ÜBER KAPITALISMUS, KRIEG-FRIEDEN UND REVOLUTIONÄRE HALTUNG

Im Jahre 1614 schrieb einer der holländischen
Eroberer der ostindischen Inseln:“ Handel kann
nicht ohne Krieg geführt werden
und Krieg nicht ohne Handel.“

N. Chomsky

Statt der Fußnote:

Um dem altbekannten Spiel der Kapitalisten, das nach dem Einsturz der Wolkenkratzer am 11.September, erneut auf der Bühne erschien, zu zerstören, müssen zunächst die Vorkommnisse ´´Krieg und Frieden´´, die einander gegensätzlich und sich wiederum gegenseitig bedingen, definiert werden. Diese Definition ist notwendig, um die revolutionäre Haltung festzustellen. Natürlich wird es nicht möglich sein diese Vorkommnisse so zu definieren, dass jede/r damit einverstanden ist, weil das heutige Leben die Folge einer Reihe von Kriegen ist und jetzt der Krieg zwischen Siegern und Besiegten dieses Krieges Fortsetzung findet. Solange es Sieger und Besiegte gibt, wird der Krieg weitergehen. Die vorläufigen Sieger dieser Kriege, führen ihre Herrschaft durch Kriege fort. Ebenso führen die Besiegten Kriege, um ihr heutiges Leben, welches nicht ihr eigenes, sondern ein aufgezwungenes ist, umzuwerfen; um ein eigenes Leben aufzubauen oder um wenigstens nicht als Besiegte leben zu müssen.
Der Kern der Sache ist, dass die Bedeutung der Vorkommnisse ´´Krieg und Frieden´´ im täglichen Leben der Sieger und Besiegten einander widersprechen. Solange diese Gegensätzlichkeit weiter besteht, wird es auch so bleiben.

Über den Krieg und Frieden

Heute, im hierarchisch organisierten Leben, werden die Vorkommnisse ´Krieg und Frieden´, aus der Sicht der Herrschenden über das Leben interpretiert. Die Herrscherposition empfindet alles, was ihre eigene herrschende Position bedroht als Kriegserklärung. Ebenso betrachten die Betroffenen der herrschenden Verhältnisse, die aufgezwungenen herrschenden Verhältnisse als Kriegserklärung. Der Herrscher sieht den Frieden als einen Zustand, in dem seine Herrschaft ewig besteht. Hingegen für die Betroffenen der herrschenden Verhältnisse bedeutet es Frieden, dass die Herrschaftsart abgeschafft wird, die ursächlich für ihre Lage ist.
Wenn wir von diesem Standpunkt aus fortfahren:
Heute muss ein Viertel der Weltbevölkerung auf Grund von Hunger mit dem Tod kämpfen, jedoch bedeutet dies für die Satten der Welt nicht Krieg, sondern Frieden.
Heute verbrauchen 80% der Produktionen 20% der Menschen auf der Erde, jedoch bedeutet dies für die 20% nicht Krieg, sondern Frieden.
Heute müssen Millionen von Frauen und Kindern sich wegen der Armut prostituieren, jedoch bedeutet dies für die, die sich nicht prostituieren müssen, nicht Krieg, sondern Frieden.
Sobald heute irgend ein Land oder eine Gemeinschaft versucht seine/ihre eigene Zukunft selbst zu bestimmen, fallen Bomben auf deren Köpfe, wird ein Embargo ausgesetzt, jedoch bedeutet dies für die herrschenden Nationen nicht Krieg, sondern Frieden.
Wenn wir auf der gleichen Basis die Beispiele vermehren: Nun wenn ihr einen Türken ``Was soll mit diesen Kurden werden`` fragt, werdet ihr dies zu hören bekommen: ``Was soll das, was ist schon Türke oder Kurde, wir sind doch alle Menschen. `` Das was derjenige hier meint ist, dass wir alle Türken sind.
In dieser Situation könnt ihr demjenigen einen Vorschlag machen: `` Wenn es egal ist, dass sich die Kurden eine ganze Zeit als Türken bezeichnen mussten, könnt ihr Türken euch ja eine Zeitlang Kurden nennen.`` Daraufhin werdet ihr als Antwort dies zu hören bekommen: ``Was wird aus meinem Türkensein?`` Dieses Gespräch beendet ihr dann so: ``Also werden auch die Kurden auf ihr Kurdensein nicht verzichten.`` In diesem Falle sind die Kurden in den Augen der Türken, die, die den Frieden, die Ruhe und die Gemütlichkeit zerstören.
Nun wird die Aufforderung der Kurden, dass der Krieg gegen die Kurden beendet und Frieden geschlossen werden soll, auf der Seite der Türken als eine Kriegserklärung wahrgenommen.
Wenn ihr einen Arbeitgeber fragt: ``Wenn die ArbeiterInnen alle Werte produzieren, warum seid ihr dann die Leitenden und Privilegierten?´´, und er wird die Differenzierung von Arbeitgeber-Arbeitnehmer ablehnen und euch antworten: ``Wir sind doch alle Menschen, warum stiftet ihr Unruhe?´´ Wenn ihr dieses Gespräch etwas weiter führt, dann werdet ihr beschuldigt, den Frieden, die Ruhe und die Gemütlichkeit zu zerstören. Also gibt es einen Frieden für die Herrschenden, der im täglichen Leben der Unterdrückten ein Krieg ist. Ebenso, ist das Verlangen des Friedens von Unterdrückten eine Kriegserklärung gegen die Interessen der Herrschenden und der Herrschaft.
Damit der Frieden und der Friedensbegriff für alle bedeutungslos werden, müssten die Kriegsursachen wie die Ausbeutung, die Beziehung zwischen Unterdrücker und Unterdrückten u. n. ä. Verhältnisse ganz und gar aufhören. Im Kernproblem der Existenz eines Krieges spielt es keine Rolle in welcher Art, mit welchen Mitteln oder Dimensionen ein Krieg geführt wird, ob er offen oder geheim ist.
Die Existenz des Krieges wird bestimmt durch die Existenz irgendeiner Herrschaftsart, die für sich allein schon eine Kriegsursache ist.
Deswegen gibt es in der Geschichte permanent Krieg, seit es Herrschaft gibt.
Bis heute hat sich allein nur die Art, die Mittel, die angenommenen Dimensionen von Kriegen verändert; auch künftig wird es so sein.
Erst wenn die Vorkommnisse ´´Krieg und Frieden´´ in diesem Sinne verstanden werden, dann wird es möglich sein das Wechselspiel ´´Krieg und Frieden´´, das nach dem 11.September von den Kapitalisten als etwas Neues auf die Bühne gebracht wurde, zu verstehen und diesem Spiel entgegenzuwirken.

Krieg- Frieden und Kapitalismus

Der Kapitalismus erschien erst als eine Folge der internationalen Ausbeutung und der Versklavung in West-Europa. Und das ist weder ein Zufall noch dem Geiste englischer Unternehmer und der europäischen christlichen Kultur zu verdanken. Damit der Kapitalismus entsteht, sich entwickelt und sich verbreiten kann, müssen andere Gesellschaften und Geografien existieren, die ausgeplündert werden können. Und so geschah es auch. Wie Marx sagt:

´´Die Entdeckung der Gold- und Silberländer in Amerika, die Ausrottung, Versklavung und Vergrabung der eingebornen Bevölkerung in die Bergwerke, die beginnende Eroberung und Ausplünderung von Ostindien, die Verwandlung von Afrika in ein Gehweg zur Handelsjagd auf Schwarzhäute, bezeichnen die Morgenröte der kapitalistischen Produktionsära. Diese idyllischen Prozesse sind Hauptmomente der ursprünglichen Akkumulation. Auf dem Fuß folgt der Handelskrieg der europäischen Nationen, mit dem Erdrund als Schauplatz. ´´
(K. Marx, Das Kapital 1)

Nun entstand der Kapitalismus als eine Folge der zwischenkontinentalen Ausplünderung, Ausbeutung und Kriegen. Demzufolge kann er seine Existenz nur in dieser Weise weiterführen. Also kann der Kapitalismus nur weiterexistieren, in dem er die Produktionsmittel, die Produktionskräfte, die Produktion, den Verbrauch, die Marktfelder, die Quellen von Öl und Naturgas, die Bergwerke von Gold, Diamanten, Kohle, sämtliche oberirdische und unterirdische Reichtümer und natürlich die Gebiete in denen sich dieses befindet, kontrolliert. Das ganze ist ohne die Gewalt (Druck, Zwang) nicht möglich. Das war gestern ohne ihn nicht möglich und wird auch heute nicht möglich sein. Solange weiter Kapitalismus herrscht, wird es auch nicht möglich sein. Deshalb hat der Kapitalismus: Staat, bewaffnete Kräfte und Waffen, die zigmal die Welt vernichten könnten. Die Kapitalisten behaupten, dass die Mitteln zur Gewalt, zur Unterdrückung, zum Töten, also der Staat, die bewaffneten Kräfte und die Waffen zur Verhinderung ``der Kriegsbedrohungen`` und als die Garantie ``zur Verteidigung des Friedens´´ dienen würden. Aber gegen wen? Es handelt sich also um eine Gegenkraft. Nun eben diese Gegenkräfte sind, was nicht offen ausgesprochen wird, die Unterdrückten der Erde und die Armen. Wenn auch die Kapitalisten diese Gewaltmittel manchmal für ihren gegenseitigen Interessenkonflikt einsetzen, ist es dennoch für die gemeinsame Bedrohung und die gemeinsamen Feinde: die „les sans culottes“. Nun also, wenn die Kapitalisten von der Verteidigung des Friedens oder vom Krieg für den Frieden reden, meinen sie eigentlich ihren eigenen Frieden. Dies bedeutet, für die Unterdrückten der Erde und die Armen, den Krieg. Wenn also gegen die Herrschaft, die Privilegien, die Sicherheit und die Zukunft des Kapitalisten irgendeine Bedrohung nicht vorhanden ist, ist der Name der Verlauf des Erlebten, ein Friedensverlauf. Falls aber eine Bedrohung für sie da ist, ist der Name der Verlauf des Erlebten, ein Kriegsverlauf. Beispiel: Die Zahl der toten Menschen im 2. Imperialistischen Teilungskrieg ist 60 Millionen. Kapitalisten bezeichnen dies als den größten Krieg, den es je auf der Erde gab. Jedoch sterben heute jedes Jahr 15 Millionen Kinder an Hunger, in einer Zeit, die die Imperialisten als Friedenszeit bezeichnen. Wenn es keine Waffen gibt, gibt es auch keinen Krieg! Gibt es wirklich keinen Krieg?
Es stimmt, da für die Kapitalisten irgendeine Bedrohung nicht vorhanden ist, gibt es auch keinen Krieg. Ja, aber für die Armen und deren Kinder? Vom 11.September an haben die Kapitalisten erneut angefangen vom Krieg zu reden. Genau genommen, haben sie angefangen von Bedrohung der Freiheit und des Friedens zu reden und sind dabei den ´´heiligen´´ Krieg zu organisieren. Warum? Weil die Rede von einer Bedrohung ihrer Interessen und ihrer Zukunft ist. Und dort, wo sie angefangen haben ihre Herrschaft zu verlieren, müssen sie ihre Autorität wiederherstellen.
Die kapitalistischen Kräfte bilden untereinander keine Einheit. Auch das Kräfteverhältnis im offenen Konflikt ist nicht vorteilhaft. Dennoch sind sie in bezug auf den gemeinsamen Feind miteinander zur der Übereinstimmung gelangt, diesen vorrangig zu beseitigen und deshalb den Ruf des ´´heiligen´´ Krieges vor ihren inneren Interessenkonflikt zu stellen.
Genau so, wie es gestern in Palästina, Vietnam, Nicaragua, Irak, Serbien war und heute in Afghanistan der Fall ist. Das Spiel ist bekannt. Das gleiche Szenarium. Der Hauptdarsteller und die Hauptdarstellerin auch. Also geht das Spiel weiter...
Der Name des Spiels: ´´Krieg für die Freiheit und den Frieden´´!!! Die Konsequenz im täglichen Leben der Unterdrückten und der Armen der Erde ist, permanenter Krieg und Versklavung. Und leider waren sehr oft die Kapitalisten erfolgreich darin, die Mehrheit der Menschheit bei den Kriegen für ihren eigenen Frieden, der für die Unterdrückten und die Armen permanenten Krieg bedeutet, zur ihren direkten oder indirekten Unterstützern zu machen. Denn die revolutionären Kräfte haben gegenüber dem Kapitalismus weder eine revolutionäre Politik entwickelt noch eine andere politische Kultur geschaffen. Durch ihre politische Haltung, durch eine nicht geschaffene revolutionäre politische Kultur, haben sie dem Kapitalismus ein ernsthaftes Manövrierfeld ermöglicht. Ganz konkret haben sie es auch bei dem Krieg der kapitalistischen Kräfte gegen Afghanistan gezeigt. Was sagten die kapitalistischen Kräfte? ``Krieg für die ewige Freiheit´´ Ja, aber die revolutionären Kräfte?
´´Es lebe der Frieden!!!´´ Also, ist der Frieden unter der Herrschaft des Kapitalismus möglich? Wenn sich die revolutionären Kräfte in dieser Lage befinden, dann ist es auch verständlich, dass die breiten Massen hinter dem Ruf ``Krieg für den ewigen Frieden!!!´´ der Kapitalisten stehen. Damit diese Lage beendet wird, müssen die revolutionären Kräfte die Begriffe Krieg und Frieden richtig definieren. Darüber hinaus, müssen sie darlegen, in einer Welt, in der es ´´Klasse´´, ´´Nation´´, ´´Geschlecht´´ und noch mehr gesellschaftliche Differenzierungen gibt, die zu diesen Differenzierungen führenden Kategorisierungen und das oben-
unten Verhältnis an diese Kategorisierungen stützen, dass die Begriffe Krieg und Frieden nicht die gleiche Bedeutung für alle haben können.
Die Voraussetzung dieses zu erreichen ist: Die im Bewusstsein der Massen errichtete Hegemonie des Kapitalismus zu zerschlagen. Die Voraussetzung dies zu schaffen ist: Die, im Bewusstsein der revolutionären Kräfte errichtete Hegemonie des Kapitalismus zu zerschlagen. Sonst ist es nicht zu verhindern, dass die breiten Massen hinter den Kriegstrompeten der Kapitalisten herlaufen. Wie es gestern und heute nicht möglich war, wird es auch morgen unmöglich sein.


KRIEG-FRIEDEN UND REVOLUTIONÄRE HALTUNG

Marx sagt: ´´ die Geschichte der Klassenkämpfe ist die Geschichte. ´´
Dies ist auch richtig! Unvollständig, aber richtig! Unvollständig, weil er die anderen Dynamiken übersieht, oder in seine Definition mit einschließt. Jedoch seine Unvollständigkeit bedeutet nicht, dass seine Geschichtsauffassung nicht richtig ist. Die Geschichte der Klassenkämpfe ist die Geschichte, aber gleichzeitig ist es auch die Geschichte der Unterdrücker und Unterdrückten.
Auch die Geschichte von Frau und Mann; Heterosexuellen und Homosexuellen; unterdrückender Nation und unterdrückter Nation u. a. Beziehungen zwischen Unterdrücker und Unterdrückten, ist die Geschichte. Obwohl dies alles aufgrund ihrer Machteigenschaft von der Klassenherrschaft bestimmt ist, reicht es nicht und ist es nicht richtig, die Geschichte nur als Geschichte der Klassenkämpfe zu definieren.
Wenn wir die Geschichte im engeren Sinn als die Geschichte der Klassenkämpfe und im weiteren Sinn als die Geschichte der Unterdrückenden und Unterdrückten betrachten, dann gibt es permanent Krieg, solange Unterdrücker und Unterdrückte vorhanden sind; ob dieser ausgerufen oder nicht ausgerufen ist, macht keinen Unterschied.
In diesem Fall kann nur der Herrscher der Beziehung Unterdrücker- Unterdrückter vom ´´Frieden´´ reden, der Unterdrückte jedoch niemals. Denn für den Unterdrückten dieser Beziehung kommt nicht der Frieden in Frage, sondern der Krieg. Während die Situation so ist, versuchen die revolutionären Kreise, Verteidiger des Friedens zu sein und bemühen sich, die Massen in diese Richtung zu mobilisieren; das zieht zwei gefährliche Folgen nach sich: Erste gefährliche Folge ist dies: Indem die Marxistische Geschichtsauffassung geleugnet wird, ist es für diese Kreise nicht mehr möglich von Klassenkämpfen zu reden. Denn die Klassenkampftheorie und - Praxis entstand durch die Folge dieser Geschichtsauffassung. Zweite gefährliche Folge ist dies: Indem die Massen von der Meinung überzeugt werden, dass der Frieden in einer Welt in der Kapitalismus herrscht, möglich sei, wird der Bourgeoisie gedient. Bedauerlicherweise sind die Wertvorstellungen der Herrschenden, bereits auch sehr wichtiger Teil der revolutionären Bewegung geworden. Die Wertvorstellungen dieser revolutionären Kreise in der Angelegenheit ´´Frieden und Krieg´´ stimmen auch, so wie es in sehr vielen Angelegenheiten der Fall ist, mit den Wertvorstellungen des Feindes überein. Sobald der Feind Krieg sagt, sagen die revolutionären Kreise auch Krieg; redet der Feind von Frieden, reden auch sie von Frieden. Was also die Revolutionäre meinen, genauso wie die Kapitalisten, wenn sie vom Krieg reden, ist, dass die Waffen sprechen, so wie die Friedenszeit anfängt, wenn die Waffen still stehen. Die Kapitalisten haben nun geschafft, am Anfang durch die Sozialdemokratie und später auch mit der unvergesslichen Hilfe der Ansicht des Stalinismus ´´Wettbewerb in Frieden´´, dass nicht nur die breite Masse, sondern auch die revolutionären Gruppen sich die Lüge angeeignet haben, dass Frieden im Kapitalismus möglich sei. Und was heute die revolutionären Kreise beherrscht, ist diese klassenversöhnliche politische Kultur. Sei es durch die Geschichtsauffassung, sei es durch die historischen und politischen Existenzgründe, können dies nicht die Worte und die Handlung der Revolutionären sein. Dieses ist ein Verrat an eigenen politischen Existenzgründen und der revolutionären Geschichtsauffassung.
Die Existenz des Kapitalismus ist für sich allein schon ein Kriegszustand. Und die einzige revolutionäre Haltung gegen diesen Kriegszustand ist, den Gegenkrieg zu organisieren. Die Dynamiken, die Dimensionen, die Art und die Mittel dieses Gegenkrieges werden natürlich in jedem konkreten Fall anders sein, aber sie ändern weder die Tatsache der Existenz des Gegenkrieges, noch die Notwendigkeit der Organisation des Gegenkrieges. Ja, der Krieg ist kontinuierlich! Der Frieden aber, wenn dieser Begriff als Forderung aufgegeben und bedeutungslos wird, ist dann möglich. Dieses ist nur einzig und allein dann möglich, wenn alle Unterdrückungs- und Ausbeutungsarten aufhören. Sei es auch nur ein einziger Mensch, der Frieden fordert und der Unterdrückungs- und Ausbeutungsart ausgesetzt ist, bedeutet dies, dass der Krieg weiter geht. Wer unter dieser Realität, nämlich unter der Herrschaft des Kapitalismus, den Frieden verteidigt, stimmt der Legitimation eines kontinuierlichen Krieges, der unter dem Namen ´´Frieden´´ geführt wird, zu: Einem Krieg, der nicht mit Bomben, sondern durch verhungern lassen, tötet. Denn die Existenz des Kapitalismus bedeutet die Existenz des Krieges und ein Frieden ist nicht möglich, bevor dieser nicht umgestürzt wird. Diesen umzustürzen, ist jedoch nur dann möglich, wenn der revolutionäre Krieg organisiert wird. Ob wir dem zustimmen oder nicht, es ist so! Entsprechend wichtig und bestimmend ist, was uns zum Revolutionär oder zum Konträrevolutionär macht, auf welcher Front dieses Krieges wir stehen. Wenn wir unsere Auffassung konkretisieren wollen: So wie sich die Reichen der Welt automatisch auf der erforderlichen Seite befinden und Partei ergreifen, indem sie unter der Führung der USA einen totalen Krieg gegen Afghanistan anfangen, müssten sich ebenso auch die Revolutionäre auf der erforderlichen Seite befinden, also Partei ergreifen für die Armen der Welt. Mehr noch, sie müssen dafür kämpfen, dass auch die Armen der Welt an der gleichen Front der Armen von Afghanistan ihren Platz einnehmen!
Die Eigenschaft der Führung der Widerstandsbewegung in Afghanistan hat keine Bedeutung für die Revolutionären, um ihren Platz in diesem Krieg zu bestimmen. Uns sollte nicht der Imam, sondern die Gemeinschaft interessieren. Trotz des Imam und mit der gleichzeitigen Bloßstellung des Imams, müssen die Revolutionären an der Seite der armen unterdrückten Gemeinschaft stehen. Natürlich mit ihren eigenen Fahnen und Slogans.

 

 

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