Existenz somit stets geführt. Das Kapital hat nicht nur die Front der ArbeiterInnenklasse in Beschäftigte und Nichtbeschäftigte, sondern gleichzeitig in “Rassen“, “Nationen“, “Geschlechter“ und Altersgruppen gespalten und sich vervollständigt. Die Arbeitslosigkeit, die bis gestern die EinwandererInnen, die unqualifizierten ArbeiterInnen und Frauen bedrohte, bedroht heute alle ArbeiterInnen. Daran gibt es allerdings nichts Neues oder Verwunderliches. Genauso wie es unmöglich ist, dass die Arbeitslosigkeit unter den Bedingungen des Kapitalismus ihre Bedrohlichkeit verliert, wäre es im internationalen Maßstab verfehlt, zu erwarten, dass der Kapitalismus die Arbeitslosigkeit und die aus ihr resultierende Bedrohung abschafft und entspräche der Forderung an den Kapitalismus, sich gegen seine Natur zu verhalten. Solange die politische und ökonomische Macht in der Hand des Kapitals ist, die ArbeiterInnenklasse die Spaltung innerhalb ihrer eigenen Reihen nicht überwunden und ihre eigene Herrschaft nicht errichtet hat, wird das Kapital die ArbeiterInnenklasse weiterhin mit Arbeitslosigkeit, werden Arbeit und Arbeitslosigkeit das tägliche Leben der Arbeitenden weiterhin bedrohen und bestimmen. Die KommunistInnen müssen dafür kämpfen, dass im Sinne von Übergangsforderungen als dringendste “Lösung“ gegen die Arbeitslosigkeit die Arbeitsstätten unter Kontrolle der Arbeitenden vergesellschaftet, die Arbeitszeit reduziert, die vorhandene Arbeit unter Kontrolle der Gewerkschaften, der ArbeiterInnenorganisationen und der gewerkschaftlich/ nicht-gewerkschaftlich organisierten ArbeiterInnenkommissionen verteilt wird und die Löhne durch gewählte ArbeiterInnenkomissionen festgelegt werden. Sie müssen, mit anderen Worten, dafür kämpfen, dass das Alltagsleben unter direkter Kontrolle der freien Produzenten organisiert wird, dass weder die Arbeit noch die Arbeitslosigkeit das Leben bedrohen, dass die Arbeitenden nicht Teil der Arbeit bleiben, sondern die Arbeit lediglich ein Teil des Lebens ausmacht, dass eine endgültige Lösung für ein kollektives Leben verwirklicht wird.


 

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