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Der lange Marsch vom Traum
der Weltsowjetrepubliken
zu den Bananen-Republiken
der Weltbourgeoisie...


Die Geschichte tut nichts, sie “besitzt keinen ungeheuren Reichtum“, sie “kämpft keine Kämpfe“! Es ist vielmehr der Mensch, der wirkliche, lebendige Mensch, der das alles tut, besitzt und kämpft; es ist nicht etwa die “Geschichte“, die den Menschen zum Mittel braucht, um ihre - als ob sie eine aparte Person wäre - Zwecke durchzuarbeiten, sondern sie ist nichts als die Tätigkeit des seine Zwecke verfolgenden Menschen.
Karl Marx

Vor hundertfünfzig Jahren verbreitete sich auf der Erdoberfläche ein Funke... Dieser Funke war der Eingriff einer Handvoll Menschen, die die Zeit der Herrscher niederbrennen wollten, um eine freie Zeit zu schaffen. Dieser Zusammenschluß nannte sich BUND DER KOMMUNISTINNEN. DER BUND DER KOMMUNISTINNEN begann seinen sich in die Unendlichkeit erstreckenden Marsch mit der Parole “Proletarier aller Länder vereinigt euch“ für eine freie Welt ohne Unterdrückung, Ausbeutung, Gott und Herrscher. Während die MitgliederInnen des Bundes einerseits an den Selbstbefreiungsaktionen der ArbeiterInnenklasse teilnahmen, organisierten sie andererseits, ohne Zeit zu verlieren die gemeinsame Befreiung der Unterdrückten und begannen eine internationale Organisation zu gründen, die eine politische Führung übernehmen sollte. 1864 wurde somit die Gründung der I. Internationale verkündet. Während die I. Internationale sich in der Entwicklung befand, entstand die Pariser Kommune...
Der Menschheitstraum vom Paradies wurde zum ersten Mal auf die Erdoberfläche gebracht. Als die ArbeiterInnenklasse die Pariser Kommune, den Traum, “ihr eigener Herr zu sein“ erlebte, lernte die Bourgeoisie zum ersten Mal den Alptraum kennen, ihr Privileg, Herrscher dieser Welt zu sein, zu verlieren... Die Kommunarden konnten den Traum, “ihr eigener Herr zu sein“, nur ungefähr zwei Monate aufrechterhalten. Die FreiheitskämpferInnen verteidigten das Feuer der Freiheit, das sie in Paris angezündet hatten, gegen die Belagerungen und Angriffe der Konterrevolutionäre mit ihrer ganzen Kraft; jedoch reichte dieser heldenhafte Widerstand nicht aus, um die Kommune weiter am Leben zu erhalten und sie wurde vernichtet.
Die Kommunarden leisteten mit aller Kraft Widerstand, und Tausende von ihnen wurden im Barrikadenkampf getötet oder an die Wand gestellt. Nach der Zerschlagung der Pariser Kommune löste sich die I. Internationale auf. Einige Jahre nach ihrer Auflösung erreichte der Klassenkampf einen neuen Höhepunkt, woraufhin der II. Internationale gegründet wurde.
Obwohl die II. Internationale im Vergleich zu den I. Internationale von breiteren Massen getragen wurde und aus mehreren ArbeiterInnenorganisationen bestand, war sie vor allem als eine internationale föderale Organisation, weit davon entfernt, eine zentrale Weltpartei zu sein. In nicht zu langer Zeit hat die Führung der II. Internationale die revolutionäre Politik Stück für Stück aufgegeben und eine reformistische Politik verfolgt; im Jahre 1914 wurde mit dem Offenen Totalen Imperialistischenkrieg , den die westlichen imperialistischen Mächte ausgelöst hatten, um den Weltmarkt und die Erdoberfläche neu aufzuteilen, der Verrat an den revolutionären Gedanken vollzogen. Statt gegen den Offenen Totalen Imperialistischenkrieg den revolutionären Krieg zu organisieren, stimmten einige nationale Sektionen, an erster Stelle die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, für den Kriegsetat der Regierungen der Bourgeoisie und entschieden, ihr “Vaterland zu verteidigen“.
Auf diesen Verrat der II. Internationale, haben Lenin, Trotzki, R. Luxemburg und K. Liebknecht zusammen mit einer kleinen Minderheit, entgegengesetzt der klassenversöhnlichen Linie der II. Internationale, die Parole des Klassenkampfes hochhebend, die klassenversöhnlichen Linie der II. Internationale angeprangert. Jedoch konnten sie den Verrat der II. Internationale nicht verhindern. Die Führung der II. Internationale hatte das Ziel “Arbeiter aller Länder vereinigt euch“ durch das Ziel “Arbeiter aller Länder vereinigt euch in Friedenszeiten, vernichtet euch aber im Krieg“ ersetzt und mit der Bourgeoisie vereint.
Es waren die Jahre des Offenen Totalen Imperialistischenkriegs. Angst und Hoffnungslosigkeit herrschten über das Leben. In dieser hoffnungslosen Zeit des Krieges und der Angst, erhob sich in einer nicht erwarteten Region der Erde ein Geist... Dieser Geist war genau derjenige, der das erste Mal 1848 in Europa umging und sich 1871 in der Pariser Kommune erhob und seine Feinde in Angst versetzte. Es war der Geist des Kommunismus.
Diese neue Ära begann mit der Oktoberrevolution 1917. Die führenden Revolutionäre der neuen Ära bewegten sich, den Traum, den sie in einer Zeit der Morgenröte im sowjetischen Erdteil träumten, der gesamten unterdrückten Menschheit zu verbreiten. Denn sie wußten, daß die Zukunft des Freiheitstraumes vom werden eines Traumes der Unterdrückten der ganzen Erde abhängig ist. Ferner glaubten fest daran, wie auch an ihren Traum, daß ein Freiheitstraum in einem Land geträumt werden kann, aber nur wenn er ein gemeinsamer Traum der ganzen Unterdrückten der Erde wird, verwirklicht werden kann. Weil dessen Traum die gemeinsame Befreiung der unterdrückten Menschheit bedeutete. Die Hoffnung verbreitete sich in kürzester Zeit, wurde aber nicht erfüllt... Der mit der Oktoberrevolution von 1917 entstandene revolutionäre Aufschwung ging vor allem durch den Verrat der deutsche Sozialdemokratie bzw. der Führung der II. Internationale nach der geschlagenen deutschen Revolution zurück. Mit der totalen internationalen Isolation trat das Sowjetland zusätzlich in eine Phase des Bürgerkriegs. Die revolutionäre Führung der Oktoberrevolution begann mit dem Aufbau der III. Internationale, welche die Weltrevolution führen sollte, während sie gleichzeitig unter den schweren Bedingungen der Isolation die Revolution gegen die Konterrevolutionäre verteidigte. Daraufhin proklamierten sie 1919 die III. Internationale.
Die Proklamation der III. Internationale fand ohne zwei führende Persönlichkeiten der internationalen kommunistischen Bewegung, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, statt und müsste seinen Weg ohne diese revolutionären internationalistischen KämpferInnen weiter gehen. Denn diese zwei KommunistInnen wurden durch die verräterische deutsche Sozialdemokratie umgebracht.
Die Sowjetrevolution führte über drei Jahre lang einen Krieg gegen die einheimischen Kollaborateure und die internationale Bourgeoisie, welchen sie gewann. Der Krieg war gewonnen, aber der Preis dieses Krieges war sehr hoch. Die Industrie und Landwirtschaft wurden lahmgelegt, ein großer Teil der klassenbewussten ArbeiterInnen während des Krieges an der Front getötet.
Die Sowjetrevolution, die gegen die Bourgeoisie den Krieg gewonnen hatte, wurde mit einem tödlichen Angriff erneut erschüttert... Der Angreifer hatte sich während des Bürgerkrieges gestärkt, sein Messer geschliffen und auf den richtigen Moment gewartet... Schließlich war er gekommen. Der Angreifer zog sein Messer und stach ins Herz der Revolution. Die angreifende Kraft war die Bürokratie; der Chef der Bürokratie war ein Kind der Revolution, das Stalin hieß. Als ob sich die Geschichte wiederholte... Wie bei der französischen Revolution begann auch die sowjetische Revolution, ihre eigenen Kinder zu vernichten. Dieser Angriff gegen die Sowjetrevolution sollte vernichtender sein als die vorhergehenden, und die Wunden, die er hinterließ, sollten nicht einfach zu heilen sein. So geschah es auch. Die gesamten ideologischen und politischen Stellungen der WeltarbeiterInnenklasse wurden durch den Bürokratischen Apparat eingenommen, die theoretischen Werte des Marxismus verfälscht und eine Konterrevolution in den Köpfen verwirklicht. Das ganze hatte auch eine physische Dimension, die die Grenzen der Sowjetrepublik überschritt: Millionen von Menschen wurden getötet, ins Exil geschickt oder in anderer Weise Opfer des massiven Staatsterrors. All dies war nur die eine Seite des Thermidors, welcher den Stalinismus schuf. Die andere Seite der Konterrevolution war die Erstickung der internationalen Revolution. Denn die internationale Revolution hätte die Entmachtung der sowjetischen Bürokratie bedeutet, und mußte deshalb verhindert werden. Und so geschah es auch.
In den Jahren 1921-1927 entwickelte sich besonders in Italien, Deutschland, Frankreich, England, China u.a. eine neue revolutionäre Welle, die sowohl den Kapitalismus als auch die sowjetische Bürokratie bedrohte. Als Reaktion darauf gelang die Kollaboration zwischen der Sowjet-Bürokratie und der internationalen Bourgeoisie, um diese revolutionäre Bewegung zu stoppen. Nachdem die internationale Revolution erstickt wurde, folgte eine konterrevolutionäre Bewegung: In Italien kam der Faschist Mussolini an die Macht und in Deutschland gewann die NSDAP immer mehr an Bedeutung. Der Aufruf Trotzkis, eine Vereinigung der Kräfte aller ArbeiterInnenorganisationen mit den Sozialdemokraten einzugehen, um die faschistische Bewegung zu stoppen, wurde nicht wahrgenommen. Stalin erklärte die Sozialdemokraten zu Sozialfaschisten, und daher zum eigentlichen Feind, und befahl die Angriffe gegen die Sozialdemokratie zu richten. Diese verräterische Politik brachte die deutschen Faschisten 1933 an die Macht. Nun begann ein erneuerter Countdown zum neuen Offenen Totalen Imperialistischenkrieg.
Am Vorabend des Offenen Totalen Imperialistischenkrieges brach die Spanische Revolution aus. Dort gewann die “Volksfront“ 1936 die Wahlen und gründete die “Regierung der Volksfront“. Der erste Schritt der neuen Regierung war es, die angefangene spanische Revolution innerhalb der Grenzen der Bourgeoisie zu halten. Aber diese Grenzen wurden durch die ArbeiterInnenklasse, die bei den Wahlen die Volksfront aktiv unterstützt hatte, in kurzer Zeit überschritten. Trotz der Regierung enteignete die ArbeiterInnenklasse die Kapitalisten und nahm die Betriebe unter ihre Kontrolle. Die ArbeiterInnen gingen also trotz Franco, der Bourgeoisie, der Unterdrückung durch die Stalinisten und der Manipulation der Regierung der “Volksfront“ ihren eigenen Weg. Mit anderen Worten, sie taten das, was sie von den Kommunarden der Pariser Kommune und den Verwirklichter der Sowjetrevolution 1917 gelernt hatten. Die Reaktion der spanischen Herrschenden (Bourgeoisie, Großgrundbesitzer, Militär, Kirche), die noch nicht mal den Wahlsieg der “Volksfront“ ertrugen und ihre Regierung nicht anerkennen wollten, war gegenüber den Aktionen der Arbeiterklasse sehr entschieden und hart. Erneut wurden die Kriegsglocken geläutet, Bajonette wurden aufgepflanzt, Geschosse wurden in die Gewehrläufe geschoben; der spanische “Bürgerkrieg“ hatte eine derartige Dynamik, die nicht nur das Schicksal der SpanierInnen, Katalanen und Basken, sondern vielleicht das aller Unterdrückten der Welt bestimmen konnte. Eigentlich war Spanien für jeden die letzte Chance, die letzte Warnung. Der Stalinismus benahm sich auch hier seiner Natur entsprechend und begann eine neue Liquidation und Vernichtungsbewegung an der revolutionären Front. Der Faschismus, der mit dem Sieg über Spanien eine weitere Stellung erlangte, bekam die wichtigste Auszeichnung von Stalin: diese Auszeichnung war der Hitler-Stalin-Pakt (Nichtangriffspakt).
Nun konnte Hitler-Deutschland den offenen Krieg beginnen, um die Weltherrschaft anzustreben. Dafür hatte Hitler alle Bedingungen zur Verfügung. Die revolutionären Kräfte hatten nichts mehr in der Hand. Weder eine Organisation, noch eine Führung noch Hoffnung... Die revolutionären Kräfte der Welt empfangen den Offenen Totalen Imperialistischenkrieg ohne starke Widerstandskräfte.
Der einzige Aufruf zum revolutionären Krieg gegen den Offenen Totalen Imperialistischenkrieg kam in dieser Zeit von der revolutionär-marxistischen Bewegung unter Trotzkis Führung...
Unter den damaligen Bedingungen, unter denen das Geschreie der Geier alles übertönte, war es der Ruf eines Schwanes, der die Herzen der Widerstand Leistenden gegen die Unterdrückung warm werden ließ. So ist es auch geblieben. Trotzki sah voraus, daß durch die Ereignisse von 1933 der WeltarbeiterInnenklasse ohne revolutionäre Führung ein Zusammenbruch drohte, weil die III. Internationale gänzlich unter der konterrevolutionären stalinistischen Führung stand, vor allem, daß die WeltarbeiterInnenklasse sich in der Krise einer revolutionären Führung befand, welche notwendigerweise gelöst werden mußte. Deshalb rief er zu einer neuen revolutionären Internationale auf, woraufhin 1938 die IV. Internationale verkündet wurde. Die Verkündung der IV. Internationale war nur der erste Schritt... Dieser wurde in einer Zeit unternommen, wo die imperialistische Kriegshetze ihren Höhepunkt erreichte. Auf der einen Seite der Front befanden sich das imperialistische System und die stalinistische Bürokratie, die sich in einem schicksalhaften Bündnis befanden. Auf der anderen Seite der Front befand sich eine geschlagene ArbeiterInnenklasse, die ihre gesamten Stellungen verloren hatte, und die IV. Internationale mit ihren einigen Hundert KämpferInnen, die versuchten diese ArbeiterInnenklasse auf die Füße zu helfen. Die IV. Internationale wurde also in einer geschichtlichen Phase verkündet und konnte daher die Entwicklungen in keiner Weise beeinflussen. Trotzkis Vermutung, daß der Offene Totale Imperialistischenkrieg sowohl das Ende der Sowjetbürokratie als auch des Kapitalismus sein werde, hat sich leider nicht bestätigt. Der Krieg endete mit der Niederlage des deutschen Faschismus; das revolutionäre Weltproletariat hatte jedoch auch nicht gewonnen. Die einzigen Gewinner waren das internationale imperialistische System und die stalinistische Sowjetbürokratie, die mit den alliierten Kräften (U.S.A., England, Frankreich) ein Bündnis eingegangen war, nachdem die Armeen Hitlers die Sowjetunion angriffen hatten. Das Bündnis zwischen der Sowjetbürokratie und der westlichen Allianz war sowohl gegen Nazi-Deutschland als auch gegen die Armen auf der Erde gerichtet und basierte auf den gegenseitigen Herrschaftsinteressen... Dies war eine Ironie der Geschichte, denn dieses Bündnis wurde zwischen dem Imperialismus, den Eltern des Faschismus, und dem bürokratischen System unter der Führung von Stalin, dem Kind der Revolution, eingegangen.
Die siegreichen alliierten Mächte teilten die Welt neu auf und waren im Gegensatz zu Trotzkis Vermutung aus dem Krieg stärker hervorgegangen. Die stalinistische Bürokratie wurde zur Herrscher nicht nur der Sowjetunion, sondern auch des Systemblocks aus ihren neuen Satellitenstaaten. Der Imperialismus hingegen restaurierte sich durch einen Krieg, der sein Untergang hätte sein können. Damit ging er in den Augen der Unterdrückten als Sieger und “Retter der Menschheit“ aus diesem Krieg hervor. Nach 1945 begann ein ineinandergreifender und tragischer Prozeß, der für die Minderheit der Welt „FRIEDEN“ und für die Mehrheit der Welt PERMANENTER KRIEG bedeutete; dieser Prozeß herrschte bis 1989 über das Leben. In diesem Prozeß entstanden drei verschiedene Fronten: Einerseits die Bourgeoisie und das westliche Proletariat, das historisch mit der Bourgeoisie verfeindet ist, aber für seine Sonder-Interessen mit seinem historischen Feind eine Schicksalsgemeinschaft eingeht. Andererseits die stalinistische Bürokratie, die gegen den Imperialismus kämpfen muß, um ihre Vormachtstellung aufrecht erhalten zu können, gleichzeitig aber auch gegen die Gefahr, einer neue revolutionäre Strömung entstehen könnte; sie sieht mit dem Imperialismus indirekt schicksalsverbunden aus, ist jedoch direkt verbunden. An der dritten Front befinden sich die Schwarzen der Erde, also die „les sans culottes“. An dieser schwarzen Front konnte das Feuer des Aufstandes nie gelöscht werden. Dieses Feuer konnte sich jedoch aufgrund des Verrates des westlichen Proletariats und der stalinistischen Bürokratie im Osten auf der gesamten Erdoberfläche nicht zu einer Feuersbrunst entzünden. Im Jahre 1989 wurde die Befürchtung Trotzkis, die er damals, vor 65 Jahren aussprach, “entweder politische Revolution oder die Restauration des Kapitalismus“ historisch bestätigt. Leider war es nicht die politische Revolution, die sich verwirklichte, sondern die kapitalistische Restauration. Die stalinistische Bürokratie hatte nach etwa 65 Jahren die kapitalistische Restauration vollendet und sich zu einer ausbeuterischen Klasse etabliert.
Die Veränderungen, die in der Sowjetunion und in den Ostblockstaaten im Jahre 1985 unter der Führung von Gorbatschow geplant waren und 1989 verwirklicht wurden, bedeuteten im eigentlichen Sinne keine Revolution, wie in manchen Kreisen interpretiert wurde; im Gegenteil, es handelte sich um eine Art Fusion der internationalen Bourgeoisie mit der Stalinistischen Bürokratie, die die Errungenschaften der Oktoberrevolution für ihre Zwecke raubte und die politische Konterrevolution verwirklichte. Weil die Bürokratie Antikommunismus mit Antistalinismus gleichsetzte, wurden dechiffrierte Bürokraten, wie Ceausescu in Rumänien, Zivkow in Bulgarien und Jaruzelski in Polen aus ihren Positionen beseitigt.
Die Herrschaft, die sie sich in der Vergangenheit gewaltsam angeeignet hatten, haben sie nach 1989 durch persönlich organisierte Massenbewegungen “wiedererlangt“. Somit hat die Bürokratie ihre Macht erneut legalisiert, gestärkt und schließlich gefestigt. Die “öffentlichen“ Reichtümer in Form von Boden, Industrien und Arbeitskräften, die bis gestern noch durch die Bürokratie angeblich im Namen der Öffentlichkeit kontrolliert, jedoch durch sie willkürlich genutzt wurden, wurden durch Gesetze, die nach 1989 erlassen wurden, privatisiert und zum Kauf angeboten. Durch die Kooperation mit dem internationalen Kapital überführten sie die als “öffentliches Eigentum“ geltenden Reichtümer und Betriebe in ihr eigenes Eigentum. In diesem Sinne wurde 1989 die wirtschaftlich Seite der politischen Konterrevolution, die vor 65 Jahren durch die stalinistische Bürokratie begonnen wurde, vervollständigt. Was sich also im Jahre 1989 verwirklichte, war die Vermutung Trotzkis, die er 65 Jahre zuvor aufstellte: “entweder die politische Revolution oder die kapitalistische Restauration“. Was verwirklicht wurde, war nicht der Traum von den Weltsowjetrepubliken, sondern der von den Weltbananenrepublik der Bourgeoisie... Der Untergang der Ostblockstaaten brachte die Neuaufteilung der Welt auf der internationalen Ebene auf die Tagesordnung. Es ist richtig, daß der internationale Kapitalismus 1989 einen politischen Sieg davontrug, alle Ebenen dominierte und seinen Herrschaftsbereich erweiterte, aber es gab auch eine andere Wahrheit: der stalinistische Apparat, der 65 Jahre lang die internationale ArbeiterInnenklasse kontrollierte, die internationale Revolution im Keim erstickte und daher dem internationalen Imperialismus unvergessene Dienste erwiesen hatte, existierte nicht mehr...
Mit dem Untergang der Ostblockstaaten wurde die weltweite Machtbalance, die von der Existenz dieser Staaten abhing, erst erschüttert und schließlich zerstört. Die imperialistische Reorganisierung wurde begonnen. Diese Phase bedeutete für die Regionen außerhalb des Westens eine erneute Aufteilung und Plünderung und verursachte auch eine größere Verarmung der ArbeiterInnen in diesen Regionen. Anderseits verursachte dieser Prozess auch innerhalb der Grenzen des Westens elementare Veränderungen der Verhältnisse. Hier wirkte sich die Reorganisierung im alltäglichen Leben für die ArbeiterInnenklasse als Abbau der sozialen Sicherung mit dem Verlust von vielen sozialstaatlichen Leistungen, im Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Lebenshaltungskosten aus. Das Ergebnis war, daß die “Soziale Sicherheit“ und der breite Wohlstand, die beide Ausdruck des “Sozialstaates“ sind, auf den Operationstisch gelegt wurden.
Daraufhin entstand im Westen Empörung. Die westliche ArbeiterInnenklasse machte sich daran, den “Sozialstaat“, der ein Verrat an dem Armen dieser Welt bedeutete, zu verteidigen. Die Bourgeoisie, die ihre Existenz nur durch die Vernichtung der Reichtümer auf der Erde erhalten und fortführen kann, hat nach dem Offenen Totalen Imperialistischen Krieg (dieser Krieg wird nach der herrschenden imperialistischen Geschichte als II. Weltkrieg bezeichnet!!!) den Traum der Sozialdemokraten, die Strategie des “Sozialstaates“ verwirklicht. Diese Strategie integrierte die westliche ArbeiterInnenklasse in das System, verhinderte sowohl eine mögliche revolutionäre Gefahr, die von ihnen ausgehen könnte, und führte zu ihrem Verrat an der WeltarbeiterInnenklasse. Diese neue Kriegsstrategie bedeutete viele Jahre lang wirtschaftlichen und “sozialen Wohlstand“ für die westliche ArbeiterInnenklasse; für die Armen dieser Erde bedeutete es jedoch eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe. Und das wiederum machte die westliche ArbeiterInnenklasse zu den Verbündeten der Herrschenden. Das heißt, der Sozialstaat ist eine Medaillon mit zwei Seiten, was für die Menschen der “weißen“ Welt einen sozialen und ökonomischen Wohlstand bedeutet, ist zugleich das Verhängnis der Unterdrückten dieser Welt, im Sinne eines sozialen und ökonomischen Untergangs und Zerfalls.
Die Bourgeoisie hatte also mit dem Reichtum, das sie international geplündert und ausgebeutet hatte, der westlichen ArbeiterInnenklasse, einen hohen Lebensstandard zugestanden; als Gegenleistung dafür hat sich die westliche ArbeiterInnenklasse statt sich mit seinem historischen Verbündeten, der WeltarbeiterInnenklasse, zu vereinen, mit seinem Klassenfeind, der Bourgeoisie verbündet. Es ist aber nun am Ende angelangt. Die Bourgeoisie kündigte ihren langjährigen Verbündeten kündigen.
Nach ihrem Triumph 1989 entschied sich das internationale System der Bourgeoisie, den “Mythos des Sozialstaates“ mit einerfeuchtem Händedruck aus seinem Dienst zu entlassen. Die westliche Arbeiterklasse, die fest an die Unendlichkeit ihres “Wohlstandes“ glaubte, spürte nun den kalten Atem des Sklaventreibers auf ihren Nacken, wollte und will jedoch weder das Ende des Sommers noch den Einbruch des kalten Winters wahr haben. Doch der Sommer ist vorbei, die Arbeit des “Sozialstaates“ verrichtet und der Winter unumgänglich.
Die neue Reorganisierung des weltweiten Kapitals machte folglich auch neue Spaltungen und aus den Spaltungen heraus neue Wiederverbindungen notwendig; eine Expansion nach außen erforderte eine Verengung im inneren und ist auch die notwendige Konsequenz des Kapitalismus.
Die imperialistische Bourgeoisie entschied, ihr langjähriges Bündnis mit der westlichen ArbeiterInnenklasse einseitig zu kündigen. Benachteiligt durch die Kündigung, ist die westliche ArbeiterInnenklasse wieder auf der Bühne der Geschichte erschienen. Doch dieser Auftritt richtet sich bezüglich ihrer Ziele und ihres Charakters gegen die allgemeinen Interessen der ArbeiterInnen dieser Welt.
Die westliche ArbeiterInnenklasse geht aus der eigenen Perspektive heraus für ihren “Wohlstand“ und “soziale Gerechtigkeit“ auf die Straße, was für die Unterdrücktesten dieser Welt jedoch Armut und soziale Ungerechtigkeit bedeutet, also um den “Sozialstaat“ zu verteidigen und ihre Kollaboration mit der Bourgeoisie fortzuführen. Jedoch ist der Mythos vom “Sozialstaat“ zu Ende. Weder die Bourgeoisie noch die westliche ArbeiterInnenklasse kann diesen Prozeß aufhalten und das Rad der Geschichte zurückdrehen.
Der Prozess geht weiter. Die Reorganisation des Kapitalismus macht es notwendig Partei zu ergreifen, wobei eine Konfrontation unumgänglich wird. Obwohl eine Konfrontation und die Notwendigkeit, Partei zu ergreifen, unvermeidbar sind, und obwohl die Massenproteste in nächster Zeit ein Zeichen setzen werden, werden die gestellten Forderungen von kurzsichtiger Natur sein und keinen langfristigen allgemeinen politischen Charakter aufweisen.

 

Wo müssen die KommunistInnen gegen die heute herrschende Lebensform stehen und wie müssen sie sein?


Der Kapitalismus, der auf einer Gesamtheit von Ungerechtigkeiten basiert; besteht mit anderen Worten aus der Spaltung der Menschheit im herrschenden Sinne, also ihrer Spaltung zwischen oben und unten. Diese kann nur durch den Kampf von unten nach oben, im revolutionären Sinne spaltend und wieder zusammenschließend, abgeschafft werden.
Die Spaltungen im herrschenden Sinne sind die zwischen Frauen und Männer, Homosexuellen und Heterosexuellen, unterdrückenden “Nationen“ und unterdrückten “Nationen“, unterdrückenden Klassen und unterdrückten Klassen, “einheimischen“ ArbeiterInnen und immigrierten ArbeiterInnen usw. Die herrschenden Kräfte innerhalb dieser Gruppen erhalten ihre Privilegien und die Bedingungen, die dazu führten, durch die Unterdrückung ihrer Gegner aufrecht. Während die unterdrückende Klasse, also die Bourgeoisie, sich politisch als Staat organisiert, geht sie mit anderen privilegierten gesellschaftlichen Kräften ein Bündnis ein und setzt auf die gesellschaftlichen Widersprüche.
Die übrigen unterdrückten gesellschaftlichen Kräfte führen diese Kollaboration nicht weil sie reingelegt wurden, sondern weil es ihren momentanen und historischen Interessen entspricht. Selbstverständlich ist das Bündnis dieser Kräfte nicht von langer Dauer, denn es existiert auch innerhalb dieser Kräfte keine Dauerhaftigkeit. Zum Beispiel bilden die Männer gegen Frauen eine Einheit; z.B. sobald sie sich in ihren Verhältnissen als Arbeiter und Unternehmer gegenüberstehen existiert eine Kollision auch unter den Männern. Ähnlich ist das Verhältnis zwischen der unterdrückenden “Nation“ und der unterdrückten “Nation“; während die unterdrückende “Nation“ gegen die unterdrückte “Nation“ eine Einheit bildet, ist sie in sich keine Einheit, denn sie besteht aus den vielfältigsten Widersprüchen. Einer der Gegensätze in der Gesellschaft drängt sich permanent aufgrund seiner historischen, gesellschaftlichen oder klassenspezifischen Position und Forderung in den Vordergrund und fängt an, die Spaltungen, Polarisierungen und Gegensätze in der Gesellschaft zu bestimmen. Entsprechend eines momentanen Interesses kann die rückständigste Kategorie mit der historisch revolutionärsten Kategorie oder Klasse an der gleichen Front nebeneinander stehen - wie am Beispiel des Nebeneinanderstehens von der Bourgeoisie und der ArbeiterInnenklasse der unterdrückenden “Nation“ gegenüber der unterdrückten “Nation“. In einer solchen Situation ist es nicht unsere Aufgabe die Tatsachen zu verschleiern und das im historischen Sinne Revolutionäre davon abzubringen, seinem Feind ähnlich zu sein. Wenn aber eine “unbewußte“ Schuldhaftigkeit vorhanden ist, müssen wir dafür kämpfen, die zum Instrument dieser Schuld gemachten aufzuklären und Partei für die unterdrückte und sich historisch im Recht befindende Gruppe zu ergreifen; und wenn es sein muß gegen unsere historischen Verbündeten zu kämpfen. Im Leben, in dem sich alles bewegt und sich alles verändert, sind die Gegensätze miteinander verflochten, jedoch im ständigen Kampf miteinander. Das unveränderliche revolutionäre Gesetz ist, die revolutionäre Dynamik zu erkennen und auf ihrer Seite zustehen. Heute stehen wir Zuständen gegenüber, wo z.B. die türkischen ArbeiterInnen auf der Seite ihrer eigenen Bourgeoisie stehen und sich im Krieg gegen die kurdische nationale Befreiung stellen; die ArbeiterInnen in der Schweiz in einem Referendum für einen freien Waffenhandel stimmen um den eigenen Wohlstand zu wahren, obwohl sie wissen, daß mit den verkauften Waffen Mensch und Natur vernichtet werden; der Forderung nach Trennung, um den Reichtum, der sich im Norden angehäuft hat, nicht teilen zu müssen wie z.B. zwischen Nord- und Süditalien, Nord- und Südmexiko. Angesichts einer solchen Situation könnte von einer irregeleiteten, manipulierten ArbeiterInnenklasse geredet werden. Doch eine solche Herangehensweise würde bezüglich des Verstehens und Eingreifens in die Situation nichts aussagen. Letztendlich ist das Handeln der Menschen durch ihre momentanen Bedürfnisse und ihr momentanes Bewußtsein bestimmt. Die Menschen handeln in dem Moment nach den Erfordernissen ihrer Bedürfnisse und ihrem Bewußtsein. Das Bewußtsein der Menschen verändert sich mit den Veränderungen der Bedürfnisse und die Bedürfnisse verändern sich mit den Veränderungen des Bewußtseins. Entsprechend dieser Wechselwirkungen agieren die Menschen entweder revolutionär oder konterrevolutionär. Aus genau diesem Grunde bildet die westliche ArbeiterInnenklasse mit ihrer Bourgeoisie, also ihrem historischem Feind, eine “Schicksalsgemeinschaft“. Als Gegenargument könnte nun der Kampf der deutschen ArbeiterInnenklasse gegen das “Sparpaket“ bzw. der Generalstreik der französischen ArbeiterInnenklasse 1995 genannt werden. Wenn wir die Welt aus der Perspektive der privilegierten Weißen betrachten, können wir von einem Kampf der westlichen ArbeiterInnenklasse sprechen. Betrachten wir die Welt aus der Perspektive der Schwarzen, sind jedoch diese Kämpfe, ihren Forderungen und ihrem Charakter nach, gegen die allgemeinen Interessen der ArbeiterInnenklasse gerichtet.

Es sind Kämpfe der Weißen ArbeiterInnenklasse, um ihre kurzsichtigen materiellen sonder Interessen zu sichern. Der Grund für den heutigen Kampf der westlichen ArbeiterInnenklasse gegen die Bourgeoisie ist die einseitige Kündigung des bislang vorhandenen “Friedens“ oder der “Partnerschaft“ durch die internationale Bourgeoisie. Die westliche ArbeiterInnenklasse will mit ihrem Kampf diesen “Frieden“ wiedererrichten. Sie möchten ihren Anteil an der internationalen Ausbeutung als Schweigegeld wiederhaben, und damit die jahrzehntelange Komplizenschaft mit ihrer Bourgeoisie weiterführen. Vergleichen wir die Bewegung der Einheimischen von Mexiko, ihre Forderungen und ihre historische Rolle, die sie wahrgenommen haben, mit dem Kampf der westlichen ArbeiterInnenklasse, wird deutlich, daß die Einheimischen von Mexiko wesentlich revolutionärer sind. Während die westliche ArbeiterInnenklasse dafür kämpft ihren Wohlstand aufgrund der internationalen Ausbeutung aufrechtzuerhalten, verkörpern die indigenen Einheimischen von Mexiko den Kampf gegen die ausbeuterische Weltordnung und gegen seine neue Kriegsstrategie NAFTA. Die eine Bewegung setzt sich für den Erhalt einer bestehenden, ausbeuterischen Weltordnung ein, während die anderen einen unerbittlichen Kampf eben gegen die bestehende Weltordnung führen.
Die herrschenden Verhältnisse sind gekennzeichnet durch Konflikte, Durcheinander, Konfrontation und Spaltung; gegen diese Lebensbedingungen ist die Aufgabe der KommunistInnen, die Berechtigung derer zu betonen und jene zu verteidigen, die in diesem Augenblick ein Kampfpotential darstellen, und die deswegen gegen das Bestehende kämpfen müssen, und an ihren berechtigten Kämpfen teilzunehmen, denn die KommunistInnen müssen mit diesen Kämpfen eine Verbindung zu einer allgemeinen Bewegung für die gemeinsame Befreiung der unterdrückten Menschheit schaffen.
Die herrschende Lebensform und Geschichte entstand als Resultat einer Vielzahl von Kämpfen bzw. wurde durch sie geschaffen. Um sie zu ändern, müssen die KommunistInnen zweifelsfrei folgendes akzeptieren: um das Existierende zu zerschlagen und an seiner Stelle ein neues Leben zu organisieren, ist es notwendig, eine Vielzahl von Kämpfen zu führen.
Die Menschheit ist durch ständige Spaltung zu der geworden, die sie heute ist; versklavt und einander versklavend. Der Zusammenschluß der Menschheit als freie Individuen erfordert ihre erneute Spaltung, und letztendliche Verbindung. Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Herrscher diese Welt gespalten. Sie versklavten, indem sie spalteten.
Die KommunistInnen, die heute gegen das Sklavensystem kämpfen, müssen gegen die herrschende Spaltung die erneute Spaltung propagieren, aber dieses Mal um frei zu werden und um als freie Individuen sich zusammenzuschließen. Der Weg geht dahin, die Glieder der Kette, voneinander zu trennen, und bei dieser Trennung ist das revolutionärste Glied das schwächste der Kette.
Diese Glieder sind die “les sans culottes“ dieser Erde, die nichts zu verlieren haben, die erniedrigt werden; der Platz der KommunistInnen muß an der rebellischen Seite der Menschheit sein.

Die revolutionäre Spaltung und der erst durch diese Spaltung ermöglichte neuerliche Zusammenschluß ist notwendige Bedingung gegenüber der heute herrschenden Lebensform.

Was sollen die Prioritäten und Verpflichtungen der KommunistInnen sein?


Statt „gleicher Rechte“ Schicksalsverbundenheit mit den Armen dieser Welt


Die Grundforderung der EinwandererInnen in den industriell entwickelten Ländern ist heute die gleichberechtigte Teilnahme an den Privilegien des Westlers und damit am Wohlstand, der in der Hand des Westens ist und der auf der Ausplünderung der Erde und der Ausbeutung der schwarzen Menschheit basiert. Sie fordern damit also ein gleichberechtigtes Teilhaben an der Schuld.
Die EinwandererInnen sind ein Teil der Armen dieser Erde, denen es gelungen ist an die Grenzen des reichen Westens heranzukommen, und die sich auf der Basis gleicher Rechte mit der weißen Welt zusammenschließen möchten, obwohl die weiße Welt die Ursache für ihre Verarmung, ihren Hunger, die Kriege, Krankheiten und Zerstörung ihrer „Heimat“ ist. Sie beteiligen sich somit am Verrat an den Armen dieser Erde. In einer solchen Situation in der mit der Forderung nach „gleichen Rechten“ eine Beteiligung an den Privilegierten der Erde angestrebt wird, muss die Aufgabe der KommunistInnen die Gewinnung der EinwandererInnen für den Befreiungskampf der armen Menschheit sein.

 

Um die allgemeinen Interessen der WeltarbeiterInnenklasse zu erkämpfen und deren internationalistisches Bündnis zu schaffen, Kampf gegen die Sonderinteressen der westlichen ArbeiterInnenklasse


Ohne den Kampf gegen die Sonderinteressen der westlichen ArbeiterInnenklasse können die allgemeinen Interessen der WeltarbeiterInnenklasse nicht erkämpft werden. Mit anderen Worten: solange die westliche ArbeiterInnenklasse nicht aufhört, für ihre eigenen Sonderinteressen an den Armen der Welt Verrat zu begehen, wird sie im internationalistischen Sinne nicht an der Seite der WeltarbeiterInnenklasse kämpfen und im Westen eine sozialistische ArbeiterInnenrevolution verwirklichen. In diesem Sinne müssen die KommunistInnen gegenüber dieser Wahrheit, als Bedingung einer revolutionären Verbindung zwischen der westlichen ArbeiterInnenklasse und den Schwarzen der Welt, die allgemeinen Interessen der WeltarbeiterInnenklasse gegen die Sonderinteressen der westlichen ArbeiterInnenklasse verteidigen.

 

Kampf gegen den “Sozialstaat“ der für den weißen Erdteil „soziale Gerechtigkeit“ und Wohlstand bedeutet und für die schwarze Welt Armut und Ungerechtigkeit


Die Vorbedingung für die Verwirklichung der historischen Schicksalsgemeinschaft zwischen der westlichen ArbeiterInnenklasse und der ArbeiterInnenklasse der armen Länder zum gemeinsamen Kampf, ist die Beseitigung des „Sozialstaates“ der auf den gegenseitigen Interessen und dem Komplizentum zwischen der westlichen ArbeiterInnenklasse und der Bourgeoisie beruht. Der „Sozialstaat“ oder Wohlstand wird mit der Ausbeutung der Armen der Welt finanziert. Eine Verteidigung des „Sozialstaates“ heißt heute, die Aufrechterhaltung der Spaltung der ArbeiterInnenklasse im herrschenden Sinne und der heutigen Arbeitsteilung, die für die Mehrheit soziale Ungerechtigkeit darstellt. Es bedeutet also die Opferung der allgemeinen Interessen der WeltarbeiterInnenklasse für die Sonderinteressen der westlichen ArbeiterInnenklasse. Deshalb müssen die KommunistInnen, anstatt für den Erhalt der Privilegien der privilegierten Minderheiten, für Chancengleichheit, gleiche Rechte, Gerechtigkeit und für das Recht auf Leben für alle kämpfen.

 

Der Kampf gegen Maastricht und NAFTA


Die Berliner Mauer, die ungefähr ein halbes Jahrhundert als die Schandmauer bezeichnet und nach ihrem Fall zum Teil in Museen zum Gedenken an diese „Schande“ überführt wurde und der Rest an Touristen verkauft und sowohl durch die Touristen als auch durch die Medien auf der gesamten Erdoberfläche verteilt wurde, existiert heute nicht mehr.
Die weiße Welt, die erst gestern mit der Parole “Es lebe die Freiheit“ die “Schandmauer“ zu Fall brachte, errichtet heute mit einer verblüffenden Heuchelei unüberwindbare Mauern um die Armen in Südamerika, Afrika und Asien. Während die Europäische Gemeinschaft über ihre Grenzen hinaus Grenzen errichtet, um die Menschen, für deren Armut sie mitverantwortlich ist, zu hindern, in ihr Imperium zu gelangen, bauen die USA vom Atlantik bis zum Pazifik entlang der mexikanischen Grenze eine unüberwindbare Mauer.
Mit der Errichtung der Mauer um die arme Menschheit wird versucht die Menschen, deren Rohstoffe man seit Jahrhunderten ausbeutet und sie zur Armut und Vernichtung verurteilt, daran zu hindern am reichen und luxuriösen Leben des Westens teilzunehmen. Die “sozialistische“ Linke im Westen diskutiert über die negativen Konsequenzen von Maastricht und NAFTA (die errichteten Mauern um die arme Menschheit) für die Menschen in Europa, und fordert einen noch sozialeren Staat für die westliche Welt. Die westliche Linke stellt sich aus der Sicht des Westens gegen die genannten Abkommen und fordert eine noch „sozialere“ westliche Welt. Mit dieser Haltung zeigt die westliche Linke ganz offen, wie rassistisch und eurozentristisch sie ist, und daß sie die Ereignisse nur aus der Sicht ihrer Sonderinteressen betrachtet. Die KommunistInnen, die für eine Welt kämpfen, die auf volle Gleichberechtigung und Freiheit beruht, müssen sowohl den Widerstandskampf der Armen gegen die neuen Kriegsstrategien Maastricht und NAFTA organisieren als auch gegen die rassistischen und eurozentristischen Praktiken der westlichen Linken einen Kompromißlosen Kampf gegen die Armen gerichteten führen.

 

Der Kampf für die weltweite Bewegungsfreiheit
der Arbeitskraft


Die KommunistInnen müssen entsprechend der kommunistischen Haltung und des kommunistischen Verständnisses neben der kompromisslosen Verteidigung der Bewegungsfreiheit der Arbeitskraft bzw. der praktischen Öffnung der Grenzen für die Armen der Welt, wogegen sich von der westlichen ArbeiterInnenklasse, die westlichen Arbeiterorganisationen bis zu den Konservativen, Sozialdemokraten, faschistischen Parteien, alle “Westnationen“ vereint mit einem “nationalen“ Geist einig sind, verkünden, dass ein/e eingewanderte/r Arbeiter/in ein Anrecht auf die Arbeit eines/r westlichen Arbeiters/in hat, wie ein/e westliche/r Arbeiter/in ein Anrecht auf die Arbeit eines anderen westliche/n Arbeiter/in hat und dass sie in Konkurrenz zueinander stehen hat. Wegen der Angst die westliche ArbeiterInnenklasse zu verlieren, argumentieren einige “linksradikale“ Organisationen, dass die ausländischen Beschäftigten die Arbeiten verrichten, die westlichen ArbeiterInnen nicht wollen. Die KommunistInnen müssen die beschämende und versteck-rassistische Haltung dieser Organisationen bloßstellen.
Mit den oben genannten Argumenten müssen die KommunistInnen die von den “Westnationen“ geschlossen abgelehnten EinwandererInnen und Flüchtlinge bedingungslos verteidigen. Die westliche Linke, die die genannten EinwandererInnen und Flüchtlinge als hilflose Menschen darstellen, die vor ihrem diktatorischen Regime, vor Krieg und Hunger flüchten mußten, was auf das “Gewissen“ der westlichen Öffentlichkeit gezielt ist, muss entlarvt werden. Die EinwanderInnen aus armen Ländern und die Flüchtlinge müssen gegenüber der feindlichen Haltung des Westens stets behaupten, daß der weiße Westen seit Jahren weit entfernt von Kriegen, Hunger, Armut und Angst lebt, dafür die Armen der Welt den Preis in Form von permanentem Erleben von Krieg, Hunger, Armut und Angst zahlen und die vom Westen in ihrer Existenz bedroht werden. Die EinwandererInnen sind einen Teil der Armen der Welt, die es geschafft haben, über die Grenzen des Westens zu gelangen. Die Bedingung für die Rückkehr der EinwandererInnen in “ihre Länder“ ist damit verbunden, daß die weiße Welt ihre Hände von den armen Ländern wegnimmt und die Reichtümer, über solange Zeit geplündert hat, den Armen der Welt zurückgibt.

 

Der Kapitalismus, Arbeit - Arbeitslosigkeit
und der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit


Der Kapitalismus ist ein Weltsystem, das auf Ungerechtigkeiten beruht und kann nur durch die Reproduktion dieser Ungerechtigkeiten existieren. In diesem System können am ökonomischen Wohlstand weder alle Menschen teilhaben, noch alle eine Arbeit und ausreichend Lohn bekommen. Und im Kapitalismus existiert die Arbeit nicht für den Menschen, sondern der Mensch existiert für die Arbeit. Der Kapitalismus hat die ArbeiterInnenklasse seit ihrem Bestehen immer in Beschäftigte und Nichtbeschäftigte gespalten. Diejenigen, die Arbeit hatten, wurden mit der Existenz der Arbeitslosen bedroht. Die Arbeitslosen wurden wiederum als Drohung gegen die Beschäftigten, als Mittel zum Streikbruch und als Lohndrücker benutzt und der Kapitalismus hat seine Existenz somit stets geführt. Das Kapital hat nicht nur die Front der ArbeiterInnenklasse in Beschäftigte und Nichtbeschäftigte, sondern gleichzeitig in “Rassen“, “Nationen“, “Geschlechter“ und Altersgruppen gespalten und sich vervollständigt. Die Arbeitslosigkeit, die bis gestern die EinwandererInnen, die unqualifizierten ArbeiterInnen und Frauen bedrohte, bedroht heute alle ArbeiterInnen.
Daran gibt es allerdings nichts Neues oder Verwunderliches. Genauso wie es unmöglich ist, daß die Arbeitslosigkeit unter den Bedingungen des Kapitalismus ihre Bedrohlichkeit verliert, wäre es im internationalen Maßstab verfehlt, zu erwarten, daß der Kapitalismus die Arbeitslosigkeit und die aus ihr resultierende Bedrohung abschafft und entspräche der Forderung an den Kapitalismus, sich gegen seine Natur zu verhalten.
Solange die politische und ökonomische Macht in der Hand des Kapitals ist, die ArbeiterInnenklasse die Spaltung innerhalb ihrer eigenen Reihen nicht überwunden und ihre eigene Herrschaft nicht errichtet hat, wird das Kapital die ArbeiterInnenklasse weiterhin mit Arbeitslosigkeit, werden Arbeit und Arbeitslosigkeit das tägliche Leben der Arbeitenden weiterhin bedrohen und bestimmen.
Die KommunistInnen müssen dafür kämpfen, daß im Sinne von Übergangsforderungen als dringendste “Lösung“ gegen die Arbeitslosigkeit die Arbeitsstätten unter Kontrolle der Arbeitenden vergesellschaftet, die Arbeitszeit reduziert, die vorhandene Arbeit unter Kontrolle der Gewerkschaften, der ArbeiterInnenorganisationen und der gewerkschaftlich/nicht-gewerkschaftlich organisierten ArbeiterInnenkommissionen verteilt wird und die Löhne durch gewählte ArbeiterInnenkomissionen festgelegt werden. Sie müssen, mit anderen Worten, dafür kämpfen, daß das Alltagsleben unter direkter Kontrolle der freien Produzenten organisiert wird, daß weder die Arbeit noch die Arbeitslosigkeit das Leben bedrohen, daß die Arbeitenden nicht Teil der Arbeit bleiben, sondern die Arbeit lediglich ein Teil des Lebens ausmacht, daß eine endgültige Lösung für ein kollektives Leben verwirklicht wird.

 

Der Mensch, die Erziehung/Bildung und
die Macht


Die heutige Menschheit besteht aus den sozialen Gruppen, in denen Spaltungen herrschen, wie jene zwischen Frau und Mann, Homosexuell und Heterosexuell, unterdrückende “Rasse“ und unterdrückte “Rasse“, unterdrückende “Nation“ und unterdrückte “Nation“, unterdrückende Klasse und unterdrückte Klasse usw. Und unter diesen Kräften hat sich die Bourgeoisie als eine Macht hervorgetan, die auf Gewalt basiert und politisch organisiert ist. Die herrschende Klasse hat durch die Schaffung ihrer eigenen Kultur und Erziehung, welche ihre Existenz bedingen, Menschen “geschaffen“, die ihren Bedürfnissen entgegenkommen. Sie hat die Menschlichkeit des Menschen gefangen genommen und ihn zu einem programmierbaren und Befehle ausführenden Wesen gemacht. Außerdem bezieht und begrenzt sich die Erziehung nicht nur auf die Bildung. Erziehung ist die Lebensphase, die dem Menschen mit seiner Geburt aufoktroyiert wird. Die erste “Basiserziehung“, die dem Menschen nach seiner Geburt durch die Familie und das gesellschaftliche Umfeld vermittelt wird, ist rassistisch, nationalistisch und sexistisch. Und die Schulen sind Kasernen, die zu den Stufen der “Basiserziehung“ hinzukommen und den Menschen normieren. Eine andere wichtige Seite der Schulen für die Herrschenden ist, daß hier den Ansprüchen der Herrschenden entsprechend Menschen großgezogen werden.
Bezüglich der Finanzierung von privater und öffentlicher Bildung: Alle Werte werden von den Arbeitenden produziert, alle Kosten werden durch sie beglichen. Es ist z.B. unmöglich, kostenlose Bildung zu praktizieren. Das heutige System ist eine international organisierte Macht und ist auf Ungleichheit gegründet... Daraus erklärt sich, daß eine große Mehrheit der Weltbevölkerung im Kindesalter arbeiten muß, damit sich eine kleine Minderheit bilden kann. Wiederum ist es diese Ungleichheit, die dazu führt, daß 90 % der Menschen in einem westeuropäischen Land lesen und schreiben können, während die Anzahl der Analphabeten in einem afrikanischen Land etwa 80 % beträgt. Als Ergebnis der Dialektik dieser Ungerechtigkeit erhebt sich eine „glückliche“ Minderheit zur Autorität über eine „unglückliche“ Mehrheit, der sie ihre Karriere verdankt, weil eben diese Mehrheit arbeitend die Werte schafft, die der Minderheit zu ihrem „Glück“ verhelfen. Die Werte, die die arbeitende Menschheit produziert, kehren als prügelnde, inhaftierende, unterdrückende Generäle, RichterInnen, PolizistInnen, ChefInnen zu ihr zurück.
Die KommunistInnen müssen nicht für die Forderung nach “kostenloser“ bzw. “guter“ Bildung, die den Menschen versklavt und diese herrschende Bildung in keiner Weise hinterfragt kämpfen. Sie müssen gegen ein Bildungssystem, das die Menschen für den Erhalt des kapitalistischen Systems ausbildet, sein; sie müssen für eine Gesellschaft des Wissens, der Wissenschaft und der freien Individuen kämpfen, in der jeder lebend, probierend und sich irrend nach seinem Wunsch bilden wird, dass jeder zur Wissenschaft und zum Wissen gelangen und davon Gebrauch machen kann; von der Philosophie bis zur Kunst, von der Literatur bis zur Mathematik in den allen “intellektuellen“ Gebieten, die nicht Berufe oder Privilegien bedingen, welche gegen andere ausgespielt werden können, sondern einen Teil des täglichen Lebens bilden.

 

Kampf um die Rechte der Kinder


Die Kinder bilden ohne jegliche Selbstverteidigungsorganisationen eine lautlose breite Masse in der Gesellschaft; die hin und her geschoben, die aus Respektgründen zur Unterwürfigkeit gezwungen, die bei unentgeltlichen Arbeiten ausgenutzt, die unter dem Namen Ausbildung für fast Nichts oder gar umsonst beschäftigt, über denen Entscheidungen getroffen, die gerichtet, die bestraft, belästigt, misshandelt und getötet werden; deren Leben unter der Hypothek der Erwachsenen und die des kapitalistischen Konsums sind.
Die Kinder, die in die Gesellschaft, die nach den Bedürfnissen der Herrschenden organisiert ist, auf die Welt kommen, werden in dieser Gesellschaft zu deren Zwecken vergiftet, indem ihnen die Werte, die über die Gesellschaft herrschen, aufgezwungen werden, und somit als Missionäre diese herrschende Werte fungieren. Und die werden von Geburt an verurteilt ein Leben zu leben, daß eigentlich gar nicht ihr eigenes ist.
Die KommunistInnen müssen, ohne es von heute auf morgen zu verschieben, sowohl ohne Zugeständnisse gegen die Ungerechtigkeiten, die in allen Bereichen im Leben auftauchen, an den Kindern kämpfen, als auch gegen den Zwang der Familie, der Gesellschaft und des Staates an den Kindern, ein Leben zu leben, daß nicht ihr eigenes ist entgegen treten. Und damit die Kinder die Entscheidungen die sie betreffen auch selber treffen können, muß als erste Voraussetzung die Gründung der Kinderparlamente hervor gebracht werden. Klar ist natürlich, daß unter den Kapitalismus, wie auch bei den anderen Unterdrückten, auch bei den Kindern der weg zur Freiheit verriegelt ist. Aber das bedeutet nicht, dass die heutige Situation der Kinder bis zur Niederlage des Kapitalismus akzeptiert werden soll. Ganz im Gegenteil; wie in allen Bereichen des Lebens, muß der Kampf um die Freiheit dauerhaft und ohne Zugeständnisse, auch im Bereich der Kinder weiter geführt werden. Und in diesem Kampf müssen die KommunistInnen, ohne zu zögern, ihren Platz einnehmen.

 

Militanten Kampf gegen die Zerstörung der Natur


Die KommunistInnen müssen die ökologischen Probleme nicht wie die gegenwärtigen Umweltbewussten wahrnehmen, die als Umweltbewußtsein das Retten der eigenen Haustür verstehen und die anstatt gegen den Kapitalismus zu kämpfen, der die Natur sowieso vergiftet, mit diesem die Entsorgungsmöglichkeiten des Giftes verhandelt, die keine Kampfperspektive gegen den Kapitalismus haben, der das Leben auf der Erde zur Vernichtung treibt, die dadurch utopisch nationalistisch sind und dem Kapitalismus neue Reflexe gewinnen lassen. Das Fundament der Vorgehensweise der KommunistInnen über die ökologischen Probleme muss die Realität zeigen, dass nämlich die tödlichen Zustände aufgrund des Kapitalismus herrschen, und dass die Rettung der Natur mit der Gründung des Sozialismus zusammen hängen.

 

Revolutionären Klassenkampf gegen
die imperialistischen Kriege und
der imperialistischen Rüstung


Die Imperialisten können ihre eigene Existenz nur durch die Kriege, die sie verursachen und durch die Rüstung, die sie benötigen, sichern: Dementsprechend stehen Kriege und Waffenproduktionen für die Imperialisten an erster Stelle in den lukrativen Geschäftsbranchen. Die Investitionen im Rüstungssektor haben mittlerweile beängstigende Dimensionen angenommen; so daß heute die existierenden Waffen
die Erde abermals zerstören könnten, so daß für die Rüstung in der Minute 1.7 Million Dollar
ausgegeben werden und daß mit dem Geld, was für ein Flugzeugschiff gezahlt wird, 400 tausend Menschen sich ernähren könnten. Eine andere erstaunliche Dimension der Waffenrüstung ist, daß ungefähr 50% der WissenschaftlerInnen auf der Welt im Rüstung Sektor tätig sind.
Die Kriege aber waren schon immer in der Geschichte der Herrschenden da. Die Geschichte der Herrschenden selbst ist eine Geschichte der Kriege. Unterdrückung, ungerecht-unterschiedliche Behandlung, Ausbeutung, Not und Armut in irgendeinem Bereich im Leben auf der Erde bedeutet Krieg. Also in der Geschichte der Herrschenden war Krieg immer da und so lange die Herrschenden die Geschichte und das Leben beherrschen, ist es unvermeidbar. Gerade heute hat der Krieg, wie nie zuvor in der Geschichte, verbreitete, vielseitige und alles zerstörende Eigenschaften angenommen. Dementsprechend herrscht auf jedem Erdteil, außer der westlichen Welt, ein permanenter Krieg; nur im Irak starben in den letzten acht Jahre, durch das Embargo, was eines Kriegsmethoden der Imperialisten war, ungefähr eine Million Kinder; im Iran – Irak Krieg, daß durch die Aufhetzerei der Imperialisten entstand, starben über eine Million Menschen und wieder im Krieg zwischen den Bahutus und den Batutsis, der durch die organisatorische Vorgehensweise erzeugt wurde, ist die Bilanz der letzten sehn Jahre ungefähr, 1,5 Millionen Tode, Millionen Verletzte und verstümmelte Menschen und Hunderttausende Vertriebene. Kriege im Bosnien, Tschetschenien, Kurdistan, Palästina, Eritrea, Kosovo und noch andere... Wenn dies die Situation ist, wie müßten die KommunistInnen handeln?
KommunistInnen können nicht Frieden und Abrüstung verlangen, indem sie einmal im Jahr an den Demonstrationen, die anlässlich des “Weltfriedenstages” stattfinden, teilnehmen.
Weil der Frieden und der Rüstungsabbau nicht gefordert, sondern nur realisiert werden kann. Die Realisierung des Friedens und des Waffenabbaus, kann in erster Linie durch die Entwaffnung, die Enteignung der Eigentümer und der Entmachtung der Bourgeoisie und durch die Eliminierung der Probleme, die auf der Erde zu Krieg führen, bewerkstelligt werden. Der Weg zum Erfolg in dieser Problematik führt nicht an irgendwelchen Friedensforderungen, sondern an den Krieg gegen die Verursacher der Kriege vorbei. In diesem Zusammenhang müsste die Haltung der KommunistInnen, um eine Welt ohne Waffen und ein universellen Frieden zu schaffen, die Organisierung einer Kriegsfront, dessen Ziel die Entwaffnung, die Eigentumsenteignung und die Entmachtung der Bourgeoisie ist, sein.

 

Die freiheitlichen Bewegungen als Auflehnung und Antwort auf die herrschende Spaltung
der Gesellschaft und die Haltung
der KommunistInnen zu diesen Bewegungen:


Der “Befreiungs- Kampf der Frauen ist ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg der Befreiung der unterdrückten Menschheit


Die Frauen sind wegen der patriarchalischen Spaltung in der Gesellschaft in jedem Bereich des Lebens die Benachteiligsten der Benachteiligten. Sie sind also doppelt versklavt. Die Versklavung der Frauen bildet einen Grundstein in der Versklavung des Menschen. Solange die Frauen, die mehr als die Hälfte der Menschheit ausmachen, nicht frei sind, kann auch die absolute Befreiung nicht möglich werden.
In diesem Sinne ist die feministische Bewegung entstanden, die als Auflehnung gegen das organisierte patriarchalische Leben, das gegen die Frauen gerichtet ist, eine freiheitliche Bewegung und unverzichtbar auf dem Weg zu einer gleichberechtigten Gesellschaft. Obwohl die Frauenbewegung wegen ihrer Haltung gegen das patriarchale Leben eine freiheitliche Bewegung ist, ist sie bezüglich ihrer Ziele eine gleichberechtigte Sklavinnenbewegung. Sie ist eine Bewegung, die ihrem männlichen Unterdrücker gleichgestellt sein will, genauso “frei“ sein möchte wie ihre Unterdrücker, das Ziel hat, gleichberechtigte Sklavin zu werden. Obwohl die Frauenbewegung (eine Ausnahme bilden die sozialistischen Feministinnen, die ein Bestandteil dieser Bewegung sind) eine freiheitliche Bewegung der Berechtigten ist, besitzt sie keine völlige gleichberechtigte und freiheitliche gesellschaftliche Lebensperspektive. Denn ein freiheitliches und gleichberechtigtes Leben ist nur durch die Befreiung der menschlichen Arbeitskraft, des Körpers, des Träumens und Denkens möglich.
Obwohl die Frauenbewegung eine relative freiheitlichen Perspektive besitzt und sich für die Interessen eines bestimmten Teils der Gesellschaft einsetzt, ist sie wie manche behaupten, nicht eine Bewegung, die die Bewegung der ArbeiterInnenklasse spaltet; im Gegenteil sie ist eine Bewegung, die sich gegen die herrschende männlich-sexistische Spaltung der Gesellschaft von oben nach unten richtet und sich für einen Zusammenhalt und Zusammenschluß auf der Basis der “Gleichheit“ einsetzt. Daher ist es für die KommunistInnen unverzichtbare muss, auf der Seite des Frauenbefreiungskampfes zu sein, der einen wichtigen Grundstein in der unterdrückten Menschheitsbefreiung bildet.

 

Der Kampf für die Befreiung der unterdrückten “Nationen“ von dem Joch der unterdrückenden “Nationen“


Der “Nationalstaat“ und die nationale Frage sind ihrem Charakter entsprechend “Wert“ und Problematik, erschaffen vom Kapitalismus.
Die Bourgeoisie organisiert sich in herrschenden “Nationalstaaten“. Diese von oben nach unten herrschende Organisation läßt den Benachteiligten nichts anderes übrig als den von unten nach oben geführten Nationalen Befreiungskampf. Obwohl die Nationale Befreiungsbewegung bezüglich ihres Charakters und ihrer Ziele eine bürgerliche Bewegung ist, ist sie dennoch eine Bewegung der Unterdrückten und Berechtigten, weil sie nicht unter dem Joch der herrschenden “Nation“ leben will und weil sie gegen eine herrschende Spaltung ist, die nur dem Vorteil des herrschenden “Nationalstaates“ dient.
Solange die Befreiungsbewegung der unterdrückten “Nation“ gegen die herrschende Spaltung agiert und sich nicht als herrschender “Nationsstaat“ organisiert, um sich in einen unterdrückerischen Apparat zu verwandeln, trägt sie einen fortschrittlichen Charakter. Unabhängigkeit und Befreiung im nationalen Sinne ist natürlich im wahrsten Sinne des Wortes, keine wirkliche Befreiung. In diesem Sinne bedeutet diese Freiheit gleichberechtigte SklavInnen zu sein.
Die KommunistInnen müssen radikal und bedingungslos den Nationalismus der unterdrückten “Nation“ von demjenigen der unterdrückenden “Nation“ unterscheiden, und zweifellos müssen sie auf der Seite der unterdrückten “Nation“ sein und sich gegen den Nationalismus der unterdrückenden “Nation“ richten. Auf der Seite der unterdrückten “Nation“ zustehen bedeutet nicht gleichzeitig die politische Führung der unterdrückten “Nation“ bedingungslos zu akzeptieren. Denn die Führungen der Nationalen Befreiungsbewegungen haben einen bürgerlichen oder kleinbürgerlichen Charakter, und wenn sie Legitimität erlangt haben, geben sie ihre relativ “revolutionären“ Positionen auf, um eine konterrevolutionäre Rolle zu spielen. Trotz der relativ “freiheitliche“ Perspektive von Nationalen Befreiungskämpfen müssen die KommunistInnen ohne zu zögern ihren Platz neben den Freiheitskämpfen der unterdrückten “Nationen“ einnehmen; zum einen, weil diese Kämpfe ein Ausdruck der Legitimität der unterdrückten “Nation“ gegen die herrschende Lebensform ist, und zum anderen, damit sich die Unterdrückten der unterdrückenden “Nation“ befreien können.
Während die KommunistInnen ihren Platz neben den “nationalen Befreiungskämpfe“ einnehmen, müssen sie gleichzeitig für die Gewinnung dieser Bewegung für eine staatenlose, klassenlose, grenzenlose, gottlose und herrschaftslose Welt kämpfen, um sie zu einem Teil der sozialistischen Revolution zu machen, welches ein Bestandteil der sozialistischen Weltrevolution bildet.

Die Auflehnung der Homosexuellen
ist ein unverzichtbarer Bestandteil
des Freiheitskampfes der unterdrückten Menschheit.


Die Lebensform der heterosexuellen Auffassung, die sich in allen Lebensbereichen festgesetzt hat, herrscht in Staat und Gesellschaft und terrorisiert die Homosexuellen beider Geschlechter. Die Homosexuellen, die seit der Geschichte der Herrschenden gegen diesen Terror einen Existenzkampf führen, beginnen sich neuerdings selbstständig zu organisieren und treten in Form einer Revolte auf die Bühne der Geschichte. Diese Revolte ist ein Herausforderung gegenüber Rückständigkeit und Diskriminierung, die in der Gesellschaft tief verwurzelt sind. Deshalb ist der Kampf, den die Homosexuellen gegen die Diskriminierung führen, ein Beitrag für den Kampf für ein Leben ohne Privilegien und Diskriminierung und gegen die Aufspaltung der Gesellschaft im herrschenden Sinne.
Die KommunistInnen müssen ohne zu zögern einen Kampf gegen die Erniedrigung und Unterdrückung der Homosexuellen durch die herrschenden Heterosexuellen führen.

 

Kampf um die Rechte der Behinderten und gegen das Unrecht an ihnen


Das größte Hindernis an die Behinderten in der Geschichte der Herrschenden ist und war die Gesellschaft, in der sie leben und gelebt haben. Dieses Gesellschaftshindernis ist das einzige Hindernis, was die Behinderten nicht überwinden konnten. Für die Gesellschaft sind die Behinderten manchmal Verdammte, manchmal Überflüssige, manchmal Gottes Strafe an die Familie und manchmal Mitleidbedürftige. Sie sind erniedrigt, vertrieben, verprügelt, verdammt, verbrannt und bemitleidet worden.
Die KommunistInnen müssen gegen das Unrecht, die Gewalt und das Erniedrigen, das Behinderten erlitten und noch erleidet, ohne Zugeständnisse kämpfen. Und sie müssen sich an dem Kampf der Behinderten, für die Chancengleichheit und für Organisationsmöglichkeit ihres eigenen Lebens, beteiligen.

Jenseits des ersten und/oder letzten Wortes


Vor 150 Jahren appellierte der Bund der KommunistInnen an die ArbeiterInnen aller Länder, sich zu vereinigen, denn sie hatten nichts zu verlieren außer ihren Ketten und eine Welt zu gewinnen. In diesen vergangenen hundertfünfzig Jahren wagten die ArbeiterInnen überall auf der Welt, ihre Ketten zu sprengen und erreichten auch sehr viel. Aber durch die Intrigen der stalinistischen Bürokratie, Sozialdemokratie und Gewerkschaftsbürokratie, die Inbesitznahme der Errungenschaften durch diese, die Spaltungen in den eigenen Reihen und nicht zuletzt durch die Eingriffe der Bourgeoisie haben die Mehrheit der ArbeiterInnen an allen Fronten eine schwere Niederlage erfahren und schließlich ihre erkämpften Errungenschaften zum größten Teil verloren.
Der Kapitalismus setzt seine Existenz durch die Vernichtung alle materiellen und geistigen Werte fort.
Heute sterben in den armen Ländern dieser Erde jährlich ungefähr fünfzehn Millionen Kinder an Hunger, hungerbedingten und sogar einfachen Krankheiten, die im weißen Kontinent nicht einmal mehr als Krankheiten gelten. Somit sterben innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren so viele Menschen wie während des Offenen Totalen Imperialistischen Krieges, welcher zwischen 1939 - 1945 wütete. Fünfzig Prozent der in armen Ländern lebenden Menschen verbrauchen heute täglich soviel Kalorien, wie täglich in den Konzentrationslagern während der Nazizeit. In unserem Zeitalter ist die Menschheit einer globalen Vernichtungsgewalt ausgesetzt, die sich im letzten Jahrhundert nicht einmal die phantasiereichsten Philosophen vorzustellen vermochten; sie sind konfrontiert mit der Gefahr eines Atomkrieges, mit ökologischen und ökonomischen Katastrophen, mit Hunger, mit hungerbedingten Krankheiten und Massensterben. Die historischen VorkämpferInnen für den Sozialismus haben ihn als eine befreiende Folge des Kampfes gegen ein versklavendes kapitalistisches System und unvermeidlich, um das freie Leben zu erreichen, betrachtet. Heute hingegen, da der Kapitalismus die Erde insgesamt an die Schwelle der Vernichtung gebracht hat, bedeutet der Sozialismus jenseits eines freien Lebens die Vorbedingung für den Fortgang des Lebens auf der Erde überhaupt.
Die vorhandenen materiellen und technischen Voraussetzungen reichten als vor hundertfünfzig Jahren, um eine tausend Mal gerechtere Gesellschaft zu organisieren, als das, was heute existiert. Trotzdem ist die weltweite ArbeiterInnenklasse aufgrund weitreichender Spaltungen zwischen den privilegierten weißen ArbeiterInnen und den schwarzen ArbeiterInnen und aufgrund des Fehlens einer internationalen revolutionären Führung weit davon entfernt, eine gerechtere Gesellschaftsordnung als vor hundertfünfzig Jahren aufbauen zu können. Natürlich ist diese Spaltung nichts neues, denn sie hat einen historischen Hintergrund. Solange dieser historische Hintergrund nicht verstanden wird, kann die heutige Spaltung und Niederlage der ArbeiterInnenklasse nicht überwunden werden.
Den Grundstein für die Entwicklung des Kapitalismus und für die Anhäufung des existierenden weißen kapitalistischen Reichtums, bilden die kolonialisierten Gebiete und die gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf den kolonialisierten Gebieten versklavten Menschen. Die Kolonialisierung des schwarzen Kontinents durch die Weißen und die Versklavung der Armen des schwarzen Kontinents wurde durch folgende Ideologie legitimiert: Nach dieser gehören die Menschen des weißen Kontinents einer überlegenen „Rasse“ an, und somit war es ihr „Schicksal“, der Herrscher der Menschheit zu sein. Nach dieser weißen, rassistischen Ideologie sind die schwarzen Menschen dazu verdammt, als Sklaven geboren zu werden und als Sklaven zu sterben.
Die Herrschenden haben sich durch die Ausplünderung der schwarzen Gebiete und durch die Versklavung ihrer Menschen Reichtum angeeignet. Indem sie ihrer weißen ArbeiterInnenklasse ein Stück von ihrem Kuchen abgaben, schafften sie sich damit eine breitere soziale Basis. Um die weißen ArbeiterInnen nicht versklaven zu müssen, mußten die Menschen aus dem schwarzen Kontinent versklavt werden. Mit anderen Worten: während der Mensch des schwarzen Kontinents versklavt wurde, wurde der Mensch der weißen Welt zum modernen lohnabhängigen Sklaven befördert.
In den nächsten Jahren wurden die Sklaven der schwarzen Welt zum modernen lohnabhängigen Sklaven, also zu ArbeiterInnen aufgewertet. Die weißen ArbeiterInnen wurden von ArbeiterInnen zu ArbeiterInnenaristokraten. Dass die Sklaven von gestern zu modernen Sklaven von heute wurden, führte nicht zu einer Verbesserung ihrer Lebenslage. Ganz im Gegenteil setzt der Kapitalismus die Armen der Menschheit der Gefahr einer totalen Auslöschung aus.
Das eine ist sicher: Das Weiterbestehen von Leben auf der Erde ist nur mit der Abschaffung des globalen kapitalistischen Systems möglich.
Um dem Kapitalismus, das Leben auf der Erde als Ganzes an die Schwelle des Abgrunds treibt, ein Ende zu bereiten, ist heute die Gründung einer internationalistischen revolutionären Weltpartei notwendiger denn je. Nur unter der politischen Führung einer revolutionären Weltpartei wird der Kampf der ArbeiterInnen (Frauen, Männer, Homosexuelle) für ein selbstbestimmtes Leben und eine freiheitliche Gesellschaft weniger kompliziert, verständlich und wird verständlicher.
Der Kampf für die Verwirklichung der Freiheitsideale, der seinen ersten Niederschlag vor hundertfünfzig Jahren im Kommunistischen Manifest, dann in der Pariser Kommune und schließlich in der Oktoberrevolution fand, muss zum Ziel und zum Grund der politischen Existenz der KommunistInnen werden. Für den Sozialismus, also für die Befreiung vor der totalen Vernichtung und für die Organisierung einer Lebensweise, die auf Gleichheit und Freiheit beruht, ist es noch nicht zu spät... Aber auf dem Weg zur totalen Vernichtung des Lebens auf der Erde ist es bereits Fünf vor Zwölf!!!