Die Oktoberrevolution 1917:
Der Beginn und das Ende der Legitimität

„Die russische Revolution war in der Geschichte der Arbeiterklasse ein lebensnotwendiges Moment. Es hat uns gezeigt, was möglich ist. Das müssen wir feiern, aber beim feiern müssen wir uns von den Mythos befreien und Wege aufsuchen, um die Fehler zu vermeiden.“ Andrew Flood

Seit der Oktoberrevolution, mit anderen Worten, zehn Tage, die die Welt erschüttert hat, sind nämlich neun mal zehn Jahre vergangen.
Aber die Diskussion über die Oktoberrevolution, über die Regierung, die die Oktoberrevolution hervorgebracht hat und über die Legitimität der Machenschaften dieser Regierung dauert immer noch.
Es sieht auch so aus, dass diese Diskussionen lange Jahre noch andauern werden.
Wir sind auch in diesem Prozess parteiisch und werden auch weiterhin parteiisch bleiben.
Deshalb möchten wir auch aus unserer Sicht über die Oktoberrevolution eine Eintragung in die Geschichte machen.
So dass wo und wie wir dazustehen, klar werden. Und in diesem Text werden wir versuchen das darzulegen.


Im Jahr 1917 und die Revolution fängt an

Obwohl die Russische Revolution, als eine Voraussicht seit Jahren das Diskussionsthema war, wurde sie dennoch in einen unerwarteten Moment für alle revolutionären Organisationen und allen herrschenden Mächten plötzlich ausgebrochen.
Die politische Streikwelle beginnt, in den Fabriken von Petrograd finden die Arbeiterratswahlen statt.
Die von der Arbeiterklasse begonnene Revolution, führt zum Sturz des Zarismus und an die Stelle kommt die bourgeoise Regierung.
Obwohl die Arbeiterklasse die Revolution begonnen hatte und die Macht nicht ergriffen hat, erntete die Bourgeoise die Früchte davon.
Fast die ganze revolutionäre Bewegung zusammen mit der Bolschewistischen Partei betrachteten diese Ereignisse als was ganz natürliches und ziehen vor (bevorzugten) als Zuschauer zu sein .Während die Bourgeoise ihre eigene Regierung durch die Errungenschaften der Revolution aufbaute.
Natürlich war diese Haltung der revolutionären Bewegung nicht ein zufälliger Zustand.
Hinter dieser Haltung stand die Auffassung „der Etappenweisen Revolution“.
Noch im Jahre 1905 waren schon die Menschewiken und die Bolschewiken über den Charakter der zukünftigen Revolution einig, nämlich dass diese Revolution eine bourgeoise Revolution sein wird und ihr Charakter auch bourgeoise sein würde.
Der Unterschied zwischen den Bolschewiken und Menschewiken bestand darin: die Menschewiken sagten, dass die Bourgeoise an der Reihe ist die Revolution zu machen und was zu machen ist, ist die Arbeit der Bourgeoise zu erleichtern, hingegen sagten die Bolschewiken nur, dass die Bourgeoise nicht die revolutionäre Dynamiken besaß um die eigene Revolution zu machen, und so sollte diese Aufgabe auch deshalb unter der revolutionären Diktatur der Arbeitern und der Bauernschaft erledigt werden.
Trotz dieses Unterschiedes sahen auch die Bolschewiken den Charakter der Revolution als bourgeoise vor.
Die Bolschewiken, zumindest die Mehrheit der Bolschewiken, die sich in Russland befanden, wollten trotz dieses Unterschiedes nur Zuschauer sein, während die Bourgeoise die Macht ergriff.
Diese Haltung der Bolschewiken dauerte bis Lenin am Bahnhof in Pedrogrand rief:
„Die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen Revolution besteht darin die Provisorische Regierung zu stürzen und dem Übergang der Macht in die Hände des Proletariats und der sich ihm anschließenden ärmsten Teile der Bauernschaft zu übergeben und den ersten Schritt zur sozialistischen Weltrevolution zu machen. Warten würde bedeuten die Arbeiterklasse zu verraten.“
Ab diesem Datum fing eine heftige Diskussion an zwischen Lenin mit seiner geringen Zahl von Genossen und der Mehrheit der bolschewistischen Partei und Lenin konnte letztendlich die Mehrheit der bolschewistischen Partei für seine Auffassung gewinnen.
Ab diesem Zeitpunkt fing auch die bolschewistische Partei mit den Vorbereitungen des Aufstandes an, um ein Nebeneinander von Parlament (Duma) mit seiner provisorischen Regierung unter Kerenski und den Arbeiter- und Soldatenräten (den Sowjets) mit ihren Exekutivkomitees zu beenden, nämlich die Doppelherrschaft.
Im Verlauf kennzeichneten sich die Kämpfe zwischen den Bolschewiken, die die Machtergreifung verteidigen und die Menschewiken mit dem Zentrum, die den verbleib der Bourgeoise an der Macht verteidigen und die revolutionären Massen hinter denen anfügen wollen.
Aufgrund der unaufhörlichen Diskussionen konnte kein Ergebnis erzielt werden und immer noch zu Warten raubte die Energie der revolutionären Arbeiterklasse und führte zur Verstärkung der Bourgeoise und zur Zeitgewinnung um die revolutionären Stellungen anzugreifen.
Die Bemühungen der Sowjets und die Organisationen in den Sowjets, für einen Aufstand zu überzeugen, bedeutete für die Demokratisierung unter den Stiefeln der Contrarevolution zerdrückt zu werden.

Lenin erklärte in einen Brief, den er von seinem Versteck in Finnland zu seinen Genossen geschickt hat, so:
„Eine Verzögerung wird die Geschichte den Revolutionären nicht verzeihen, die heute siegen können (und heute bestimmt siegen werden), während sie morgen Gefahr laufen, vieles, ja alles zu verlieren.“ (12–14 September 1917, Lenin)

Anstatt diese Schuld auf sich zu nehmen, haben die Bolschewiken auf die Demokratisierungsprinzipien verzichtet und am 25. Oktober den Winterpalast umzingelt und erobert. Nun war die ganze Macht in den Händen der Sowjets.
Wenn die Bolschewiken nicht die Winterpalast gestürmt hätten und die Provisorische Regierung nicht beendet hätten, wären ihre Schicksale wie die der Spartakisten unter der Führung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sein und auch nicht anders sein als die der deutsche Revolution.
Das es natürlich die Voraussicht von Lenin war und nicht von den anderen revolutionären Gruppen und auch nicht die der Bolschewiken wie Zinoviyev und Kamenew, welche sie nicht vorsehen und nicht begreifen konnten.
Selbst Trotzki, der aus der Verbannung nach Russland zurückkehrte, der vor Lenin den Slogan „Alle Macht den Sowjets“ rief, konnte es auch nicht begreifen und sagte, dass der Umsturzbeschluss des Provisorischen Regierung erst von den Sowjets beschlossen werden soll.
Später bewertet Trotzki diese Lage wieder und schrieb in die Geschichte diese Notiz:
„Lenin hatte Recht, wenn die Macht nicht sofort ergriffen worden wäre, wäre eine blutige Contrarevolution unumgänglich gewesen.“


Der Verlauf von der Februar Revolution 1917
bis zur Oktoberrevolution 1917 :
Der Beginn von Legitimität

Es ist auch von dem bis hier her geschriebenen ersichtlich, dass die Linie von Lenin von Februar 1917 bis zum 25 Oktober 1917 richtig ist und wir stehen an der Seite dieser Linie.
Sowohl der Linie, welche die Bolschewiken während des Aufstandes vom Februar1917 bis zum 25 Oktober1917 verteidigten, und als auch ihre angenommenen praktischen Haltungen, sind ganz legitim.
Damit eine Bewegung Legitimität bekommt, sind nach unserer Auffassung zwei grundlegende Punkte bedeutend.
Der erste Punkt: Dass Sie an der Seite der Unterdrückten und Ausgebeuteten waren und gegen die Unterdrücker und Ausbeuter sind.
Der zweite Punkt: dass diese Bewegung die Interessen der Unterdrückten und Ausgebeuteten vertritt und für seine Befreiung auch nicht zulässt, dass andere Unterdrückte und Ausgebeutete den Preis für sie bezahlen.
Wenn wir von diesen Punkten ausgehend betrachten, dann sehen wir, dass die Verarmten Massen an denen sich die Bolschewiken stützen, ihre legitimen Rechte nutzten und setzen sie für ihre eigene Befreiung ihre eigenen Willen ein, um die Regierung, die für ihre Verarmung und für ihre leiden verantwortlich war, zu stürzen. Und die Bolschewiken stützen sich auch an diesem Willen.
Gleichzeitig sehen wir auch, dass die Verarmten und die Ausgebeuteten, um sich von dieser Sklaverei zu befreien und für ihre eigene Befreiung tätig wurden, nicht zuließen, dass andere Unterdrückte und Ausgebeutete den Preis für sie bezahlten. In diesem Fall ist es absurd irgendwelche Diskussion zu führen, ob es legitim war oder nicht.
Die Unterdrückten und Ausgebeuteten brauchen keine Erlaubnis oder keine Zustimmung von irgendwelcher Behörde um die Herrn über ihr eigenes Leben zu werden und dafür tätig zu werden.
Eine Bewegung, die das Ziel hat um einen nicht legitimen Zustand zu beenden, hat eine Legitimität bis zum Ende, solange sie nicht dabei andere Unterdrückte und Ausgebeutete benachteiligt.


Die Oktoberrevolution 1917
und das Ende der Legitimität

In diesem Abschnitt werden wir versuchen darzulegen wo und wie die Oktoberrevolution zu einem nicht legitimen Boden gerutscht ist und wie sie angefangen hat ihre eigene revolutionären Dynamiken zu beenden.


a) Friedensvertrag von Brest-Litowsk

Die Oktoberrevolution oder wir nennen sie die Bolschewiken haben ihren ersten ernsthaften Fehler und Schuld begangen, in dem sie mit den imperialistischen Ländern einen Friedensvertrag in Brest-Litowsk unterzeichnet haben und dadurch ihre eigenen Ideen und Prinzipien verraten haben, auf den sie aufgestiegen sind.
Natürlich ist der Krieg langwierig und demgemäß auch ein Waffenstillstand oder der Rückzug aus taktischen Gründen oder auch mit anderen Mitteln weiterzuführen nötig.
Demzufolge was wir hier als die Fehler der Bolschewiken betrachten ist nicht der Frieden mit den Imperialisten.
Das ist ein anderes Diskussionsthema. Aber was wir hier eigentlich diskutieren wollen ist, ob die Bolschewiken ein Recht dazu hatten und welche Bedeutung dieser Frieden hat, hinsichtlich der Staatsauffassung von den Sowjets, Internationalismus und Weltrevolution.
Bekanntlich als die Bolschewiken noch immer über den Charakter der Revolution diskutierten, waren die Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten schon vorhanden.
Nämlich das was die Bolschewiken diskutierten, hatten schon die Arbeiter und die Soldaten verwirklicht.
Das was zu tun war, war nur noch den letzten Schlag zu versetzen und die Macht, die greifbar da stand, zu ergreifen.
Das haben die Bolschewiken auch gemacht.
Nämlich den Widerstand der Ausbeuterklasse wurde schon vor dem Oktober gebrochen und die herrschenden Klassen waren praktisch machtlos.
Wenn die Arbeiter und die landlosen Bauern die Ausbeuterklasse nicht machtlos gemacht hätten, indem sie einiger maßen ihre Eigentum enteignet haben, wäre es für die Bolschewiken nicht möglich gewesen den bourgeoisen Staatsapparat in einer Nacht zu stürzen, sogar fast ohne nennenswerten Widerstand und sonnst hätte die Ausbeuterklasse auch ganz starken Widerstand geleistet.
Aber dieser Umstand vermindert nicht in geringsten den Wert und die Bedeutung des Eingriffs von Bolschewiken.
Ohne den revolutionären Eingriff der Bolschewiken wäre das Contrarevolutionäre Vorgehen unumgänglich und auch die Zerschlagung der Revolution.
Bis zu diesem Punkt gibt es keine Frage.
Die Probleme entstanden nach und nach, als die Bolschewiken statt der Macht von den Sowjets, nämlich die Arbeiterklasse setzten sie die Macht der Bolschewistischen Partei und statt der Interessen von Weltrevolution setzten sie die Interessen von Russland ein.
Das erste Beispiel dafür ist der Friedensvertrag von Brest-Litowsk.
Die erste Frage besteht bei dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk darin, dass dieser Vertrag ohne die Zustimmung von Organen des Sowjets war sondern mit der Zustimmung von dem Zentralkomitee entstand.
Demzufolge auch nicht legitim war.
Wenn die Sowjets das Zentralkomitee von der bolschewistischen Partei dazu beauftragt hätte, hätten wir diesen Zustand nicht aus der Sicht der Bolschewiken diskutiert sondern in diesem Fall direkt aus der Sicht der Sowjets.
Vielmehr hinsichtlich dieser Sache welcher der Sowjet nicht beschlossen hatte, waren auch die Sozialrevolutionären, eine der Komponenten der Sowjets, heftig dagegen gewesen.
Außerdem entstand auch in der bolschewistischen Partei gegen diesen Vertrag eine ernsthafte Opposition.
Schließlich hat Lenin, mit Erfolg, bei den innerparteilichen Diskussionen die Mehrheit überzeugt und abschließend mit der Zustimmung der Mehrheit wurde der Friedensvertrag von Brest-Litowsk beschlossen.
Von hier aus betrachtet, können wir als erstes sagen: Dieser Vertrag ist nicht legitim, weil die Sowjets nicht zugestimmt hatten.
Wiederum von da aus sagen wir auch: Mit diesem Vertrag hatten die Bolschewiken den ersten Schritt für eigene Diktatur gemacht, denn anstelle des Arbeiterstaats sich selbst gestellt und anstelle der Diktatur der Sowjets die Diktatur der Bolschewiken gesetzt.
So haben sie auch die Pflastersteine für die Auffassung „der Diktatur der Klassenpartei anstelle nur der Klasse“, welche später von Stalin und seine Anhänger theorisiert wurde, schon in den Jahren 1918 gelegt.
Zur dieser Auffassung kamen sie durch die Begründung, „um die Revolution zu verteidigen, wenn die Umstände es notwendig machen, trotz der Arbeiterklasse, ist es möglich anstelle der Diktatur der Arbeiterklasse der Diktatur der Partei vor die Arbeiterklasse zu setzen.“
Das bedeutet auch wiederum, dass die Auffassung „anstelle der Diktatur der Arbeiterklasse der Diktatur der Partei (wenn es auch vorübergehend ist)“ zuerst von der bolschewistischen Partei in den Zeiten von Lenin und Trotzki zu Marxismus angesteckt wurde und nicht von Stalin.
Eine andere Bedeutung des Friedensvertrags von Brest-Litowsk ist, dass dies gegen die Auffassung vom Internationalismus und der Weltrevolution ist.
Jedoch sagte Lenin zu der Zeit: „Deutschland steht vor der Revolution, wenn die Beendigung der Friedensverhandlungen die Deutsche Bewegung weiterbringt, dann müssen wir uns für die deutsche Revolution opfern.“
Lenin sagt nicht nur das, sagt auch dass das Schicksal der russischen Revolution auch von der Weltrevolution und zumindest von der deutschen Revolution abhängt.
„Natürlich, der endgültige Sieg des Sozialismus in einem Lande ist unmöglich. Unsere Arbeiter und Bauern, die die Sowjetmacht unterstützen, sind ein Teil jener internationalen Armee…
… es ist eine absolute Wahrheit, dass wir ohne die deutsche Revolution verloren sind.“
(Dritter Gesamtrussischer Kongress der Sowjets der Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndeputierten 10.-18. (23.-31.) Januar 1918)
Die Bolschewiken haben im Jahre 1917 sich auf den Weg gemacht um mit der Weltrevolution in Russland zu beginnen. Wie der berühmte Historiker Eric Hobsbawm auch schildert:
„Denn die Oktoberrevolution, umfassender und kompromissloser als die Französische Revolution in ihrer Jakobinischen Zeit, hatte sich selbst mehr als ökumenischen denn als nationalen Prozess betrachtet. Sie war nicht dazu angetreten, Russland Freiheit und Sozialismus zu bringen, sondern der Welt zur proletarischen Revolution zu verhelfen. In den Köpfen von Lenin und seinen Genossen war der bolschewistische Sieg in Russland nur eine gewonnene Schlacht im weltweiten Feldzug des siegreichen Bolschewismus, und auch nur als solche zu rechtfertigen.“ (Eric Hobsbawm, Das Zeitalter der Extreme, S.80)

Wie der Historiker Eric Hobsbawm auch festgestellt hat, sahen die Bolschewiken die Russischen Revolution tatsächlich als eine Stellung der Weltrevolution an und wussten, dass der Weg um die Russischen Revolution zu verteidigen auch davon abhängt.
Aber statt diese Stellung für stärkere Angriffe zu organisieren, gerieten sie in Aufregungen um die Russische Revolution zu verteidigen.
Natürlich sollte die Russische Revolution verteidigt werden, aber der Preis dafür musste nicht die Abwendung von der Weltrevolution und der Internationalismus sein.
Nehmen wir mal für ein Moment an, dass die Verteidigung der russischen Revolution für die Interessen der Weltrevolution nötig war, aber in dieser Situation sollten zumindest die Sowjets und die internationalen kommunistischen Kräfte, die die Perspektive von Weltrevolution haben und dafür auch kämpfen und die Arbeiterklasse, die mit ihnen kämpft, dafür entscheiden und nicht allein die Bolschewiken.
Einerseits sagt Lenin „Deutschland steht vor der Revolution, wenn die Beendigung des Friedensverhandlungen die Deutsche Bewegung weiterbringt, dann müssen wir uns für die deutsche Revolution opfern.“
Aber andererseits wollte er unbedingt, um die Russischen Revolution zu verteidigen, mit dem Deutsche Imperialismus Frieden schließen, ohne die Zustimmung von den deutschen Kommunisten zu bekommen.
Frieden schließen mit den Imperialisten, ohne die Zustimmung von Spartakisten in Deutschland und den Kommunisten in Ungarn und Ostereich und ArbeiterInnen in diesen Ländern, die kämpfen, bedeutete demgemäß die internationale Revolution von hinten zu erdolchen.
Das Frieden schließen mit den Imperialisten in Brest-Litowsk bedeutete auch für sehr viele Bolschewiken als das Erdolchen von hinten der ArbeiterInnen, die in diesen Ländern kämpfen.
Lenins Versuche, um für den Friedensvertrag die Genossen zu überzeugen, wurde mit sehr heftigen Reaktionen begegnet.
Zum Beispiel, sagt Bucharin: „Den Diktat vom Deutschen Reich zu akzeptieren bedeutet, die österreichische Proletariat von hinten zu erdolchen.“
Ebenso Uritski, der Mitglied vom Zentralkomitee, sagt zu den Friedensvorschlag von Lenin, als er dagegen aussprach, folgendes: „Lenin betrachtet die Sache nicht aus der internationalistischen Perspektive sondern aus dem vom Russland.“
Teilweise geschah es auch so.
Als das Deutsche Reich seine Hände von der Front frei bekam, konnten den revolutionären Aufstand im inneren leichter erwürgen.
Wenn auch in Österreich nicht das gleiche war, wurde teilweise ein ähnliches Bespiel abgespielt.
Natürlich gab es auch andere Gründe, dass die Aufstände sowohl in diesem Land als auch in anderen Ländern nicht mit eine Revolution gekrönt wurde. Aber diese Gründe heben die Schuld von Bolschewiken nicht ab.


b) Die Machtübergabe von den Sowjets an die Bolschewiken oder von der Macht des Sowjets zur bolschewistischen Diktatur

Wie allgemein bekannt ist, hatte die Parole „Alle Macht den Sowjets“ die Bolschewiken die Mehrheit verschafft und der Wille dieser Parole zu verwirklichen.
Aber diese Entschlossenheit und diese Wille von Bolschewiken ging gleich nach der Machtübernahme mit seinen entstandenen Zaubern für immer verloren.
Zuerst erklärten die Bolschewiken die ganze Opposition als illegal und verboten und danach setzten sie anstelle der Macht von Sowjets die Macht der bolschewistischen Partei.
Würden die Bolschewiken versuchen das Ganze als eine Folge des Ausnahmezustands zu erklären und als vorübergehende Maßnahmen, würde das nichts erklären und das würde sie auch nicht rechtfertigen.
Nun wenn auch die Bolschewiken durch die Parole „Alle Macht den Sowjets“ die Mehrheit der Arbeiterklasse erlangt haben und die Macht ergriffen, danach um diese Parole zu verwirklichen die Versammlung des Sowjets ausgerufen haben, haben sie dennoch niemals versucht den Sowjet als eine Organ der Macht zu organisieren.
Nach der Versammlung des Sowjets wurde sie in kürze de facto funktionslos und die Entscheidungen wurden nicht von Sowjets getroffen sondern wurden zuerst von dem Politbüro der Bolschewiken festgestellt und danach durch das Zentralkomitee „beschlossen“. Und mit den Sowjets auch alle gesellschaftlichen Kräfte und die politischen Strömungen wurden auch gezwungen die Entscheidungen zu tragen.
Im nahmen der Arbeiterklasse wurden die Streiks von Arbeitern verboten. Die Ernten der Bauern wurden beschlagnahmt, die Arbeiterklasse wurde sowohl von der Organisierung der Produktion, als auch von der Bestimmung der Politik ausgeschlossen. Die Opposition wurde zuerst als illegal erklärend verboten und später ganz beseitigt.
Das merkwürdige an der ganzen Sache ist, dass das im nahmen des Interesses von der Arbeiterklasse und der Weltrevolution getan ist.
Wenn wir auch nur für einen Moment annehmen, dass die Bolschewiken bis zum Ende ehrlich waren und das ganze Getane auch recht ist, ist es dennoch unmöglich die Geschehnisse als legitim zu akzeptieren.
Es ist nicht legitim, weil das ganze Getane nicht von den Sowjets zugestimmt wurde.
Das ganze Getane wurde trotz des Sowjets gemacht, in dem die Sowjets ausgeschlossen wurden und anstelle der Macht der Sowjets die Macht der Partei gesetzt wurde.
Zu der Zeit von Lenin, das was als „Notwendigkeit“ oder „vorübergehende Maßnahmen“ erklärte Zustand, hat sich später festgesetzt, und zu der Zeit von Stalin als eine offizielle Auffassung von Marxismus erklärt und das zu kritisieren als Contrarevolution betrachtet und somit als Straftat bezeichnet.


c) die russische Nationalpakt

Vorab möchten wir einen Punkt unterstreichen. Wenn wir von der Oktoberrevolution reden, meinen wir eigentlich die bolschewistische Revolution.
Das Handikap der Oktoberrevolution, noch richtiger der Bolschewiken war, obwohl sie eine sehr starke internationalistische Auffassung hatten, dennoch an russische Grenzen sich gebunden haben.
Eigentlich begann die bolschewistische Revolution schwerpunktmäßig in Russland und von dort aus wurde sie dann in den Grenzen zaristischen Russlands verbreitet oder mit Gewalt getragen.
Was hatten wir vorher gesagt, dass die Bolschewiken in den Geografien verfügten, in dem das zaristische Russland herrschte.
Wenn auch die Bolschewiken die Prinzipien „das Selbstbestimmungsrecht der Nationen“ verteidigten, haben sie dennoch keine Rücksicht genommen, als der Zarismus stürzte und die Länder unter seine Besatzung unabhängig sein wollten.
Ein Beispiel für ihre Rücksichtslosigkeit ist die Auffassung der Bolschewiken hinsichtlich der Frage von Ukraine und Georgien.
Wie allgemein bekannt ist, haben die Bolschewiken nach dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk Ukraine an die Imperialisten übergeben, als ob es ihre Kolonie wäre.
Als das beschlossen wurde, haben sie nicht nach der Meinung der Bevölkerung von Ukraine gefragt und auch nicht die Zustimmung bekommen.
Einerseits sagen sie „das Selbstbestimmungsrecht der Nationen“ und andererseits bestimmen sie das Schicksal eines Volkes und verschenken es.
Das ist ein Zustand, der weder erklärbar, noch verteidigungswürdig und auch nicht akzeptierbar ist.
Aufgrund des Friedensvertrages mit den Bolschewiken, haben die deutsch-österreichischen Verbände 1918 Ukraine besetzt.
Als die Widerstandseinheiten unter der Führung von Anarchist Nestor Machno Dezember 1918 die deutsche Besetzung zerschlugen, konnten die Bolschewiken sich wieder nach Ukraine zu wenden.
Die Bolschewiken, nämlich die Rote Armee konnte gegen die Widerstandsbewegung unter der Führung von Nestor Machno totalen Angriff nicht leisten, wenn sie es auch wollten, denn sie kämpften mit der Weißen Armee unter der Führung von General Denikin und Wrangel und deshalb müssten sie mit der Widerstandsbewegung unter der der Führung von Nestor Machno immer wieder sich verbünden.
Aber diese gezwungene Bündniszeit dauerte nicht lange.
Die Einheiten der Weißen Armee wurden Ende 1920 völlig besiegt und zwischen der Bewegung unter der Führung von Nestor Machno und die Bolschewiken begannen den blutigen Krieg, der ungefähr ein Jahr dauerte.
Und die Bewegung unter der Führung von Nestor Machno wurde von der Roten Armee 1921 im Herbst zerschlagen.
Wenn auch die Vorgänge in Georgien sich ganz anders entwickelten als in der Ukraine, die Haltung der Bolschewiken war in der Frage von Georgien nicht anders, denn wie bei der Ukraine wurde das Schicksal von Georgien auch von den Bolschewiken bestimmt.
Durch die Umstürzung des Russischen Reiches mit der Oktoberrevolution haben auch die kolonisierten Länder angefangen seine Unabhängigkeit zu erklären. Eine von diesen Ländern war Georgien.
Gleich nach der Oktoberrevolution1917 hat Georgien seine Unabhängigkeit am 26 Mai 1918 von Russland erklärt.
Und nach der Unabhängigkeitserklärung wurde unter den Schutz des deutschen Reiches eine Regierung gebildet.
Obwohl die Unabhängigkeitsentscheidung des Georgiens vom Sowjetrussland Mai 1920 anerkannt wurde, konnte sie sich dennoch nicht von dem Besetzung der Roten Armee März1921 nicht retten.
Nach der Besetzung wurde Georgien zu der Transkaukasischen Demokratisch-Föderative Republik angeschlossen.
Wenn auch im Jahre 1924 ein breiterer Volksaufstand begonnen hat, wurde auch dieser Aufstand von der Roten Armee unterdrückt.
Georgien wurde mit der Verfassung von 1936 die 15. Republik der Sowjetunion mit den Namen Georgische Sozialistische Sowjetrepublik.
Es ist auch durch diese Beschreibung zu erkennen, dass die Logik der Bolschewiken gleich ist wie bei der Frage von Ukraine.
Wenn auch die Bolschewiken die Prinzipien „das Selbstbestimmungsrecht der Nationen“ sowohl vor der Oktoberrevolution als auch nach der Oktoberrevolution verteidigten,
haben sie sich eigentlich von der Auffassung des „russischen Nationalpakts“ nicht losgelöst.
Deshalb haben sie weiterhin diese Gebiete als die natürlichen Teile von Russland angesehen und haben sie auch so verhalten, als ob sie diese Gebiete von dem Feind zurück erobern.
Wenn auch einige Gruppen in diese Länder, die Anhänger von Bolschewiken sind und die Rote Armee einlädt oder auch Anschluss an Sowjetrussland verlangt, trotzdem gibt es der Roten Armee nicht das Recht dieser Länder zu besetzen.
Es gab auch genügend Gruppen, die Anhänger von Bolschewistischen Revolution waren, in den Länder wie Deutschland, aber die Bolschewiken haben nicht für einen Moment daran gedacht in dieser Länder einzugreifen.
Es ist auch nötig ein anderen Punkt offen zu benennen, nämlich das Anfangsdatum der Auffassung von Bolschewiken hinsichtlich der Frage von Nationen.
Obwohl die anarchistischen und die stalinistischen Kreise die Auffassung von Bolschewiken hinsichtlich der Frage von Nationen von Lenin bis zu Stalin als Ganzes darstellten, haben besonders die trotzkistischen Kreise ein Datum vor Lenin und nach Lenin.
Wir denken, dass diese beiden Herangehensweisen mangelhaft und fehlerhaft sind.
Beginnen wir mit der Herangehensweise von anarchistischen und stalinistischen Kreisen an.
Wenn wir die Frage grob betrachten, ist es richtig, es ist eine Kontinuität von Lenin bis zu Stalin und sogar für die Zeit nach Stalin vorhanden.
Aber diese Kontinuität ist ehr eine Kontinuität hinsichtlich der Folgen.
Nämlich in der Praxis, sowohl zu der Zeit von Lenin noch zu der Zeit von Stalin als auch nach der Zeit von Stalin, lag der Schwerpunkt eigentlich auf Russisch und Russland
Und als eine Folge dieser Praxis wurde der Wille der unterdrückten Nationen nicht berücksichtigt und die Zukunft dieser Nationen von dem Zentralenstaat bestimmt.
Aber was fehlt ist, dass Lenin niemals dieser Praxis theorisierte, damit es ein Prinzip wird.
Obwohl das hinsichtlich ihrer Folgen nichts bedeutet und wenn auch später von Stalin der russische Chauvinismus unter den Deckmantel als „Internationalismus“ zu einem Prinzip wurde, ist es dennoch falsch zwischen Lenin und Stalin eine Kontinuität herzustellen.
Der beste Beweis dafür ist, dass Lenin von seinem Krankenbett aus versucht gegen den russischen Chauvinismus, welcher in der Frage von Georgien sehr offensichtlich wird,
widerstand zu leisten.
Lenin beschuldigt Stalin und Dzierzynski ganz offen mit dem Chauvinismus und sagt: „Ich erkläre bis zum Tod den Krieg gegen den Chauvinismus von Herrschendennation.“
Lenin diktierte 30 Dezember 1922 folgendes:
„Es scheint, ich habe mich vor den Arbeitern Russlands sehr schuldig gemacht, weil ich mich nicht mit genügender Energie und Schärfe in die ominöse Frage der Autonomisierung eingemischt habe, die offiziell, glaube ich, als Frage der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken bezeichnet wird.
Man sagt, die Einheit des Apparats sei nötig gewesen. Woher stammten diese Behauptungen? Doch wohl von demselben russischen Apparat, den wir, wie ich schon in einer früheren Aufzeichnung meines Tagebuchs feststellte, vom Zarismus übernommen und nur ganz leicht mit Sowjetöl gesalbt haben.
Unter diesen Umständen ist es ganz natürlich, dass sich die „Freiheit des Austritts aus der Union”, mit der wir uns rechtfertigen, als ein wertloser Fetzen Papier herausstellen wird, der völlig ungeeignet ist, die nicht-russischen Einwohner Russlands vor der Invasion jenes echten Russen zu schützen, des großrussischen Chauvinisten, ja im Grunde Schurken und Gewalttäters, wie es der typische russische Bürokrat ist.
Ich glaube, wir haben diese Maßnahmen nicht getroffen, obwohl wir sie hätten treffen können und müssen.“
Weiterhin diktierte Lenin 31 Dezember 1922 auch noch:
„Was die zweite Art von Nationalismus betrifft, so haben wir Angehörigen einer großen Nation uns in der geschichtlichen Praxis fast immer einer Unzahl von Gewalttaten schuldig gemacht, ja mehr als das, unmerklich für uns selbst fügen wir den anderen eine Unzahl von Gewalttaten und Beleidigungen zu…
Deshalb muss der Internationalismus seitens der unterdrückenden oder so genannten „großen” Nation (obzwar groß nur durch ihre Gewalttaten, groß nur in dem Sinne, wie ein Dershimorda groß ist) darin bestehen, nicht nur die formale Gleichheit der Nationen zu beachten, sondern auch solch eine Ungleichheit anzuerkennen, die seitens der unterdrückenden Nation, der großen Nation, jene Ungleichheit aufwiegt, die sich faktisch im Leben ergibt.
Politisch verantwortlich für diese ganze wahrhaft großrussisch-nationalistische Kampagne müssen natürlich Stalin und Dzierzynski gemacht werden.
Eine andere Sache ist es, wenn wir selbst, sei es auch nur in Kleinigkeiten, in imperialistische Beziehungen zu den unterdrückten Völkerschaften hineinschlittern und dadurch unsere ganze prinzipielle Aufrichtigkeit, unsere ganze prinzipielle Verteidigung des Kampfes gegen den Imperialismus völlig untergraben.“ (Lenin Testament, Brief an den Parteitag)

Wie man aus diesen Zeilen verstehen kann übt Lenin Selbstkritik aus und stellt Stalin und Ordjonikidze als Schuldige für diese Taten da. Stalin und Ordjonikidze waren als diese Zeilen geschrieben wurden, besonders in der nationalen Frage, die einzigen verantwortlichen. Aber die Partei und der Staat waren noch nicht in ihren Händen.
Natürlich ist es wichtig, dass Lenin bemüht von der Politik, die zu einer Staatspolitik und zu eine kommunistische Prinzip gewordenen sind, sich zu trennen.
Lenins „letzter Kampf“ ist bedeutungsvoll, in dem er vor den Krieg entstandene Prinzipien hinsichtlich der Nationale Frage verbunden bleiben will und dieser Stellung verteidigt.
In diesem Sinne, ist es nicht richtig in der Frage der Nationen eine Kontinuität zwischen Lenin und Stalin und nach der Stalin herzustellen.
Die Annäherung der Trotzkistischen Bewegung ist auch einseitig und fehlerhaft.
Denn die vor der Oktoberrevolution ein unumgängliche Grundsatz bildende Auffassung der Bolschewistischen Partei „das Selbstbestimmungsrecht der Nationen“ wurde sofort nach der Revolution vergessen.
Zaren Russlands kolonialisierte Gebiete und Nationen wurden von den Bolschewiken zuerst an die Imperialisten verschenkt und später von ihnen wieder besetzt.
In den Besetzten Ländern wurden die kommunistischen Parteien durch die Bajonetten der Roten Armee an die Macht gebracht, das alles reichte nicht aus, so dass die Vorstände der Parteien sogar von Moskau bestimmt wurden.
Nämlich die Schicksale diejenigen, die keine Russen waren, wurde weiterhin von den Russen bestimmt, so wie es unter den Zarenzeiten war, war es auch nach der Oktoberrevolution.
All das passierte als Lenin aktiv in der Politik war, sogar als die Politik von Lenin bestimmt wurde.
Ukraine wurde unter Lenin an Deutschland verkauft und später wieder unter Lenin besetzt. Georgien wurde unter Lenin besetzt, die Rote Armee wurde nach Polen geschickt in der zeit von Lenin.
Lenin begann 1922 wieder die Frage der Nationen über die alten Prinzipien der Bolschewiken zu diskutieren, aber dadurch werden die Schuld und die Verantwortungen von Lenin sich nicht aufheben.
Diese Schuld ist die Schuld der Bolschewistischen Partei und Lenins, Trotzkis, Stalins und all diejenigen Bolschewiken, die gegen dieses Vergehen nichts unternommen haben, all diese waren Mittäter.


Die Ironie der Gesichte: Kronstadt

Seit dem Aufstand in Kronstadt sind 86 Jahre vergangen, aber die Wunde von Kronstadt blutet immer noch. Solange man nicht richtig darüber diskutiert und das Fundament nicht richtig legt wird diese Wunde weiter bluten. Wir möchten das Thema aus einer anderen Perspektive diskutieren als die, die vorhanden ist, um dieses Thema verständlicher zu machen.
Wir haben vor allem eine ganz andere Auffassung als die folgenden Auffassungen wie “Kronstadt war ein Aufstand gegen die Revolution und musste unterdrückt werden“ oder „Hinter dem Aufstand in Kronstadt waren Contrarevolutionäre Kräfte“ oder“ Der Kronstadt Aufstand trug die Seele der Oktoberrevolution und war gegen die Bürokratie, die die Werte der Oktoberrevolution vernichtete, also eine dritte Revolution.“
Diese Auffassungen können genauso richtig wie auch falsch sein. Oder jede dieser Auffassungen haben richtige oder falsche Seiten.
Es ist gar nicht sehr möglich die damalige Situation ganz korrekt zu verstehen.
Wie in dem gesamten Verlauf, auch in dem Verlauf der Kronstadt ist das wichtigste, dass die Bolschewiken im Namen der Arbeiterklasse, statt die Diktatur der Arbeiterklasse die Diktatur der Bolschewistischen Partei gegründet haben und dass der Staat, die Wirtschaft und das gesamte leben von der Bolschewistischen Partei kontrolliert wurde.
Alle diejenigen, die gegen diesen Verlauf widerstanden, wurden, unter dem Namen „Antirevolutionär“, verhaftet ins Exil geschickt und sogar ermordet.
Der Aufstand in Kronstadt ist unter diesen Umständen entstanden.
Das wichtigste hier ist, nicht welcher Forderungen der Aufstand von Kronstadt hat, oder auch nicht welche Kräfte hinter den Aufstand stecken, sondern wer überhaupt entscheidet, was richtig oder falsch ist und was revolutionär oder contrarevolutionär ist.
So in dem ganzen Verlauf war die Bolschewistische Partei, die alleinige Kraft, die über alles entscheidet, wie auch bei der Aufstand von Kronstadt.
Die Bolschewistische Partei setze sich an die Stelle der Gesellschaft und der gesellschaftlichen Kräfte und entscheidet für sie.
Das ist es was nicht Legitim ist.
Was Trotzki in der Frage von Kronstadt und hinsichtlich Anarchismus sagt, ist es sehr wichtig um den herrschenden Logik von damals zu verstehen.
„Dasselbe gilt für den Kampf gegen den Anarchismus. In der heroischen Epoche der Revolution marschierten die Bolschewiki mit den wirklich revolutionären Anarchisten Arm in Arm. Der Verfasser dieser Zeilen erörterte häufig mit Lenin die Frage, ob es nicht möglich sei, den Anarchisten gewisse Gebietsteile zu überlassen, damit sie im Einverständnis mit der betreffenden Bevölkerung mit ihrer Staatslosigkeit die Probe aufs Exempel machen. Doch die Bedingungen des Bürgerkriegs, der Blockade und des Hungers ließen keinen Raum für derartige Pläne.
Der Kronstädter Aufstand? Aber die revolutionäre Regierung konnte selbstverständlich nicht den aufständischen Matrosen eine die Hauptstadt beschirmende Festung „schenken“, nur weil der reaktionären Bauern- und Soldatenmeuterei sich einige fragwürdige Anarchisten angeschlossen hatten. Die konkrete historische Analyse der Ereignisse läßt keinen heilen Fleck an den Legenden, die Unwissenheit und Sentimentalität um Kronstadt, Machno und andere Episoden der Revolution geflochten haben.“

Wie man aus diesen Zeilen verstehen kann, war die Bolschewistische Partei, die einzige Herrschende über das Leben.
Was Revolutionär war und was nicht bestimmte die Partei.
Es ging sogar soweit, dass die Partei an die Anarchisten denkt, die unter seine Herrschaft verhaftet, ermordet und ins Exil geschickt wurden.
Nach der Krieg will die Partei sogar die Möglichkeiten diskutieren, um einige Gebiete für die Anarchisten zu überlassen, damit sie ihrer „kindliche Wünsche“ ausleben können.
Was wir am auch Anfang erwähnten, es geht nicht im Kronstädter Aufstand darum wer recht und unrecht hatte und wer dahinter stand sondern dass das Kronstadt nur eine Folge war.
Deswegen geht es nicht darum ob der Aufstand legitim war oder nicht, sondern was zu diskutieren ist, ob der Diktatur der Bolschewistischen Partei, die ab dem Jahr 1918 im Namen der Arbeiterklasse die Macht ergreift und statt der Diktatur von Arbeiterklasse seine Diktatur setzt, legitim war oder nicht.


Statt des Resultates

Durch die Oktoberrevolution 1917 wurde der Traum von Himmel der Unterdrückten Menschheit auf die Erde gebracht, oder konnte sie zumindest beweisen, dass das Paradies auch in diesem Leben möglich ist.
Die Oktoberrevolution hat gezeigt, dass nichts mehr „göttliche Vorsehung“ ist. Und jedes Ding hat ein Ende, und die Aussage, „so war es, und so bleibt es auch“ ist eine abergläubische Vorstellung.
In dieser Hinsicht, wenn auch die Oktoberrevolution eine Niederlage erlitten hat, hat es aber einem neuen nicht umkehrbaren Weg eröffnet.
Die Verantwortung liegt bei den Kommunisten, die den Werten von Oktoberrevolution verbunden sind, um die neue revolutionäre Epoche, die die Oktoberrevolution eröffnet hat, zu beenden.
Aber um diesen Verantwortung erfüllen zu können, muß mensch vorrangig von den abergläubische Vorstellungen über die Oktoberrevolution sich befreien.
Das ist der einzige Weg, um die revolutionären Tratidion von Oktoberrevolution wieter führen zu können und um revolutionär bleiben zu können.