DIE KURZE GESCHICHTE DER REVOLUTIONÄREN PARTEI VON DEM BUND
DER KOMMUNISTEN
BIS ZUR IV. INTERNATIONALE
Statt
Der Fußnote
Die
Problematik der revolutionären Organisation ist im Marxismus
von Marx bis zur Gegenwart immer aktuell geblieben. Viele Trennungen
und Vereinigungen sind durch diese Problematik zustande gekommen;
und schließlich jedes Mal von Vorne anfangend wurde dieses
Thema wieder auf den Tisch gelegt. Die Organisationsproblematik
im Marxismus kommt auf der ersten Reihe der meist diskutierten
Themen in der eigenen Geschichte des Marxismus. Wie früher
hat die Problematik der revolutionären Organisation auch
heute ihren Platz im Zentrum der Debatten. Grundsätzlich
wurde das Organisationsproblem im Marxismus besonders in den ersten
vier Kongressen der Komintern gelöst. Aber nachdem die stalinistische
Clique die Komintern de facto erobert hat, wurden wie in allen
Bereichen des Marxismus auch in diesem Bereich eine grundlegende
Entstellung durchgeführt, als deren Folge sind die neuen
Generationen unter dem Einfluss dieser Entstellung aufgewachsen,
und am Ende wurde zum Ausgangspunkt, nämlich zur Ära
der ideologischen, theoretischen, politischen und organisatorischen
Herrschaft der II. Internationale, zurückgekommen. Aber noch
schlimmer ist es, dass der heutige Standpunkt so präsentiert
wird, als ob der die Fortsetzung der Basis wäre, worauf die
ersten vier Kongresse der III. Internationale beruhen. Wenn auch
manche alle andere zum Eintreten in ihre Organisation aufrufen,
indem sie sagen, dass das Problem der revolutionären Organisation
gelöst ist und die Geschichte der letzten 150 Jahre bei ihnen
konkretisiert hat, ist aber all dies nicht der Fall. Im Gegenteil,
die Krise des Marxismus in diesem Thema ist hoffnungsloser als
im Vergleich mit der Niedergangsperiode, zu der die II. Internationale,
die auch mit dem II. Imperialistischen Krieg zusammengebrochen
ist, geführt hat, weil es in der damaligen Periode zumindest
eine Bolschewistische Partei gab, die den Mut hatte sich der durch
die II. Internationale entstandenen Verwüstungen zu widersetzen
und ein Schritt vorzutreten. Also dann, was soll es getan und
wo soll es angefangen werden? Der Ausgangspunkt muss ohne Zweifel
von dem Bund der Kommunisten bis zur IV. Internationale, mit revolutionärer
Hinsicht die Bilanz zu ziehen, sein. Falls dies nicht gemacht
würde, und stattdessen sich mit solchen Erklärungen
wie etwa “Marx konnte die Theorie über die revolutionäre
Organisation nicht vervollständigen, weil er nicht lang genug
gelebt hat, oder, als seiner Zeit an einer führenden revolutionären
Organisation keinen Bedarf gab, oder, die Erbe von Marx in diesem
Gebiet hat die verräterische Führung der II. Internationale
entstellt, oder, was Marx nicht vervollständigen konnte,
hat Lenin zu Ende gebracht, oder, ...und von Lenin hat jemand
andere die Fahne übernommen”, begnügend zu versuchen,
den Tag zu retten, würde darauf zu bestehen heißen,
das gegenwärtige Dilemma fortzusetzen. Wie es bis heute der
Fall war, werden auch Einiger, die von diesem Teufelskreis profitieren
und deswegen das fortsetzen wollen, weiterhin existieren. Dies
ist eigentlich ihre Arbeit, und ihre Zukunft hängt sogar
davon ab. Aber dies kann nicht die Arbeit derjenigen KommunistenInnen
sein, die hinter der kommunistischen Tradition, die sich bei dem
Bolschewismus konkretisiert hat, stehen und sogar behaupten sie
zu überwinden. Was die KommunistenInnen tun müssen,
ist sowohl dieses Teufelskreis als auch diejenigen, die davon
profitieren, zu verurteilen. Und dass die KommunistenInnen am
Ende Sieger dieses Kampfes werden, ist nur durch das Ziehen der
Bilanz der letzten 150 Jahre im revolutionären Sinne und
durch die offene Darlegung der revolutionären bzw. nichtrevolutionären
Wendepunkte möglich. Eine revolutionäre Weltpartei,
die unumgänglich ist, sowohl für die Zukunft des Kommunismus,
als auch für den Kampf um eine kommunistische Welt, aufzubauen,
ist nur durch das Ziehen der Bilanz des 150 jährigen Marsches
möglich.
1848-50:
Die nicht vervollständigte Revolution
in der Organisationsauffassung von Marx
In
der Zeit von 1848-50 hat sich Marx der Idee von einer unabhängigen
und homogenen revolutionären Organisation im Hinblick auf
seine Auffassung und seine Praxis zum ersten, aber gleichzeitig
zum letzten Mal genähert. Obwohl Marx im Kommunistischen
Manifest eine Gegenposition bezüglich des unabhängigen
Organisierens der KommunistenInnen vertreten hat, verwirklichte
er denn sowohl mit seiner Teilnahme an einer engen, geheimen und
führenden Organisation wie der Bund der Kommunisten als auch
mit seinen Worten im Jahre 1849, nämlich in der Niedergangsphase
der deutschen Revolution, seine eigene Revolution:
“Wieder sich zu organisieren kann nur von einem speziellen
Beauftragten verwirklicht werden, und das Zentrale Komitee denkt,
dass den speziellen Beauftragten besonders in diesem Moment in
Bewegung zu setzen, außergewöhnlich wichtig ist. In
diesem Moment nähert sich eine neue Revolution, aus diesem
Grund muss die Partei der Arbeiter, wenn sie nicht noch einmal
wie in 1848 von der Bourgeoisie als Reserve benutzt werden will,
sich äußerst organisiert, vereinigt und unabhängig
bewegen.”(1)
Wieder derselbe Marx, mit dem Niedergang der deutschen Revolution
von 1849, hat gesagt, dass “es für den Zweck geeigneter
wäre, anstatt der Organisationen, die eine große Zahl
an heterogenen Elementen beinhalten, eine homogene und enge Organisation
der Arbeiter zu haben”, und hat im Herbst 1849 das Zentralkomitee
von Bund der Kommunisten wieder zur Tagung aufgerufen. In Deutschland
hat er angefangen ihn als eine geheime Partei zu organisieren.
Jedoch, als die von Marx vorgesehene Revolution nicht ausbrach
und die Bedingungen gegensätzlich entwickelten, änderte
sich auch die Haltung von Marx. In diesen Rückzugjahren ist
auch Marx zurückgezogen. Sogar das, was Marx zwischen 1848-
50 sagte, hatte keine Einheit. Manchmal betonte er eine enge und
homogene Organisation, aber kurz danach, wie auch im obigen Zitat
zu sehen ist, verteidigte er die komplett vereinigte Partei der
Klasse. Trotz unklarer Einheit des von Marx Gesagten, vertritt
sein Standpunkt zwischen 1849-50 den höchsten Punkt während
seines persönlichen Abenteuers. Ab dieser Zeitpunkt hat Marx
nicht nur seine Auffassung über eine homogene und enge Arbeiterorganisation
verlassen, sondern auch die aktive Politik. Er hat sich bis zum
Gründungskongress der I. Internationale am 26. September
1864 seiner theoretischen Arbeit gewidmet. Der Grund dessen, warum
Marx in kurzer Zeit auf die Idee von einer unabhängigen und
führenden Organisation gekommen ist, war eigentlich nicht
seine Auffassung über die führende Organisation. Als
er in 1848 die Auffassung begriffen hat, hat er mit der Annahme,
dass die deutsche Revolution wieder einen Aufstieg haben wird,
die Idee von der unabhängigen und homogenen Organisation
akzeptiert, weil gemäß dieser Idee “die entstehende
Revolution zu verstärken, nur durch eine unabhängige
und homogene Organisation möglich” ist. Dementsprechend,
als die deutsche Revolution, anders als Marx` Annahme, zurückgezogen
ist, hat auch Marx unter der geänderten Umstände auf
die Organisationsart, die er gemäß den damaligen Bedingungen
angeboten hat, verzichtet. Das heißt, das durch die Bedingungen
Entstandene wurde wieder durch die Bedingungen vernichtet. Marx`
Auffassung bezüglich der Frage nach Organisation beruht in
der Tat auf das Kommunistische Manifest (1848), und er hat bis
zu seinem Tod immerhin weiter diese Gedanken im Kommunistischen
Manifest unterstrichen, anstatt sich davon zu trennen. Die Auffassung,
die zu der evolutionären Haltung von Marx über die Organisationsfrage
eine Basis verschafft, weist darauf hin, dass “die Arbeiterklasse
den politischen Bewusstsein während des Kampfes spontan erreichen
wird”. Marx verteidigte die spontane Entstehung des politischen
Bewusstseins bei den ArbeiternInnen, die für die Verbesserung
der ökonomischen Bedingungen kämpfen. Marx sagte während
eines Gesprächs mit einem deutschen Gewerkschaftlerausschuss
in 1869 wie folgt:
“Gewerkschaften sind die Schulen des Sozialismus. Die Arbeiter
bilden sich in den Gewerkschaften aus und werden Sozialisten,
weil der Kampf mit dem Kapital vor ihren Augen und jeden Tag stattfindet...
Egal in welcher Partei sie Mitglieder sind, die durch die Arbeiter
entstandene große Masse hat endlich verstanden, dass die
ökonomischen Bedingungen verbessert werden müssen. Aber
nachdem die ökonomische Bedingungen für einen Arbeiter
verbessert haben, widmet er sich zur Bildung seiner Kinder; seine
Kinder und Frau fühlen keinen Bedarf mehr in die Fabrik zu
gehen; selbst er erreicht einen höheren Bewusstsein, achtet
auf seine Gesundheit und wird ohne zu merken ein Sozialist.”(2)
Marx wiederholte die gleiche Auffassung in seinem Brief an F.
Bolte im Jahre 1871 noch einmal:
“Der endgültige Zweck der politischen Bewegung der
Arbeiterklasse ist ohne Zweifel die Eroberung der politischen
Macht. Und dies setzt natürlich die zu einem bestimmten Niveau
entwickelte Vororganisierung der Arbeiterklasse, die durch ihren
ökonomischen Kampf entsteht, voraus.”(3)
Selbstverständlich war Marx nicht nur ein Denker, wie Einige
so zu verbreiten versuchen. Aber sehen wir wie Riazanov denjenigen
beantwortet hat:
“Marx’ organisatorische Arbeit wurde von Forscher
fast völlig übersehen. Marx wurde einfach in einen Klosterdenker
umgewandelt und interessanteste Seite seiner Persönlichkeit
wurde geleugnet. Wenn wir nicht verstehen könnten, welche
wichtige Rolle er als Organisator und Inspirierender der Arbeit
gespielt hat, die [den ArbeiternInnen] Bewusstsein zu bringen,
erzielt hat, dann können wir seine außergewöhnlich
wichtige Rolle als Organisator in den Jahren 1848-1849 und während
der Zeit der I. Internationale gar nicht verstehen.”(4)
Engels schilderte jedoch in seinem Brief an Laura Marx, wie lebenswichtig
die Organisation für Marx ist, in dieser Weise:
“Das Leben von Marx ohne die Internationale (I. Internationale)
würde dem Ring eines Ritters, dessen Stein zerrissen wurde,
ähneln.”(5)
Dass Marx nicht nur ein Denker, sondern auch ein Aktivist an der
organisatorischen Arbeit war, steht fest. Aber das bedeutet nicht,
dass Marx die Problematik der revolutionären Organisation
nicht so betrachtet hat: Diese Problematik wird aus dem Klassenkampf
nach Bedarf, spontan und durch die Klasse selbst, indem es ihnen
bewusst wird, offen dargelegt. Und das bedeutet wiederum ganz
und gar nicht, dass Marx die Organisationsfrage als Programmfra-
ge, das Unverzichtbare eines revolutionären Programms gesehen
hat, dass Marx unabhängig von den Abund Aufstiegen des Klassenkampfes,
trotz der Klasse eine unabhängige Organisation der KommunistenInnen
verteidigt und in dieser Richtung eine Haltung dargelegt hat.
Die Betonung der organisatorischen Tätigkeiten von Marx durch
Riazanov und Engels hat eine Bedeutung gegen diejenigen, die Marx
nur als ein Denker und ein “unschädlicher” Philosoph
zeigen wollen, indem sie seinen revolutionären Charakter
ignorieren. Aber dies hat seitens der KommunistenInnen nicht die
gleiche Bedeutung. Selbstverständlich hat Marx zur Organisierung
der ArbeiterInnenklasse für sich als eine Klasse immer Mühe
gegeben. Aber der daraus resultierende Schluss ist nicht die Organisation,
die neben den grundlegenden Beziehungen mit der ArbeiterInnenklasse,
trotz der Klasse eine von ihr völlig unabhängige KommunistenInnenorganisation
ist. Die Organisation, die Marx verteidigte, war nicht trotz der
ArbeiterInnenklasse eine Organisation, sondern eine von ihr abhängige
Organisation, weil Marx dachte, dass die ArbeiterInnenklasse während
des Klassenkampfes spontan den politischen Bewusstsein im sozialistischen
Sinne erreichen und für eigene Befreiung benötigte Organisierung
verwirklichen wird. Und er gibt den KommunistenInnen in diesem
Prozess die Aufgabe, der ArbeiterInnenklasse zu helfen. Nämlich
die Komparsenrolle, deren Schicksal von dem Hauptdarsteller abhängt.
Manchmal ist die Rolle der Komparse dem Hauptdarsteller zu folgen,
und manchmal ist sie die Führerschaft zu übernehmen,
die den richtigen Weg dem Hauptdarsteller zu zeigen beinhaltet.
Genau aus diesem Grund erklären Marx und Engels die Pflichten
und Verantwortungen der KommunistenInnen im Kapitel “Proletarier
und Kommunisten” vom Kommunistischen Manifest wie folgt:
“ In welchem Verhältnis stehen die Kommunisten zu den
Proletariern überhaupt? Die Kommunisten sind keine besondere
Partei gegenüber den anderen Arbeiterparteien. …Sie
stellen keine besondern Prinzipien auf, wonach sie die proletarische
Bewegung modeln wollen. …Der nächste Zweck der Kommunisten
ist derselbe wie der aller übrigen proletarischen Parteien:
Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisieherrschaft,
Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat. ”(6)
Zum Schluss gibt es bei Marx keine systematisierte Auffassung
über eine führende Organisation. Obwohl er ab und zu
von einer führenden Organisation gesprochen hat, ist die
Rolle, die er dem Vorkämpfer und der führenden Organisation
zugewiesen hat, schließlich abhängig von der Klasse.
Außerdem versteht Marx von der Organisation in der Tat die
Selbstorganisierung der ArbeiterInnenklasse als eine politische
Partei –was er meinte, war nicht die führende Organisation,
sondern die Selbstorganisierung der ArbeiterInnenklasse als eine
Partei-, und er begreift die Organisation, anstatt sie als die
Unumgänglichen des Programms vorzustellen, ein während
der Anwendung des Programms in die Realität, spontan entstehende
Element. Obwohl im Kommunistischen Manifest, das das Programm
vom in 1847 gegründeten Bund der Kommunisten ist, die unabhängige
Organisierung der KommunistenInnen theoretisch ausgeschlossen
wurde, wurde doch der Bund der Kommunisten als eine unabhängige
und zentralisierte Organisation der KommunistenInnen gegründet.
Der Grund dieser paradoxen Situation und des Rückganges in
seinen Gedanken, nachdem der Bund aufgelöst wurde, ist die
Abwesenheit einer systematisierten Auffassung über die führende
Organisation. Ein Grund, warum Marx keine systematisierte Auffassung
bezüglich der revolutionären Organisation hatte, ist
seine Betrachtung dieser Problematik. Er betrachtete den Erwerb
am politischen Bewusstsein bei der ArbeiterInnenklasse als ein
linearer und spontaner Prozess. Ein weiterer Grund ist seine Betrachtung
der ArbeiterInnenklasse als eine homogene Klasse und dementsprechend
sein Übersehen der Realität darüber, dass die ArbeiterInnen
gleichzeitig dieselben Interessen nicht haben können. Diese
von Marx ignorierten zwei wichtigen Punkte können von Manchen
so erklärt werden: “Damals stellten die ArbeiterInnenaristokratie
und der in der Tat auf die ArbeiterInnenaristokratie beruhend
aufsteigende Reformismus gar keine Gefahr dar und deswegen ist
die Idee von einer unabhängigen Organisation der Revolutionären
vor Marx als ein Problem, das dringend gelöst werden sollte,
nicht hervorgekommen.” Aber solche Erklärungen werden
nichts Weiteres als nutzlose Bemühungen sein. Wenn der Grund
von Marx’ Schwäche über die Organisationsfrage
dies gewesen wäre, dann hätte so eine Erklärung
anerkannt werden können. Aber in der Zeit, nachdem in 1852
der Bund der Kommunisten aufgelöst wurde –Marx hat
sogar den Bund bevor seiner Auflösung verlassen-, bis zur
Gründung der I. Internationale in 1864 war Marx nicht organisiert,
sogar er hat diese Situation, in der er sich befand, erhoben.
Und all dies bestätigen nicht diejenigen, die sich nutzlos
bemühen diese Schwäche so zu erklären. Ein kurzes
Zitat aus den Briefen von Marx an Engels:
“Ich bin sehr zufrieden mit dieser offenen und authentischen
Isolation, in der wir zwei uns gefunden haben.”(7)
Und Engels hat zurückantwortet:
“Endlich noch einmal haben wir die Gelegenheit gehabt, wobei
wir zeigen konnten, dass unsere Position völlig unabhängig
vom derartigen Unsinn ist und wir, wo es immer sein sollte, keine
Unterstützung von keiner Partei brauchen.”(8)
Wie von seiner Korrespondenzen verstanden werden kann, ist die
revolutionäre Organisation für Marx nicht unumgänglich,
nicht sine qua non. Laut Marx ist die Organisation nichts Weiteres
als ein provisorisches Element, das während des Aufstiegs
des Klassenkampfes sich spontan entwickelt und während seines
Rückzuges, dementsprechend sich auflöst.
Der
Name eines Rückschritts im von Bund
der Kommunisten bis zur Kommunistischen Internationale ausgestreckten
Marsch:
Die I. Internationale
Obwohl
Marx’ freiwillige Trennung von der aktiven Politik am 26.
September 1864 mit der Einladung zum Gründungskongress des
Internationalen Arbeiterbundes (I. Internationale) beendet hat,
ist sein Rückkehr in die aktive Politik nicht in Form von
einem Rückkehr zur Idee von unabhängiger Organisierung
des Vorkämpfers geworden, die er zwischen 1848-50 verteidigt
hat. Im Gegenteil, während der Ära der I. Internationale
ist Marx hinsichtlich seiner Betrachtung zu der Organisationsfrage
hinter den Punkt, wo er während der Zeit von Bund der Kommunisten
gestanden ist, gefallen. Im Grunde genommen war die I. Internationale
keine solche Organisation, die auf den Erfahrungen von Bund der
Kommunisten gebaut und als sein Nachfolger gegründet wurde.
Die I. Internationale wurde nicht von den Personen bzw. Gruppen,
die sich im Marxismus befinden, gegründet, sondern durch
die Initiativen der Syndikalisten in London und Paris, und beinhaltete
die Anhänger von Mazzini, die italienische Nationalisten
sind, die Anhänger von Proudhon, die die Arbeit und das Kapital
versöhnen wollen, die Anhänger von Owen, die gegen Streiks
sind und noch mehrere Personen und Anstalten in sich. Diese Organisation
war im Hinblick auf ihre Ideologie, ihr Programm und ihr Organisationsmodell
in keiner Weise die Fortsetzung von Bund der Kommunisten. Einerseits
hatte die I. Internationale die internationale Revolution zu organisieren
nicht vor, andererseits Marx und seine Anhänger haben auch
gar nicht versucht, die Mission der Organisation so zu gestalten.
Die in 1864 von den Personen und Gruppen außerhalb des Marxismus
gegründete I. Internationale hat eine wichtige Rolle gespielt
in Bezug auf die Organisierung der ArbeiterInnenklasse als Klasse
und auf die Entwicklung der Klassensolidarität unter den
ArbeiternInnen. Mit dem Beitritt von Bakunin zur I. Internationale
haben sich die in den I. Internationale schon vorhandene Gruppenkonflikte
noch mehr verschärft. Und schließlich hat Marx nach
der Londoner Konferenz den Schluss gezogen, dass die I. Internationale
ihre Lebensdauer vervollständigt hat. Danach hatte Marx die
Befürchtung, dass die Internationale in die Hände der
Verschwörer hätte geraten können und dabei auch
die Errungenschaften der Internationale hätten verschwinden
können. Endlich sicherte er nach dem Hague Kongress erst
den Ausschluss von Bakunin und dann überzeugte er den Kongress
für den Transfer der Internationale in die Vereinigten Staaten.
In Stille wurde die Internationale in die Vereinigten Staaten
transferiert, wo sie leise auch ihre Augen geschlossen hat. Wenn
auch die I. Internationale bezüglich des organisierten Vormarsches
der ArbeiterInnenklasse in den Industriegesellschaften und der
Erkennung des Marxismus durch die breiten Massen der ArbeiterInnen
einen Fortschritt bedeutete, vertrat sie für die organisierte
Kommunismusbewegung den Rückschritt, weil sie weder über
die Ganzheit der Grundsätze noch über ein Programm für
die internationale Revolution und noch über die Auffassung
von einer homogenen Organisation, die dieses Programm auf das
Leben anwenden soll, verfügte. In diesem Sinne ist die I.
Internationale der Ausdruck des Rückschritts im von Bund
der Kommunisten bis zur Kommunistischen Internationale ausgestreckten
Marsch, und kann für die KommunistenInnen keine Referenz
sein.
Der
Name der totalen Vernichtung aller Stellungen von Kommunismus
und ArbeiterInnenklasse im vom Bund der Kommunisten bis zur Kommunistischen
Internationale ausgestreckten Marsch:
Die II. Internationale
Engels
schrieb an F. Adolf Sorge in 1874 wie folgt:
“...nach deinem Rücktritt hat die alte Internationale
(I. Internationale) angefangen aufzulösen und ist zu Ende
gegangen. Und das ist gut so. ...die Internationale herrschte
im Verlauf von 10 Jahren über die eine Seite der europäischen
Geschichte –da die Zukunft liegt- und kann auf ihre Leistung
stolz sein. Aber sie hat die nützliche Lebensdauer in alter
Form vollendet. Wie in alter Weise, damit eine neue Internationale
in Form von Bündnis aller Proletarierparteien von allen Ländern
entstehen kann, wie es zwischen 1848-64 der Fall war, sollte die
ArbeiterInnenbewegung unter generellem Druck gesetzt werden. ...ich
glaube daran, dass die kommende Internationale – nachdem
die Schriften von Marx eine Weile ihre Wirkung gezeigt haben-
direkt kommunistisch sein wird, und dass sie unsere Grundlinien
einzigartig bekannt machen wird.”(9)
15 Jahre nach der Schreibung dieser Zeilen von Engels, wurde parallel
zum Aufstieg des Klassenkampfes, obwohl es nicht in allen Ländern,
sondern eher in westlichen Ländern passierte, genau wie Engels
vorausgesehen hat, eine neue Internationale, die II. Internationale,
die als ein Bündnis der in der ArbeiterInnenklasse eine ernsthafte
Macht habenden Parteien gegründet. Aber die neu gegründete
Internationale war nicht kommunistisch. Die organisatorische Geburt
der II. Internationale ist so passiert, wie Marx häufig erklärt
hat und wie im Engels’ Brief an Sorge von 1874 gestanden
ist. Es würde bei der Beurteilung der II. Internationale
nicht ausreichen, sie allein als Fortsetzung der von Marx gegründeten
Auffassung bzw. als Trennung von der marxschen Auffassung zu betrachten.
Falls wir die II. Internationale in ideologischer, theoretischer
und politischer Hinsicht beurteilen würden, dann hätten
wir gesagt, ohne Zweifel, dass die II. In- ternationale Schritt
für Schritt den Marxismus entstellt und am Ende sich den
Marxismus zu liquidieren zugewandt hat, demzufolge auch noch,
dass sie im Marxismus nicht die revolutionäre Kontinuität,
sondern eine konterrevolutionäre Abweichung vertritt. Wenn
es auf die Organisationsfrage ankommt, ist es leider unmöglich
das Gleiche zu sagen. Die II. Internationale wurde nicht durch
die revolutionäre Kritik der I. Internationale oder durch
ihre Überwindung, sondern sogar wie Marx und Engels vorausgesehen
haben, abhängig von dem Aufstieg des Klassenkampfes und selbst
an die Klasse anlehnend, indem ihre föderalistische Struktur
übernommen wurde, gegründet. Sowohl ein wichtiger Teil
der Organisationen, die die II. Internationale bilden, als auch
die II. Internationale selbst haben die Voraussichten von Marx
und Engels bestätigt. Der Geburt der II. Internationale war
wie der Geburt von I. Internationale, und auf gleiche Weise übernahm
die II. Internationale die föderalistische Struktur der I.
Internationale als ihr Erbe. In beiden Internationalen wird von
einer internationalen Organisation nicht eine zentrale Weltpartei
verstanden. Denn laut Marx ist “die Internationale nichts
Anderes als eine breite Föderation der ArbeiterInnenorganisationen
und Parteien in verschiedenen Ländern” und “jede
Sektion sollte bei der Bildung eigenes theoretischen Programms
frei sein.” Es sollte nicht schwer sein zu verstehen, woher
die II. Internationale ernährt wurde und mit Hilfe von welcher
Lücke im Marxismus und was ausnutzend sie sich als Papsttum
des Marxismus bekannt gemacht hat, wenn von diesem Standpunkt
aus betrachtet würde; auch auf gleicher Weise, wie SPD, die
die erst einfallende Partei, wenn von der II. Internationale gesprochen
wird, ein universelles Organisationsmodell geworden ist. Erst
SPD und dann die unter ihrer Führung stehende II. Internationale
konnten dadurch ein universelles Parteimodell werden, dass Marx
und Engels von der SPD, die bei der Gründung der II. Internationale
die führende Rolle gespielt und nach ihrer Gründung
als der größte Teil und als ihr Gehirn funktioniert
hat, als “unsere Partei” geredet haben, obwohl sie
die Haltung und die Politik der SPD heftig kritisiert haben, und
dass sie SPD andauernd unterstützt und heiligt haben. Marx
ist zwar vor der Gründung der II. Internationale gestorben,
aber zumindest hat er die Möglichkeit gehabt, den Aufstieg
der SPD, die ihre Form auf der lokalen Ebene ist, und den Boden,
worauf sie aufgestiegen ist, näher zu beobachten. Selbstverständlich
hat Marx niemals gezögert, die programmatische Orientierung
und die Politiken der SPD heftig zu kritisieren. Zum Beispiel
in ihrem Brief in 1879 an die Parteiführende haben Marx und
Engels der Meinungen wie
“ ….die Arbeiter zu ungebildet sind, sich selbst zu
befreien und erst von oben herab befreit werden müssen durch
philanthropische Groß- und Kleinbürger.”(10)
, die den Klassenkampf innerhalb der Partei ablehnen, heftig widerstanden.
Aber sie haben auf keinen Fall Bedrängnisse weder mit ihrer
Internationalismus- noch mit der Organisationsauffassung, die
nicht unabhängig von ihr gedacht werden kann, gehabt und
aus diesem Grund haben sie von der SPD als “unsere Partei”
gesprochen. Wenn es darauf beachtet würde, wird gesehen,
dass Rosa Luxemburg die Auffassung von Marx und Engels über
ihre Beziehung mit der SPD übernommen, und sie bis zu vor
kurzem ihrer Ermordung hartnäckig verteidigt hat. Ja, Marx
und Engels sind ohne zu sehen gestorben, dass ihre “einzige”
Partei und unter der Führung dieser Partei stehende II. Internationale
zu was für einem Ende im Hinblick auf die WeltarbeiterInnenklasse
geführt haben, und wie sie Hand in Hand mit der Bourgeoisie
die wichtigste revolutionäre Gelegenheit, die die ArbeiterInnenklasse
in der Geschichte je begegnet hat, erwürgt haben. Gut so,
dass sie gestorben sind, weil sie damit glücklicher als die
nachfolgenden KommunistenInnen gezählt werden können.
Sonst hätten sie sehen müssen, dass sie ihre eigenen
Mörder mit eigenen Händen großgezogen haben.
Lenin,
die III. Internationale und
der Wiedergeburt des Marxismus
Gramsci
definiert den Marxismus als “eine Philosophie der Tätigkeit”.
Das bedeutet: Marxismus ist bedingt seiner Natur der Feind des
Fatalismus. Hingegen sehen wir ausgenommen zwischen 1848-1850,
dass Marx sein Leben lang im Organisationsthema eine fatalistische
Einstellung gehabt hat. Laut Marx ist das Wichtigste die Soldaten
zur gleichen Front zu versammeln; der Rest kommt von alleine.
Es ist auch so geschehen. Wie Marx gesagt hat, ist der Rest von
alleine gekommen, aber nicht in der Form, wie Marx sich vorgestellt
hat. Als die Bourgeoisie angefangen hat zu schießen, verfügte
die ArbeiterInnenklasse weder über Waffen noch über
professionalisierte Kräfte und noch über Kommandostufen.
Die angenommenen Kommandeure (die Führung der II. Internationale)
suchten schon längst Zuflucht bei dem Hauptquartier von der
Konterrevolution. Die sich die durch den Fatalismus von Marx entstandene
Lücke ausnutzend organisatorisch gebildete II. Internationale,
indem sie den Fatalismus bei Marx in diesem Gebiet systematisiert
hat, ist auch in diesem Zusammenhang die Richtung des Marxismus
geworden. Und mit Hilfe dieser Macht, genau mit der Mentalität
eines Verschwenders hat sie angefangen den ganzen revolutionären
Erben der ArbeiterInnenklasse und des Marxismus aufzuwenden. Und
schließlich ist sie das größte Hindernis vor
der ArbeiterInnenklasse geworden, während sie sich in der
größten Prüfung der Geschichte befand. Nun, genau
an diesem Punkt ist Lenin als Ausdruck der Trennung, aber nicht
nur von der Tradition der II. Internationale, sondern auch von
Marx, herausgekommen. Die Organisationsfrage im Marxismus wird
zum ersten Mal in “Was tun?” von Lenin auf den Tisch
gelegt. In der Tat vertritt “Was tun?” eine Wende
bzw. eine revolutionäre Trennung, die damals nicht einmal
von Lenin wahrgenommen werden konnte. Deshalb konnte er die in
“Was tun?” vorgelegte Problematik bis zu ihren logischen
Konsequenzen nicht vorantreiben. Damit Lenin, was für eine
Bedeutung die durch “Was tun?” entstandene revolutionäre
Trennung hat, verstehen konnte, musste er bis zum totalen Verrat
der II. Internationale warten. Lenin rechnet in “Was tun?”
mit der Organisationsauffassung von Marx und der II. Internationale
nicht ab. Er macht eher eine Prämisse in Bezug auf Russland
und weist auch noch darauf hin, dass seine Prämisse keinen
universellen Charakter, sondern eher für Russland eine Gültigkeit
hat, und fügt hinzu, dass “ihr Zustand eine Ausnahme
darstellt” und das wahre universelle Modell die SPD ist.
Lenin setzt diese Betrachtung bis zur offenen Teilnahme der II.
Internationale an der Front von Bourgeoisie. Und wenn die II.
Internationale zusammengebrochen hat, hat Lenin genau ab diesen
Datum seine alte Auffassung verlassen und die Problematik, die
er in “Was tun?” auf der lokalen Ebene erfasst hat,
diesmal als eine universelle Frage behandelt. Dieser Datum bedeutet
für die KommunistenInnen nicht nur bloß eine Wende,
sondern auch sowohl den Wiedergeburt des Marxismus im revolutionären
Sinne als auch eine radikale Trennung von der herrschenden Organisationsauffassung,
die mit Marx angefangen hat und während der II. Internationale
fast die offiziel30 le Auffassung des Marxismus geworden ist.
Natürlich wäre es falsch Lenins Trennung von der II.
Internationale nur auf seine Organisationsauffassung zu reduzieren.
Wie dies zu machen falsch wäre, auf gleicher Weise wäre
es auch falsch Lenins Trennung von Lenin “vor dem Krieg”
auf die Organisationsfrage zu reduzieren und ihn mit dieser Eigenschaft
herauszubringen, weil seine Trennung von sich selbst und der Tradition
der II. Internationale im Prinzip theoretisch, politisch und programmatisch
ist. Aber das ist keine Trennung, die in einem Augenblick zustande
gekommen ist. Diese Trennung hat mit dem I. Imperialistischen
Krieg de facto angefangen, im Laufe des Krieges hat sich gestaltet,
wurde bei dem revolutionären Feuer der Oktober Revolution
hinreichend erhitzt und hat im Gründungskongress der III.
Internationale gereift. In diesem Prozess hat Lenin die Auffassung
von der permanenten Revolution erreicht, indem er sich von der
Auffassung der Revolution, die etappenweise entstehen soll, getrennt
hat, die gleichzeitig die Revolutionsauffassung der II. Internationale
ist. Während dieses Prozesses hat Lenin, indem er die Auffassung
der II. Internationale -da dies gleichzeitig Marx’ Auffassung
während der I. Internationale ist-, “jede nationale
Sektion ist frei bei der Bildung ihres theoretischen Programms”,
aufgegeben hat, die Auffassung von einem einzigen Programm für
die Weltrevolution erreicht. In diesem Prozess hat er die Internationale
als eine zentralisierte und auf der Grundlage des demokratischen
Zentralismus organisierte Weltpartei, die die Weltrevolution von
einer Zentrale aus kommandiert, verstanden, indem er sich von
der Auffassung der II. Internationale, “die Internationale
ist eine Föderation der nationalen Parteien” –da
dies gleichzeitig Marx’ Auffassung während der I. Internationale
ist-, und von der Auffassung, “Die Internationale ist nichts
Anderes als eine breite Föderation der ArbeiterInnenorganisationen
und -parteien der verschiedenen Länder”, getrennt hat.
Mehrere Beispiele zu nennen ist möglich, aber wir möchten
uns im Rahmen dieser Schrift mit diesen begnügen. Was wir
hauptsächlich sagen möchten ist das: Die Bedeutung dieser
Wende, die Lenins “Was tun?” angefangen hat, konnte
sogar von Lenin nach dem Niedergang der II. Internationale angesichts
des Krieges verstanden und erst danach in eine revolutionäre
Waffe umgewandelt werden. Lenin, in diesem Sinne, stellt eine
radikale und revolutionäre Trennung von Lenin “vor
dem Krieg”, der Tradition der II. Internationale und von
Marx dar. Diese revolutionäre Trennung bedeutet gleichzeitig
die Wiedergeburt des Marxismus im revolutionären Sinne. Ja,
Marxismus hat seine wahre Geburt im revolutionären Sinne
verwirklicht; nun weist die III. Internationale auf diese Geburt
hin. Die Kommunistische Internationale ist geboren, noch größer
geworden und hat sich in kürzester Zeit in eine große
Armee gewandelt. Aber der Angriffe der Herrschenden der Welt und
der Schläge der einigen inneren Mächte konnte diese
Armee nicht so lange widerstehen, und am Ende ist die revolutionäre
Armee der Weltrevolution in Gefangenschaft geraten.
Trotzki:
Der letzte Kommandeur
der Kommunistischen Internationale
Ja,
die Kommunistische Internationale ist bei der Konterrevolution
in Gefangenschaft geraten und wurde ausgeplündert. Trotzki
und seine wenige GenossenInnen, die sich in diesem Kampf nicht
ergeben haben, haben versucht die Okkupation der Konterrevolution
zu verhindern wie die 300 Kämpfer aus Sparta, die im Jahre
480 v. Chr., um die Okkupation der aus zwei Millionen Soldaten
bestehenden persischen Armeen zu verhindern, indem sie den Gebirgspass
von Termopilai gesperrt haben, erst mit ihren Waffen, nachdem
ihre Waffen verbraucht wurden, mit ihren “Händen und
Zähnen” gekämpft haben. Aber sie konnten weder
die physische Invasion der III. Internationale noch die Benutzung
dieser revolutionären Waffe selbst gegen die Weltrevolution
verhindern. Wir werden hier die Gründe dafür nicht erklären,
aber eins müssen wir klarstellen, was auch immer diese Gründe
sein sollten, falls Trotzki ein Haufen von theoretischen, politischen,
strategischen und taktischen Fehlern nicht gemacht hätte,
ist es eine große Wahrscheinlichkeit, hätte es verhindern
können, dass die III. Internationale in Gefangenschaft geraten
hat, ausplündert und als eine Waffe gegen die Weltrevolution
benutzt wurde. Aber es ist nicht passiert. Dass Komintern nunmehr
in eine konterrevolutionäre Waffe umgewandelt wurde, hat
Trotzki verstanden und genau wie Lenin, der angesichts des Niederganges
der II. Internationale zur Gründung einer neuen Internationale
appelliert hat, hat er einen Aufruf für eine neue Internationale
gegen die III. Internationale, die sich unter der Kontrolle von
Stalin befindet, gemacht, leider war es zu spät. Lenin hat
den richtigen Zeitpunkt ausgewählt und deswegen hat er gewonnen.
Trotzki dagegen konnte den richtigen Moment nicht auswählen
und infolgedessen hat er physisch verloren. In seiner Persönlichkeit
auch der Bolschewismus. Nach der Ermordung von Trotzki konnte
die IV. Internationale, deren Gründung Trotzki selber geführt
hat, die bolschewistische Tradition, die von ihm vertreten wurde,
nicht fortsetzen, obwohl dies gewünscht wurde. Trotz der
großen Preisen wurden die grundsätzlichen programmatischen
Perspektiven und Grundlinien des Bolschewismus mit der Gründung
der IV. Internationale in 1938 verteidigt, aber die IV. Internationale
konnte im Laufe der Zeit hinsichtlich ihrer Organisationsauffassung,
Politik und Praxis den revolutionären Marsch des Bolschewismus
nicht fortsetzen und hat angefangen wie die anderen linken Strömungen
de facto als linker Flügel der Sozialdemokratie zu funktionieren.
Die IV. Internationale, obwohl sie mit Anspruch auf die Gründung
eine Weltpartei im leninistischen Sinne 32 und auf die Weiterführung
der kommunistischen Tradition, die in den ersten vier Kongressen
der Komintern konkretisiert haben, bekannt gemacht wurde, konnte
hinter diesem Anspruch und der von diesem Anspruch ausgehenden
Verantwortung nicht stehen. Heute keine von so vielen Organisationen,
die behaupten, dass sie in Anlehnung an die ersten vier Kongressen
der III. Internationale gegründet wurden, bzw. dass sie an
den Gründungszweck und die Grundlinien der auf die grundsätzlichen
Perspektiven und Grundlinien dieser ersten vier Kongressen beruhend
gegründeten IV. Internationale angebunden sind, sind in Wirklichkeit
gar nicht an den Zweck und die Grundlinien, die in den ersten
vier Kongressen der Komintern bekannt gemacht wurden, angebunden.
Sie sind sogar dieses Zwecks und dieser Grundlinien nicht würdig.
Ja, die Organisationsfrage im Marxismus wurde in 1848, obwohl
dies für eine kurze Zeit war, zum ersten Mal zur Diskussion
gestellt, aber nicht systematisiert. Noch schlimmer ist es, dass
sie zur II. Internationale ausgeliefert wurde, indem ihre Hände
und Füße sogar von Marx selbst angebunden wurden. Die
revolutionäre Organisationsfrage wurde noch einmal von Lenin
in “Was tun?” behandelt, aber konnte bis zu ihren
logischen Konsequenzen nicht vorangetrieben werden. Die revolutionäre
Organisation wurde endlich mit dem Zerfall der II. Internationale
noch einmal von Lenin behandelt und wurde, indem sie diesmal auch
zu ihren logischen Konsequenzen vorangetrieben wurde, in 1919
in dem ersten Kongress der Kommunistischen Internationale bekannt
gemacht. Bezogen auf diesen Tag ist die Organisationsfrage im
Marxismus theoretisch gelöst. Es hat sich darauf nicht beschränkt,
und wurde mit der Bolschewistischen Partei und der Komintern auch
gezeigt, wie die Organisation sein sollte. Heute ist alles, was
für den Aufbau einer kommunistischen Organisation gebraucht
wird, unter den Händen der KommunistenInnen, die die bolschewistische
Tradition als Referenz akzeptieren, vorhanden. Was fehlt, ist
der Wille, den die Schöpfer der bolschewistischen Tradition
gehabt haben.
1
Marx und Engels, Selected Works,
Band I, s. 106-107 22
2 Zitiert durch David McLellan
von Marx’ Rede mit deutschen Gewerkschaftlern im Jahre 1869
3 Von Marx an Bolte, 23
November 1871, Marx und Engels, Selected Correspondence, s. 270-271
23
4 D. Riazanov, K. Marx/F.
Engels: An Introduction to Their Lives and Work, IV. Kapitel
5 R. Dangeville, Le Parti
de Classe- Marx/Engels, Maspero, Paris, Band II, s.141
6 K. Marx/F. Engels, Das
Kommunistische Manifest: Die Proletarier und die Kommunisten
7 Von Marx an Engels, 11.
Februar 1851, In: Bertram D. Wolfe, Marxism: 100 Years in the
Life of a Doctrine, London 1967, s.196
8 Von Engels an Marx, 13.
Februar 1851, ebd., s. 196
9 Ausgewählte Korrespondenzen,
Band II
10 Von Marx und Engels
an Bebel, Liebknecht, Bracke und andere, 17-18 September 1879,
Marx/Engels, Selected Correspondence, op. s. 321