„Die
russische Revolution war in der Geschichte der Arbeiterklasse
ein lebensnotwendiges Moment. Es hat uns gezeigt, was möglich
ist. Das müssen wir feiern, aber beim feiern müssen
wir uns von den Mythos befreien und Wege aufsuchen, um die Fehler
zu vermeiden.“
Andrew Flood
Seit
der Oktoberrevolution, mit anderen Worten, zehn Tage, die die
Welt erschüttert hat, sind nämlich neun mal zehn Jahre
vergangen.
Aber die Diskussion über die Oktoberrevolution, über
die Regierung, die die Oktoberrevolution hervorgebracht hat und
über die Legitimität der Machenschaften dieser Regierung
dauert immer noch.
Es sieht auch so aus, dass diese Diskussionen lange Jahre noch
andauern werden.
Wir sind auch in diesem Prozess parteiisch und werden auch weiterhin
parteiisch bleiben.
Deshalb möchten wir auch aus unserer Sicht über die
Oktoberrevolution eine Eintragung in die Geschichte machen.
So dass wo und wie wir dazustehen, klar werden. Und in diesem
Text werden wir versuchen das darzulegen.
Im Jahr 1917 und die Revolution fängt an
Obwohl
die Russische Revolution, als eine Voraussicht seit Jahren das
Diskussionsthema war, wurde sie dennoch in einen unerwarteten
Moment für alle revolutionären Organisationen und allen
herrschenden Mächten plötzlich ausgebrochen.
Die politische Streikwelle beginnt, in den Fabriken von Petrograd
finden die Arbeiterratswahlen statt.
Die von der Arbeiterklasse begonnene Revolution, führt zum
Sturz des Zarismus und an die Stelle kommt die bourgeoise Regierung.
Obwohl die Arbeiterklasse die Revolution begonnen hatte und die
Macht nicht ergriffen hat, erntete die Bourgeoise die Früchte
davon.
Fast die ganze revolutionäre Bewegung zusammen mit der Bolschewistischen
Partei betrachteten diese Ereignisse als was ganz natürliches
und ziehen vor (bevorzugten) als Zuschauer zu sein .Während
die Bourgeoise ihre eigene Regierung durch die Errungenschaften
der Revolution aufbaute.
Natürlich war diese Haltung der revolutionären Bewegung
nicht ein zufälliger Zustand.
Hinter dieser Haltung stand die Auffassung „der Etappenweisen
Revolution“.
Noch im Jahre 1905 waren schon die Menschewiken und die Bolschewiken
über den Charakter der zukünftigen Revolution einig,
nämlich dass diese Revolution eine bourgeoise Revolution
sein wird und ihr Charakter auch bourgeoise sein würde.
Der Unterschied zwischen den Bolschewiken und Menschewiken bestand
darin: die Menschewiken sagten, dass die Bourgeoise an der Reihe
ist die Revolution zu machen und was zu machen ist, ist die Arbeit
der Bourgeoise zu erleichtern, hingegen sagten die Bolschewiken
nur, dass die Bourgeoise nicht die revolutionäre Dynamiken
besaß um die eigene Revolution zu machen, und so sollte
diese Aufgabe auch deshalb unter der revolutionären Diktatur
der Arbeitern und der Bauernschaft erledigt werden.
Trotz dieses Unterschiedes sahen auch die Bolschewiken den Charakter
der Revolution als bourgeoise vor.
Die Bolschewiken, zumindest die Mehrheit der Bolschewiken, die
sich in Russland befanden, wollten trotz dieses Unterschiedes
nur Zuschauer sein, während die Bourgeoise die Macht ergriff.
Diese Haltung der Bolschewiken dauerte bis Lenin am Bahnhof in
Pedrogrand rief:
„Die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen
Revolution besteht darin die Provisorische Regierung zu stürzen
und dem Übergang der Macht in die Hände des Proletariats
und der sich ihm anschließenden ärmsten Teile der Bauernschaft
zu übergeben und den ersten Schritt zur sozialistischen Weltrevolution
zu machen. Warten würde bedeuten die Arbeiterklasse zu verraten.“
Ab diesem Datum fing eine heftige Diskussion an zwischen Lenin
mit seiner geringen Zahl von Genossen und der Mehrheit der bolschewistischen
Partei und Lenin konnte letztendlich die Mehrheit der bolschewistischen
Partei für seine Auffassung gewinnen.
Ab diesem Zeitpunkt fing auch die bolschewistische Partei mit
den Vorbereitungen des Aufstandes an, um ein Nebeneinander von
Parlament (Duma) mit seiner provisorischen Regierung unter Kerenski
und den Arbeiter- und Soldatenräten (den Sowjets) mit ihren
Exekutivkomitees zu beenden, nämlich die Doppelherrschaft.
Im Verlauf kennzeichneten sich die Kämpfe zwischen den Bolschewiken,
die die Machtergreifung verteidigen und die Menschewiken mit dem
Zentrum, die den verbleib der Bourgeoise an der Macht verteidigen
und die revolutionären Massen hinter denen anfügen wollen.
Aufgrund der unaufhörlichen Diskussionen konnte kein Ergebnis
erzielt werden und immer noch zu Warten raubte die Energie der
revolutionären Arbeiterklasse und führte zur Verstärkung
der Bourgeoise und zur Zeitgewinnung um die revolutionären
Stellungen anzugreifen.
Die Bemühungen der Sowjets und die Organisationen in den
Sowjets, für einen Aufstand zu überzeugen, bedeutete
für die Demokratisierung unter den Stiefeln der Contrarevolution
zerdrückt zu werden.
Lenin erklärte in einen Brief, den er von seinem Versteck
in Finnland zu seinen Genossen geschickt hat, so:
„Eine
Verzögerung wird die Geschichte den Revolutionären nicht
verzeihen, die heute siegen können (und heute bestimmt siegen
werden), während sie morgen Gefahr laufen, vieles, ja alles
zu verlieren.“ (12–14 September 1917, Lenin)
Anstatt
diese Schuld auf sich zu nehmen, haben die Bolschewiken auf
die Demokratisierungsprinzipien verzichtet und am 25. Oktober
den Winterpalast umzingelt und erobert. Nun war die ganze Macht
in den Händen der Sowjets.
Wenn die Bolschewiken nicht die Winterpalast gestürmt hätten
und die Provisorische Regierung nicht beendet hätten, wären
ihre Schicksale wie die der Spartakisten unter der Führung
von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sein und auch nicht anders
sein als die der deutsche Revolution.
Das es natürlich die Voraussicht von Lenin war und nicht
von den anderen revolutionären Gruppen und auch nicht die
der Bolschewiken wie Zinoviyev und Kamenew, welche sie nicht
vorsehen und nicht begreifen konnten.
Selbst Trotzki, der aus der Verbannung nach Russland zurückkehrte,
der vor Lenin den Slogan „Alle Macht den Sowjets“
rief, konnte es auch nicht begreifen und sagte, dass der Umsturzbeschluss
des Provisorischen Regierung erst von den Sowjets beschlossen
werden soll.
Später bewertet Trotzki diese Lage wieder und schrieb in
die Geschichte diese Notiz:
„Lenin hatte Recht, wenn die Macht nicht sofort ergriffen
worden wäre, wäre eine blutige Contrarevolution unumgänglich
gewesen.“
Der Verlauf von der Februar Revolution 1917
bis zur Oktoberrevolution 1917 :
Der Beginn von Legitimität
Es
ist auch von dem bis hier her geschriebenen ersichtlich, dass
die Linie von Lenin von Februar 1917 bis zum 25 Oktober 1917
richtig ist und wir stehen an der Seite dieser Linie.
Sowohl der Linie, welche die Bolschewiken während des Aufstandes
vom Februar1917 bis zum 25 Oktober1917 verteidigten, und als
auch ihre angenommenen praktischen Haltungen, sind ganz legitim.
Damit eine Bewegung Legitimität bekommt, sind nach unserer
Auffassung zwei grundlegende Punkte bedeutend.
Der erste Punkt: Dass Sie an der Seite der Unterdrückten
und Ausgebeuteten waren und gegen die Unterdrücker und
Ausbeuter sind.
Der zweite Punkt: dass diese Bewegung die Interessen der Unterdrückten
und Ausgebeuteten vertritt und für seine Befreiung auch
nicht zulässt, dass andere Unterdrückte und Ausgebeutete
den Preis für sie bezahlen.
Wenn wir von diesen Punkten ausgehend betrachten, dann sehen
wir, dass die Verarmten Massen an denen sich die Bolschewiken
stützen, ihre legitimen Rechte nutzten und setzen sie für
ihre eigene Befreiung ihre eigenen Willen ein, um die Regierung,
die für ihre Verarmung und für ihre leiden verantwortlich
war, zu stürzen. Und die Bolschewiken stützen sich
auch an diesem Willen.
Gleichzeitig sehen wir auch, dass die Verarmten und die Ausgebeuteten,
um sich von dieser Sklaverei zu befreien und für ihre eigene
Befreiung tätig wurden, nicht zuließen, dass andere
Unterdrückte und Ausgebeutete den Preis für sie bezahlten.
In diesem Fall ist es absurd irgendwelche Diskussion zu führen,
ob es legitim war oder nicht.
Die Unterdrückten und Ausgebeuteten brauchen keine Erlaubnis
oder keine Zustimmung von irgendwelcher Behörde um die
Herrn über ihr eigenes Leben zu werden und dafür tätig
zu werden.
Eine Bewegung, die das Ziel hat um einen nicht legitimen Zustand
zu beenden, hat eine Legitimität bis zum Ende, solange
sie nicht dabei andere Unterdrückte und Ausgebeutete benachteiligt.
Die Oktoberrevolution 1917
und das Ende der Legitimität
In
diesem Abschnitt werden wir versuchen darzulegen wo und wie
die Oktoberrevolution zu einem nicht legitimen Boden gerutscht
ist und wie sie angefangen hat ihre eigene revolutionären
Dynamiken zu beenden.
a) Friedensvertrag von Brest-Litowsk
Die
Oktoberrevolution oder wir nennen sie die Bolschewiken haben ihren
ersten ernsthaften Fehler und Schuld begangen, in dem sie mit
den imperialistischen Ländern einen Friedensvertrag in Brest-Litowsk
unterzeichnet haben und dadurch ihre eigenen Ideen und Prinzipien
verraten haben, auf den sie aufgestiegen sind.
Natürlich ist der Krieg langwierig und demgemäß
auch ein Waffenstillstand oder der Rückzug aus taktischen
Gründen oder auch mit anderen Mitteln weiterzuführen
nötig.
Demzufolge was wir hier als die Fehler der Bolschewiken betrachten
ist nicht der Frieden mit den Imperialisten.
Das ist ein anderes Diskussionsthema. Aber was wir hier eigentlich
diskutieren wollen ist, ob die Bolschewiken ein Recht dazu hatten
und welche Bedeutung dieser Frieden hat, hinsichtlich der Staatsauffassung
von den Sowjets, Internationalismus und Weltrevolution.
Bekanntlich als die Bolschewiken noch immer über den Charakter
der Revolution diskutierten, waren die Sowjets der Arbeiter- und
Soldatendeputierten schon vorhanden.
Nämlich das was die Bolschewiken diskutierten, hatten schon
die Arbeiter und die Soldaten verwirklicht.
Das was zu tun war, war nur noch den letzten Schlag zu versetzen
und die Macht, die greifbar da stand, zu ergreifen.
Das haben die Bolschewiken auch gemacht.
Nämlich den Widerstand der Ausbeuterklasse wurde schon vor
dem Oktober gebrochen und die herrschenden Klassen waren praktisch
machtlos.
Wenn die Arbeiter und die landlosen Bauern die Ausbeuterklasse
nicht machtlos gemacht hätten, indem sie einiger maßen
ihre Eigentum enteignet haben, wäre es für die Bolschewiken
nicht möglich gewesen den bourgeoisen Staatsapparat in einer
Nacht zu stürzen, sogar fast ohne nennenswerten Widerstand
und sonnst hätte die Ausbeuterklasse auch ganz starken Widerstand
geleistet.
Aber dieser Umstand vermindert nicht in geringsten den Wert und
die Bedeutung des Eingriffs von Bolschewiken.
Ohne den revolutionären Eingriff der Bolschewiken wäre
das Contrarevolutionäre Vorgehen unumgänglich und auch
die Zerschlagung der Revolution.
Bis zu diesem Punkt gibt es keine Frage.
Die Probleme entstanden nach und nach, als die Bolschewiken statt
der Macht von den Sowjets, nämlich die Arbeiterklasse setzten
sie die Macht der Bolschewistischen Partei und statt der Interessen
von Weltrevolution setzten sie die Interessen von Russland ein.
Das erste Beispiel dafür ist der Friedensvertrag von Brest-Litowsk.
Die erste Frage besteht bei dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk
darin, dass dieser Vertrag ohne die Zustimmung von Organen des
Sowjets war sondern mit der Zustimmung von dem Zentralkomitee
entstand.
Demzufolge auch nicht legitim war.
Wenn die Sowjets das Zentralkomitee von der bolschewistischen
Partei dazu beauftragt hätte, hätten wir diesen Zustand
nicht aus der Sicht der Bolschewiken diskutiert sondern in diesem
Fall direkt aus der Sicht der Sowjets.
Vielmehr hinsichtlich dieser Sache welcher der Sowjet nicht beschlossen
hatte, waren auch die Sozialrevolutionären, eine der Komponenten
der Sowjets, heftig dagegen gewesen.
Außerdem entstand auch in der bolschewistischen Partei gegen
diesen Vertrag eine ernsthafte Opposition.
Schließlich hat Lenin, mit Erfolg, bei den innerparteilichen
Diskussionen die Mehrheit überzeugt und abschließend
mit der Zustimmung der Mehrheit wurde der Friedensvertrag von
Brest-Litowsk beschlossen.
Von hier aus betrachtet, können wir als erstes sagen: Dieser
Vertrag ist nicht legitim, weil die Sowjets nicht zugestimmt hatten.
Wiederum von da aus sagen wir auch: Mit diesem Vertrag hatten
die Bolschewiken den ersten Schritt für eigene Diktatur gemacht,
denn anstelle des Arbeiterstaats sich selbst gestellt und anstelle
der Diktatur der Sowjets die Diktatur der Bolschewiken gesetzt.
So haben sie auch die Pflastersteine für die Auffassung „der
Diktatur der Klassenpartei anstelle nur der Klasse“, welche
später von Stalin und seine Anhänger theorisiert wurde,
schon in den Jahren 1918 gelegt.
Zur dieser Auffassung kamen sie durch die Begründung, „um
die Revolution zu verteidigen, wenn die Umstände es notwendig
machen, trotz der Arbeiterklasse, ist es möglich anstelle
der Diktatur der Arbeiterklasse der Diktatur der Partei vor die
Arbeiterklasse zu setzen.“
Das bedeutet auch wiederum, dass die Auffassung „anstelle
der Diktatur der Arbeiterklasse der Diktatur der Partei (wenn
es auch vorübergehend ist)“ zuerst von der bolschewistischen
Partei in den Zeiten von Lenin und Trotzki zu Marxismus angesteckt
wurde und nicht von Stalin.
Eine andere Bedeutung des Friedensvertrags von Brest-Litowsk ist,
dass dies gegen die Auffassung vom Internationalismus und der
Weltrevolution ist.
Jedoch sagte Lenin zu der Zeit: „Deutschland steht vor der
Revolution, wenn die Beendigung der Friedensverhandlungen die
Deutsche Bewegung weiterbringt, dann müssen wir uns für
die deutsche Revolution opfern.“
Lenin sagt nicht nur das, sagt auch dass das Schicksal der russischen
Revolution auch von der Weltrevolution und zumindest von der deutschen
Revolution abhängt.
„Natürlich, der endgültige Sieg des Sozialismus
in einem Lande ist unmöglich. Unsere Arbeiter und Bauern,
die die Sowjetmacht unterstützen, sind ein Teil jener internationalen
Armee…
… es ist eine absolute Wahrheit, dass wir ohne die deutsche
Revolution verloren sind.“
(Dritter Gesamtrussischer Kongress der Sowjets der Arbeiter-,
Soldaten- und Bauerndeputierten 10.-18. (23.-31.) Januar 1918)
Die
Bolschewiken haben im Jahre 1917 sich auf den Weg gemacht um mit
der Weltrevolution in Russland zu beginnen. Wie der berühmte
Historiker Eric Hobsbawm auch schildert:
„Denn
die Oktoberrevolution, umfassender und kompromissloser als die
Französische Revolution in ihrer Jakobinischen Zeit, hatte
sich selbst mehr als ökumenischen denn als nationalen Prozess
betrachtet. Sie war nicht dazu angetreten, Russland Freiheit und
Sozialismus zu bringen, sondern der Welt zur proletarischen Revolution
zu verhelfen. In den Köpfen von Lenin und seinen Genossen
war der bolschewistische Sieg in Russland nur eine gewonnene Schlacht
im weltweiten Feldzug des siegreichen Bolschewismus, und auch
nur als solche zu rechtfertigen.“ (Eric Hobsbawm, Das Zeitalter
der Extreme, S.80)
Wie
der Historiker Eric Hobsbawm auch festgestellt hat, sahen die
Bolschewiken die Russischen Revolution tatsächlich als
eine Stellung der Weltrevolution an und wussten, dass der Weg
um die Russischen Revolution zu verteidigen auch davon abhängt.
Aber statt diese Stellung für stärkere Angriffe zu
organisieren, gerieten sie in Aufregungen um die Russische Revolution
zu verteidigen.
Natürlich sollte die Russische Revolution verteidigt werden,
aber der Preis dafür musste nicht die Abwendung von der
Weltrevolution und der Internationalismus sein.
Nehmen wir mal für ein Moment an, dass die Verteidigung
der russischen Revolution für die Interessen der Weltrevolution
nötig war, aber in dieser Situation sollten zumindest die
Sowjets und die internationalen kommunistischen Kräfte,
die die Perspektive von Weltrevolution haben und dafür
auch kämpfen und die Arbeiterklasse, die mit ihnen kämpft,
dafür entscheiden und nicht allein die Bolschewiken.
Einerseits sagt Lenin „Deutschland steht vor der Revolution,
wenn die Beendigung des Friedensverhandlungen die Deutsche Bewegung
weiterbringt, dann müssen wir uns für die deutsche
Revolution opfern.“
Aber andererseits wollte er unbedingt, um die Russischen Revolution
zu verteidigen, mit dem Deutsche Imperialismus Frieden schließen,
ohne die Zustimmung von den deutschen Kommunisten zu bekommen.
Frieden schließen mit den Imperialisten, ohne die Zustimmung
von Spartakisten in Deutschland und den Kommunisten in Ungarn
und Ostereich und ArbeiterInnen in diesen Ländern, die
kämpfen, bedeutete demgemäß die internationale
Revolution von hinten zu erdolchen.
Das Frieden schließen mit den Imperialisten in Brest-Litowsk
bedeutete auch für sehr viele Bolschewiken als das Erdolchen
von hinten der ArbeiterInnen, die in diesen Ländern kämpfen.
Lenins Versuche, um für den Friedensvertrag die Genossen
zu überzeugen, wurde mit sehr heftigen Reaktionen begegnet.
Zum Beispiel, sagt Bucharin: „Den Diktat vom Deutschen
Reich zu akzeptieren bedeutet, die österreichische Proletariat
von hinten zu erdolchen.“
Ebenso Uritski, der Mitglied vom Zentralkomitee, sagt zu den
Friedensvorschlag von Lenin, als er dagegen aussprach, folgendes:
„Lenin betrachtet die Sache nicht aus der internationalistischen
Perspektive sondern aus dem vom Russland.“
Teilweise geschah es auch so.
Als das Deutsche Reich seine Hände von der Front frei bekam,
konnten den revolutionären Aufstand im inneren leichter
erwürgen.
Wenn auch in Österreich nicht das gleiche war, wurde teilweise
ein ähnliches Bespiel abgespielt.
Natürlich gab es auch andere Gründe, dass die Aufstände
sowohl in diesem Land als auch in anderen Ländern nicht
mit eine Revolution gekrönt wurde. Aber diese Gründe
heben die Schuld von Bolschewiken nicht ab.
b) Die Machtübergabe von den Sowjets an die Bolschewiken
oder von der Macht des Sowjets zur bolschewistischen Diktatur
Wie
allgemein bekannt ist, hatte die Parole „Alle Macht den
Sowjets“ die Bolschewiken die Mehrheit verschafft und
der Wille dieser Parole zu verwirklichen.
Aber diese Entschlossenheit und diese Wille von Bolschewiken
ging gleich nach der Machtübernahme mit seinen entstandenen
Zaubern für immer verloren.
Zuerst erklärten die Bolschewiken die ganze Opposition
als illegal und verboten und danach setzten sie anstelle der
Macht von Sowjets die Macht der bolschewistischen Partei.
Würden die Bolschewiken versuchen das Ganze als eine Folge
des Ausnahmezustands zu erklären und als vorübergehende
Maßnahmen, würde das nichts erklären und das
würde sie auch nicht rechtfertigen.
Nun wenn auch die Bolschewiken durch die Parole „Alle
Macht den Sowjets“ die Mehrheit der Arbeiterklasse erlangt
haben und die Macht ergriffen, danach um diese Parole zu verwirklichen
die Versammlung des Sowjets ausgerufen haben, haben sie dennoch
niemals versucht den Sowjet als eine Organ der Macht zu organisieren.
Nach der Versammlung des Sowjets wurde sie in kürze de
facto funktionslos und die Entscheidungen wurden nicht von Sowjets
getroffen sondern wurden zuerst von dem Politbüro der Bolschewiken
festgestellt und danach durch das Zentralkomitee „beschlossen“.
Und mit den Sowjets auch alle gesellschaftlichen Kräfte
und die politischen Strömungen wurden auch gezwungen die
Entscheidungen zu tragen.
Im nahmen der Arbeiterklasse wurden die Streiks von Arbeitern
verboten. Die Ernten der Bauern wurden beschlagnahmt, die Arbeiterklasse
wurde sowohl von der Organisierung der Produktion, als auch
von der Bestimmung der Politik ausgeschlossen. Die Opposition
wurde zuerst als illegal erklärend verboten und später
ganz beseitigt.
Das merkwürdige an der ganzen Sache ist, dass das im nahmen
des Interesses von der Arbeiterklasse und der Weltrevolution
getan ist.
Wenn wir auch nur für einen Moment annehmen, dass die Bolschewiken
bis zum Ende ehrlich waren und das ganze Getane auch recht ist,
ist es dennoch unmöglich die Geschehnisse als legitim zu
akzeptieren.
Es ist nicht legitim, weil das ganze Getane nicht von den Sowjets
zugestimmt wurde.
Das ganze Getane wurde trotz des Sowjets gemacht, in dem die
Sowjets ausgeschlossen wurden und anstelle der Macht der Sowjets
die Macht der Partei gesetzt wurde.
Zu der Zeit von Lenin, das was als „Notwendigkeit“
oder „vorübergehende Maßnahmen“ erklärte
Zustand, hat sich später festgesetzt, und zu der Zeit von
Stalin als eine offizielle Auffassung von Marxismus erklärt
und das zu kritisieren als Contrarevolution betrachtet und somit
als Straftat bezeichnet.
c) die russische Nationalpakt
Vorab
möchten wir einen Punkt unterstreichen. Wenn wir von der
Oktoberrevolution reden, meinen wir eigentlich die bolschewistische
Revolution.
Das Handikap der Oktoberrevolution, noch richtiger der Bolschewiken
war, obwohl sie eine sehr starke internationalistische Auffassung
hatten, dennoch an russische Grenzen sich gebunden haben.
Eigentlich begann die bolschewistische Revolution schwerpunktmäßig
in Russland und von dort aus wurde sie dann in den Grenzen zaristischen
Russlands verbreitet oder mit Gewalt getragen.
Was hatten wir vorher gesagt, dass die Bolschewiken in den Geografien
verfügten, in dem das zaristische Russland herrschte.
Wenn auch die Bolschewiken die Prinzipien „das Selbstbestimmungsrecht
der Nationen“ verteidigten, haben sie dennoch keine Rücksicht
genommen, als der Zarismus stürzte und die Länder unter
seine Besatzung unabhängig sein wollten.
Ein Beispiel für ihre Rücksichtslosigkeit ist die Auffassung
der Bolschewiken hinsichtlich der Frage von Ukraine und Georgien.
Wie allgemein bekannt ist, haben die Bolschewiken nach dem Friedensvertrag
von Brest-Litowsk Ukraine an die Imperialisten übergeben,
als ob es ihre Kolonie wäre.
Als das beschlossen wurde, haben sie nicht nach der Meinung der
Bevölkerung von Ukraine gefragt und auch nicht die Zustimmung
bekommen.
Einerseits sagen sie „das Selbstbestimmungsrecht der Nationen“
und andererseits bestimmen sie das Schicksal eines Volkes und
verschenken es.
Das ist ein Zustand, der weder erklärbar, noch verteidigungswürdig
und auch nicht akzeptierbar ist.
Aufgrund des Friedensvertrages mit den Bolschewiken, haben die
deutsch-österreichischen Verbände 1918 Ukraine besetzt.
Als die Widerstandseinheiten unter der Führung von Anarchist
Nestor Machno Dezember 1918 die deutsche Besetzung zerschlugen,
konnten die Bolschewiken sich wieder nach Ukraine zu wenden.
Die Bolschewiken, nämlich die Rote Armee konnte gegen die
Widerstandsbewegung unter der Führung von Nestor Machno totalen
Angriff nicht leisten, wenn sie es auch wollten, denn sie kämpften
mit der Weißen Armee unter der Führung von General
Denikin und Wrangel und deshalb müssten sie mit der Widerstandsbewegung
unter der der Führung von Nestor Machno immer wieder sich
verbünden.
Aber diese gezwungene Bündniszeit dauerte nicht lange.
Die Einheiten der Weißen Armee wurden Ende 1920 völlig
besiegt und zwischen der Bewegung unter der Führung von Nestor
Machno und die Bolschewiken begannen den blutigen Krieg, der ungefähr
ein Jahr dauerte.
Und die Bewegung unter der Führung von Nestor Machno wurde
von der Roten Armee 1921 im Herbst zerschlagen.
Wenn auch die Vorgänge in Georgien sich ganz anders entwickelten
als in der Ukraine, die Haltung der Bolschewiken war in der Frage
von Georgien nicht anders, denn wie bei der Ukraine wurde das
Schicksal von Georgien auch von den Bolschewiken bestimmt.
Durch die Umstürzung des Russischen Reiches mit der Oktoberrevolution
haben auch die kolonisierten Länder angefangen seine Unabhängigkeit
zu erklären. Eine von diesen Ländern war Georgien.
Gleich nach der Oktoberrevolution1917 hat Georgien seine Unabhängigkeit
am 26 Mai 1918 von Russland erklärt.
Und nach der Unabhängigkeitserklärung wurde unter den
Schutz des deutschen Reiches eine Regierung gebildet.
Obwohl die Unabhängigkeitsentscheidung des Georgiens vom
Sowjetrussland Mai 1920 anerkannt wurde, konnte sie sich dennoch
nicht von dem Besetzung der Roten Armee März1921 nicht retten.
Nach der Besetzung wurde Georgien zu der Transkaukasischen Demokratisch-Föderative
Republik angeschlossen.
Wenn auch im Jahre 1924 ein breiterer Volksaufstand begonnen hat,
wurde auch dieser Aufstand von der Roten Armee unterdrückt.
Georgien wurde mit der Verfassung von 1936 die 15. Republik der
Sowjetunion mit den Namen Georgische Sozialistische Sowjetrepublik.
Es ist auch durch diese Beschreibung zu erkennen, dass die Logik
der Bolschewiken gleich ist wie bei der Frage von Ukraine.
Wenn auch die Bolschewiken die Prinzipien „das Selbstbestimmungsrecht
der Nationen“ sowohl vor der Oktoberrevolution als auch
nach der Oktoberrevolution verteidigten,
haben sie sich eigentlich von der Auffassung des „russischen
Nationalpakts“ nicht losgelöst.
Deshalb haben sie weiterhin diese Gebiete als die natürlichen
Teile von Russland angesehen und haben sie auch so verhalten,
als ob sie diese Gebiete von dem Feind zurück erobern.
Wenn auch einige Gruppen in diese Länder, die Anhänger
von Bolschewiken sind und die Rote Armee einlädt oder auch
Anschluss an Sowjetrussland verlangt, trotzdem gibt es der Roten
Armee nicht das Recht dieser Länder zu besetzen.
Es gab auch genügend Gruppen, die Anhänger von Bolschewistischen
Revolution waren, in den Länder wie Deutschland, aber die
Bolschewiken haben nicht für einen Moment daran gedacht in
dieser Länder einzugreifen.
Es ist auch nötig ein anderen Punkt offen zu benennen, nämlich
das Anfangsdatum der Auffassung von Bolschewiken hinsichtlich
der Frage von Nationen.
Obwohl die anarchistischen und die stalinistischen Kreise die
Auffassung von Bolschewiken hinsichtlich der Frage von Nationen
von Lenin bis zu Stalin als Ganzes darstellten, haben besonders
die trotzkistischen Kreise ein Datum vor Lenin und nach Lenin.
Wir denken, dass diese beiden Herangehensweisen mangelhaft und
fehlerhaft sind.
Beginnen wir mit der Herangehensweise von anarchistischen und
stalinistischen Kreisen an.
Wenn wir die Frage grob betrachten, ist es richtig, es ist eine
Kontinuität von Lenin bis zu Stalin und sogar für die
Zeit nach Stalin vorhanden.
Aber diese Kontinuität ist ehr eine Kontinuität hinsichtlich
der Folgen.
Nämlich in der Praxis, sowohl zu der Zeit von Lenin noch
zu der Zeit von Stalin als auch nach der Zeit von Stalin, lag
der Schwerpunkt eigentlich auf Russisch und Russland
Und als eine Folge dieser Praxis wurde der Wille der unterdrückten
Nationen nicht berücksichtigt und die Zukunft dieser Nationen
von dem Zentralenstaat bestimmt.
Aber was fehlt ist, dass Lenin niemals dieser Praxis theorisierte,
damit es ein Prinzip wird.
Obwohl das hinsichtlich ihrer Folgen nichts bedeutet und wenn
auch später von Stalin der russische Chauvinismus unter den
Deckmantel als „Internationalismus“ zu einem Prinzip
wurde, ist es dennoch falsch zwischen Lenin und Stalin eine Kontinuität
herzustellen.
Der beste Beweis dafür ist, dass Lenin von seinem Krankenbett
aus versucht gegen den russischen Chauvinismus, welcher in der
Frage von Georgien sehr offensichtlich wird,
widerstand zu leisten.
Lenin beschuldigt Stalin und Dzierzynski ganz offen mit dem Chauvinismus
und sagt: „Ich erkläre bis zum Tod den Krieg gegen
den Chauvinismus von Herrschendennation.“
Lenin
diktierte 30 Dezember 1922 folgendes:
„Es
scheint, ich habe mich vor den Arbeitern Russlands sehr schuldig
gemacht, weil ich mich nicht mit genügender Energie und Schärfe
in die ominöse Frage der Autonomisierung eingemischt habe,
die offiziell, glaube ich, als Frage der Union der Sozialistischen
Sowjetrepubliken bezeichnet wird.
Man sagt, die Einheit des Apparats sei nötig gewesen. Woher
stammten diese Behauptungen? Doch wohl von demselben russischen
Apparat, den wir, wie ich schon in einer früheren Aufzeichnung
meines Tagebuchs feststellte, vom Zarismus übernommen und
nur ganz leicht mit Sowjetöl gesalbt haben.
Unter diesen Umständen ist es ganz natürlich, dass sich
die „Freiheit des Austritts aus der Union”, mit der
wir uns rechtfertigen, als ein wertloser Fetzen Papier herausstellen
wird, der völlig ungeeignet ist, die nicht-russischen Einwohner
Russlands vor der Invasion jenes echten Russen zu schützen,
des großrussischen Chauvinisten, ja im Grunde Schurken und
Gewalttäters, wie es der typische russische Bürokrat
ist.
Ich glaube, wir haben diese Maßnahmen nicht getroffen, obwohl
wir sie hätten treffen können und müssen.“
Weiterhin
diktierte Lenin 31 Dezember 1922 auch noch:
„Was
die zweite Art von Nationalismus betrifft, so haben wir Angehörigen
einer großen Nation uns in der geschichtlichen Praxis fast
immer einer Unzahl von Gewalttaten schuldig gemacht, ja mehr als
das, unmerklich für uns selbst fügen wir den anderen
eine Unzahl von Gewalttaten und Beleidigungen zu…
Deshalb muss der Internationalismus seitens der unterdrückenden
oder so genannten „großen” Nation (obzwar groß
nur durch ihre Gewalttaten, groß nur in dem Sinne, wie ein
Dershimorda groß ist) darin bestehen, nicht nur die formale
Gleichheit der Nationen zu beachten, sondern auch solch eine Ungleichheit
anzuerkennen, die seitens der unterdrückenden Nation, der
großen Nation, jene Ungleichheit aufwiegt, die sich faktisch
im Leben ergibt.
Politisch verantwortlich für diese ganze wahrhaft großrussisch-nationalistische
Kampagne müssen natürlich Stalin und Dzierzynski gemacht
werden.
Eine andere Sache ist es, wenn wir selbst, sei es auch nur in
Kleinigkeiten, in imperialistische Beziehungen zu den unterdrückten
Völkerschaften hineinschlittern und dadurch unsere ganze
prinzipielle Aufrichtigkeit, unsere ganze prinzipielle Verteidigung
des Kampfes gegen den Imperialismus völlig untergraben.“
(Lenin Testament, Brief an den Parteitag)
Wie
man aus diesen Zeilen verstehen kann übt Lenin Selbstkritik
aus und stellt Stalin und Ordjonikidze als Schuldige für
diese Taten da. Stalin und Ordjonikidze waren als diese Zeilen
geschrieben wurden, besonders in der nationalen Frage, die einzigen
verantwortlichen. Aber die Partei und der Staat waren noch nicht
in ihren Händen.
Natürlich ist es wichtig, dass Lenin bemüht von der
Politik, die zu einer Staatspolitik und zu eine kommunistische
Prinzip gewordenen sind, sich zu trennen.
Lenins „letzter Kampf“ ist bedeutungsvoll, in dem
er vor den Krieg entstandene Prinzipien hinsichtlich der Nationale
Frage verbunden bleiben will und dieser Stellung verteidigt.
In diesem Sinne, ist es nicht richtig in der Frage der Nationen
eine Kontinuität zwischen Lenin und Stalin und nach der
Stalin herzustellen.
Die Annäherung der Trotzkistischen Bewegung ist auch einseitig
und fehlerhaft.
Denn die vor der Oktoberrevolution ein unumgängliche Grundsatz
bildende Auffassung der Bolschewistischen Partei „das
Selbstbestimmungsrecht der Nationen“ wurde sofort nach
der Revolution vergessen.
Zaren Russlands kolonialisierte Gebiete und Nationen wurden
von den Bolschewiken zuerst an die Imperialisten verschenkt
und später von ihnen wieder besetzt.
In den Besetzten Ländern wurden die kommunistischen Parteien
durch die Bajonetten der Roten Armee an die Macht gebracht,
das alles reichte nicht aus, so dass die Vorstände der
Parteien sogar von Moskau bestimmt wurden.
Nämlich die Schicksale diejenigen, die keine Russen waren,
wurde weiterhin von den Russen bestimmt, so wie es unter den
Zarenzeiten war, war es auch nach der Oktoberrevolution.
All das passierte als Lenin aktiv in der Politik war, sogar
als die Politik von Lenin bestimmt wurde.
Ukraine wurde unter Lenin an Deutschland verkauft und später
wieder unter Lenin besetzt. Georgien wurde unter Lenin besetzt,
die Rote Armee wurde nach Polen geschickt in der zeit von Lenin.
Lenin begann 1922 wieder die Frage der Nationen über die
alten Prinzipien der Bolschewiken zu diskutieren, aber dadurch
werden die Schuld und die Verantwortungen von Lenin sich nicht
aufheben.
Diese Schuld ist die Schuld der Bolschewistischen Partei und
Lenins, Trotzkis, Stalins und all diejenigen Bolschewiken, die
gegen dieses Vergehen nichts unternommen haben, all diese waren
Mittäter.
Die Ironie der Gesichte: Kronstadt
Seit
dem Aufstand in Kronstadt sind 86 Jahre vergangen, aber die Wunde
von Kronstadt blutet immer noch. Solange man nicht richtig darüber
diskutiert und das Fundament nicht richtig legt wird diese Wunde
weiter bluten. Wir möchten das Thema aus einer anderen Perspektive
diskutieren als die, die vorhanden ist, um dieses Thema verständlicher
zu machen.
Wir haben vor allem eine ganz andere Auffassung als die folgenden
Auffassungen wie “Kronstadt war ein Aufstand gegen die Revolution
und musste unterdrückt werden“ oder „Hinter dem
Aufstand in Kronstadt waren Contrarevolutionäre Kräfte“
oder“ Der Kronstadt Aufstand trug die Seele der Oktoberrevolution
und war gegen die Bürokratie, die die Werte der Oktoberrevolution
vernichtete, also eine dritte Revolution.“
Diese Auffassungen können genauso richtig wie auch falsch
sein. Oder jede dieser Auffassungen haben richtige oder falsche
Seiten.
Es ist gar nicht sehr möglich die damalige Situation ganz
korrekt zu verstehen.
Wie in dem gesamten Verlauf, auch in dem Verlauf der Kronstadt
ist das wichtigste, dass die Bolschewiken im Namen der Arbeiterklasse,
statt die Diktatur der Arbeiterklasse die Diktatur der Bolschewistischen
Partei gegründet haben und dass der Staat, die Wirtschaft
und das gesamte leben von der Bolschewistischen Partei kontrolliert
wurde.
Alle diejenigen, die gegen diesen Verlauf widerstanden, wurden,
unter dem Namen „Antirevolutionär“, verhaftet
ins Exil geschickt und sogar ermordet.
Der Aufstand in Kronstadt ist unter diesen Umständen entstanden.
Das wichtigste hier ist, nicht welcher Forderungen der Aufstand
von Kronstadt hat, oder auch nicht welche Kräfte hinter den
Aufstand stecken, sondern wer überhaupt entscheidet, was
richtig oder falsch ist und was revolutionär oder contrarevolutionär
ist.
So in dem ganzen Verlauf war die Bolschewistische Partei, die
alleinige Kraft, die über alles entscheidet, wie auch bei
der Aufstand von Kronstadt.
Die Bolschewistische Partei setze sich an die Stelle der Gesellschaft
und der gesellschaftlichen Kräfte und entscheidet für
sie.
Das ist es was nicht Legitim ist.
Was Trotzki in der Frage von Kronstadt und hinsichtlich Anarchismus
sagt, ist es sehr wichtig um den herrschenden Logik von damals
zu verstehen.
„Dasselbe
gilt für den Kampf gegen den Anarchismus. In der heroischen
Epoche der Revolution marschierten die Bolschewiki mit den wirklich
revolutionären Anarchisten Arm in Arm. Der Verfasser dieser
Zeilen erörterte häufig mit Lenin die Frage, ob es nicht
möglich sei, den Anarchisten gewisse Gebietsteile zu überlassen,
damit sie im Einverständnis mit der betreffenden Bevölkerung
mit ihrer Staatslosigkeit die Probe aufs Exempel machen. Doch
die Bedingungen des Bürgerkriegs, der Blockade und des Hungers
ließen keinen Raum für derartige Pläne.
Der Kronstädter Aufstand? Aber die revolutionäre Regierung
konnte selbstverständlich nicht den aufständischen Matrosen
eine die Hauptstadt beschirmende Festung „schenken“,
nur weil der reaktionären Bauern- und Soldatenmeuterei sich
einige fragwürdige Anarchisten angeschlossen hatten. Die
konkrete historische Analyse der Ereignisse läßt keinen
heilen Fleck an den Legenden, die Unwissenheit und Sentimentalität
um Kronstadt, Machno und andere Episoden der Revolution geflochten
haben.“
Wie
man aus diesen Zeilen verstehen kann, war die Bolschewistische
Partei, die einzige Herrschende über das Leben.
Was Revolutionär war und was nicht bestimmte die Partei.
Es ging sogar soweit, dass die Partei an die Anarchisten denkt,
die unter seine Herrschaft verhaftet, ermordet und ins Exil
geschickt wurden.
Nach der Krieg will die Partei sogar die Möglichkeiten
diskutieren, um einige Gebiete für die Anarchisten zu überlassen,
damit sie ihrer „kindliche Wünsche“ ausleben
können.
Was wir am auch Anfang erwähnten, es geht nicht im Kronstädter
Aufstand darum wer recht und unrecht hatte und wer dahinter
stand sondern dass das Kronstadt nur eine Folge war.
Deswegen geht es nicht darum ob der Aufstand legitim war oder
nicht, sondern was zu diskutieren ist, ob der Diktatur der Bolschewistischen
Partei, die ab dem Jahr 1918 im Namen der Arbeiterklasse die
Macht ergreift und statt der Diktatur von Arbeiterklasse seine
Diktatur setzt, legitim war oder nicht.
Statt des Resultates
Durch
die Oktoberrevolution 1917 wurde der Traum von Himmel der Unterdrückten
Menschheit auf die Erde gebracht, oder konnte sie zumindest
beweisen, dass das Paradies auch in diesem Leben möglich
ist.
Die Oktoberrevolution hat gezeigt, dass nichts mehr „göttliche
Vorsehung“ ist. Und jedes Ding hat ein Ende, und die Aussage,
„so war es, und so bleibt es auch“ ist eine abergläubische
Vorstellung.
In dieser Hinsicht, wenn auch die Oktoberrevolution eine Niederlage
erlitten hat, hat es aber einem neuen nicht umkehrbaren Weg
eröffnet.
Die Verantwortung liegt bei den Kommunisten, die den Werten
von Oktoberrevolution verbunden sind, um die neue revolutionäre
Epoche, die die Oktoberrevolution eröffnet hat, zu beenden.
Aber um diesen Verantwortung erfüllen zu können, muß
mensch vorrangig von den abergläubische Vorstellungen über
die Oktoberrevolution sich befreien.
Das ist der einzige Weg, um die revolutionären Tratidion
von Oktoberrevolution wieter führen zu können und
um revolutionär bleiben zu können.