Der lange Marsch vom Traum
der Weltsowjetrepubliken zu den
Bananen-Republiken der Weltbourgeoisie...

Vor hundertfünfzig Jahren verbreitete sich auf der Erdoberfläche ein Funke... Dieser Funke war der Eingriff einer Handvoll Menschen, die die Zeit der Herrscher niederbrennen wollten, um eine freie Zeit zu schaffen. Dieser Zusammenschluss nannte sich BUND DER KOMMUNISTINNEN. DER BUND DER KOMMUNISTINNEN begann seinen sich in die Unendlichkeit erstreckenden Marsch mit der Parole “Proletarier aller Länder vereinigt euch“ für eine freie Welt ohne Unterdrückung, Ausbeutung, Gott und Herrscher.
Während die MitgliederInnen des Bundes einerseits an den Selbstbefreiungsaktionen der ArbeiterInnenklasse teilnahmen, organisierten sie andererseits, ohne Zeit zu verlieren die gemeinsame Befreiung der Unterdrückten und begannen eine internationale Organisation zu gründen, die eine politische Führung übernehmen sollte. 1864 wurde somit die Gründung der I. Internationale verkündet. Während die I. Internationale sich in der Entwicklung befand, entstand die Pariser Kommune.
Der Menschheitstraum vom Paradies wurde zum ersten Mal auf die Erdoberfläche gebracht. Als die ArbeiterInnenklasse die Pariser Kommune, den Traum, “ihr eigener Herr zu sein“ erlebte, lernte die Bourgeoisie zum ersten Mal den Alptraum kennen, ihr Privileg, Herrscher dieser Welt zu sein, zu verlieren. Die Kommunarden konnten den Traum, “ihr eigener Herr zu sein“, nur ungefähr zwei Monate aufrechterhalten.
Die FreiheitskämpferInnen verteidigten das Feuer der Freiheit, das sie in Paris angezündet hatten, gegen die Belagerungen und Angriffe der Konterrevolutionäre mit ihrer ganzen Kraft; jedoch reichte dieser heldenhafte Widerstand nicht aus, um die Kommune weiter am Leben zu erhalten und sie wurde vernichtet.
Die Kommunarden leisteten mit aller Kraft Widerstand, und Tausende von ihnen wurden im Barrikadenkampf getötet oder an die Wand gestellt. Nach der Zerschlagung der Pariser Kommune löste sich die I. Internationale auf. Einige Jahre nach ihrer Auflösung erreichte der Klassenkampf einen neuen Höhepunkt, woraufhin der II. Internationale gegründet wurde.
Obwohl die II. Internationale im Vergleich zu den I. Internationale von breiteren Massen getragen wurde und aus mehreren ArbeiterInnenorganisationen bestand, war sie vor allem als eine internationale föderale Organisation, weit davon entfernt, eine zentrale Weltpartei zu sein. In nicht zu langer Zeit hat die Führung der II. Internationale die revolutionäre Politik Stück für Stück aufgegeben und eine reformistische Politik verfolgt; im Jahre 1914 wurde mit dem Offenen Totalen Imperialistischenkrieg(1), den die westlichen imperialistischen Mächte ausgelöst hatten, um den Weltmarkt und die Erdoberfläche neu aufzuteilen, der Verrat an den revolutionären Gedanken vollzogen. Statt gegen den Offenen Totalen Imperialistischenkrieg den revolutionären Krieg zu organisieren, stimmten einige nationale Sektionen, an erster Stelle die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, für den Kriegsetat der Regierungen der Bourgeoisie und entschieden, ihr “Vaterland zu verteidigen“.
Auf diesen Verrat der II. Internationale, haben Lenin, Trotzki, R. Luxemburg und K. Liebknecht zusammen mit einer kleinen Minderheit, entgegengesetzt der klas-senversöhnlichen Linie der II. Internationale, die Parole des Klassenkampfes hochhebend, die klassenversöhnlichen Linie der II. Internationale angeprangert. Jedoch konnten sie den Verrat der II. Internationale nicht verhindern. Die Führung der II. Internationale hatte das Ziel “Arbeiter aller Länder vereinigt euch“ durch das Ziel “Arbeiter aller Länder vereinigt euch in Friedenszeiten, vernichtet euch aber im Krieg“ ersetzt und mit der Bourgeoisie vereint. Es waren die Jahre des Offenen Totalen Imperialistischenkriegs. Angst und Hoffnungslosigkeit herrschten über das Leben. In dieser hoffnungslosen Zeit des Krieges und der Angst, erhob sich in einer nicht erwarteten Region der Erde ein Geist... Dieser Geist war genau derjenige, der das erste Mal 1848 in Europa umging und sich 1871 in der Pariser Kommune erhob und seine Feinde in Angst versetzte. Es war der Geist des Kommunismus.
Diese neue Ära begann mit der Oktoberrevolution 1917. Die führenden Revolutionäre der neuen Ära bewegten sich, den Traum, den sie in einer Zeit der Morgenröte im sowjetischen Erdteil träumten, der gesamten unterdrückten Menschheit zu verbreiten. Denn sie wussten, dass die Zukunft des Freiheitstraumes vom werden eines Traumes der Unterdrückten der ganzen Erde abhängig ist. Ferner glaubten fest daran, wie auch an ihren Traum, dass ein Freiheitstraum in einem Land geträumt werden kann, aber nur wenn er ein gemeinsamer Traum der ganzen Unterdrückten der Erde wird, verwirklicht werden kann. Weil dessen Traum die gemeinsame Befreiung der unterdrückten Menschheit bedeutete.
Die Hoffnung verbreitete sich in kürzester Zeit, wurde aber nicht erfüllt... Der mit der Oktoberrevolution von 1917 entstandene revolutionäre Aufschwung ging vor allem durch den Verrat der deutsche Sozialdemokratie bzw. der Führung der II. Internationale nach der geschlagenen deutschen Revolution zurück. Mit der totalen internationalen Isolation trat das Sowjetland zusätzlich in eine Phase des Bür-gerkriegs. Die revolutionäre Führung der Oktoberrevolution begann mit dem Aufbau der III. Internationale, welche die Weltrevolution führen sollte, während sie gleichzeitig unter den schweren Bedingungen der Isolation die Revolution gegen die Konterrevolutionäre verteidigte. Daraufhin proklamierten sie 1919 die III. Internationale.
Die Proklamation der III. Internationale fand ohne zwei führende Persönlichkeiten der internationalen kommunistischen Bewegung, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, statt und müsste seinen Weg ohne diese revolutionären internationalistischen KämpferInnen weiter gehen. Denn diese zwei KommunistInnen wurden durch die verräterische deutsche Sozialdemokratie umgebracht.
Die Sowjetrevolution führte über drei Jahre lang einen Krieg gegen die einheimischen Kollaborateure und die internationale Bourgeoisie, welchen sie gewann. Der Krieg war gewonnen, aber der Preis dieses Krieges war sehr hoch. Die Industrie und Landwirtschaft wurden lahm gelegt, ein großer Teil der klassenbewussten ArbeiterInnen während des Krieges an der Front getötet.
Die Sowjetrevolution, die gegen die Bourgeoisie den Krieg gewonnen hatte, wurde mit einem tödlichen Angriff erneut erschüttert... Der Angreifer hatte sich während des Bürgerkrieges gestärkt, sein Messer geschliffen und auf den richtigen Moment gewartet... Schließlich war er gekommen. Der Angreifer zog sein Messer und stach ins Herz der Revolution. Die angreifende Kraft war die Bürokratie; der Chef der Bürokratie war ein Kind der Revolution, das Stalin hieß. Als ob sich die Geschichte wiederholte... Wie bei der französischen Revolution begann auch die sowjetische Revolution, ihre eigenen Kinder zu vernichten. Dieser Angriff gegen die Sowjetrevolution sollte vernichtender sein als die vorhergehenden, und die Wunden, die er hinterließ, sollten nicht einfach zu heilen sein. So geschah es auch. Die gesamten ideologischen und politischen Stellungen der WeltarbeiterInnenklasse wurden durch den Bürokratischen Apparat eingenommen, die theoretischen Werte des Marxismus verfälscht und eine Konterrevolution in den Köpfen verwirklicht. Das ganze hatte auch eine physische Dimension, die die Grenzen der Sowjetrepublik überschritt: Millionen von Menschen wurden getötet, ins Exil geschickt oder in anderer Weise Opfer des massiven Staatsterrors. All dies war nur die eine Seite des Thermidors, welcher den Stalinismus schuf. Die andere Seite der Konterrevolution war die Erstickung der internationalen Revolution. Denn die internationale Revolution hätte die Entmachtung der sowjetischen Bürokratie bedeutet, und musste deshalb verhindert werden. Und so geschah es auch.
In den Jahren 1921-1927 entwickelte sich besonders in Italien, Deutschland, Frankreich, England, China u. a. eine neue revolutionäre Welle, die sowohl den Kapitalismus als auch die sowjetische Bürokratie bedrohte. Als Reaktion darauf gelang die Kollaboration zwischen der Sowjet-Bürokratie und der internationalen Bourgeoisie, um diese revolutionäre Bewegung zu stoppen. Nachdem die internationale Revolution erstickt wurde, folgte eine konterrevolutionäre Bewegung: In Italien kam der Faschist Mussolini an die Macht und in Deutschland gewann die NSDAP immer mehr an Bedeutung. Der Aufruf Trotzkis, eine Vereinigung der Kräfte aller ArbeiterInnenorganisationen mit den Sozialdemokraten einzugehen, um die faschistische Bewegung zu stoppen, wurde nicht wahrgenommen. Stalin erklärte die Sozialdemokraten zu Sozialfaschisten, und daher zum eigentlichen Feind, und befahl die Angriffe gegen die Sozialdemokratie zu richten. Diese verräterische Politik brachte die deutschen Faschisten 1933 an die Macht. Nun begann ein er-neuerter Countdown zum neuen Offenen Totalen Imperialistischenkrieg.
Am Vorabend des Offenen Totalen Imperialistischenkrieges brach die Spanische Revolution aus. Dort gewann die “Volksfront“(2) 1936 die Wahlen und gründete die “Regierung der Volksfront“. Der erste Schritt der neuen Regierung war es, die angefangene spanische Revolution innerhalb der Grenzen der Bourgeoisie zu halten.
Aber diese Grenzen wurden durch die ArbeiterInnenklasse, die bei den Wahlen die Volksfront aktiv unterstützt hatte, in kurzer Zeit überschritten.
Trotz der Regierung enteignete die ArbeiterInnenklasse die Kapitalisten und nahm die Betriebe unter ihre Kontrolle. Die ArbeiterInnen gingen also trotz Franco, der Bourgeoisie, der Unterdrückung durch die Stalinisten und der Manipulation der Regierung der “Volksfront“ ihren eigenen Weg. Mit anderen Worten, sie taten das, was sie von den Kommunarden der Pariser Kommune und den Verwirklichter der Sowjetrevolution 1917 gelernt hatten.
Die Reaktion der spanischen Herrschenden (Bourgeoisie, Großgrundbesitzer, Militär, Kirche), die noch nicht mal den Wahlsieg der “Volksfront“ ertrugen und ihre Regierung nicht anerkennen wollten, war gegenüber den Aktionen der ArbeiterInnenklasse sehr entschieden und hart. Erneut wurden die Kriegsglocken geläutet, Bajonette wurden aufgepflanzt, Geschosse wurden in die Gewehrläufe geschoben; der spanische “Bürgerkrieg“ hatte eine derartige Dynamik, die nicht nur das Schicksal der SpanierInnen, Katalanen und Basken, sondern vielleicht das aller Unterdrückten der Welt bestimmen konnte. Eigentlich war Spanien für jeden die letzte Chance, die letzte Warnung. Der Stalinismus benahm sich auch hier seiner Natur entsprechend und begann eine neue Liquidation und Vernichtungsbewegung an der revolutionären Front. Der Faschismus, der mit dem Sieg über Spanien eine weitere Stellung erlangte, bekam die wichtigste Auszeichnung von Stalin: diese Auszeichnung war der Hitler-Stalin-Pakt (Nichtangriffspakt).
Nun konnte Hitler-Deutschland den offenen Krieg beginnen, um die Weltherrschaft anzustreben. Dafür hatte Hitler alle Bedingungen zur Verfügung.
Die revolutionären Kräfte hatten nichts mehr in der Hand. Weder eine Organisation, noch eine Führung noch Hoffnung... Die revolutionären Kräfte der Welt empfangen den Offenen Totalen Imperialistischenkrieg ohne starke Widerstandskräfte.
Der einzige Aufruf zum revolutionären Krieg gegen den Offenen Totalen Imperialistischenkrieg kam in dieser Zeit von der revolutionär-marxistischen Bewegung unter Trotzkis Führung. Unter den damaligen Bedingungen, unter denen das Geschreie der Geier alles übertönte, war es der Ruf eines Schwanes, der die Herzen der Widerstand Leistenden gegen die Unterdrückung warm werden ließ. So ist es auch geblieben. Trotzki sah voraus, dass durch die Ereignisse von 1933 der WeltarbeiterInnenklasse ohne revolutionäre Führung ein Zusammenbruch drohte, weil die III. Internationale gänzlich unter der konterrevolutionären stalinistischen Führung stand, vor allem, dass die WeltarbeiterInnenklasse sich in der Krise einer revolutionären Führung befand, welche notwendigerweise gelöst werden musste. Deshalb rief er zu einer neuen revolutionären Internationale auf, woraufhin 1938 die IV. Internationale verkündet wurde. Die Verkündung der IV. Internationale war nur der erste Schritt... Dieser wurde in einer Zeit unternommen, wo die imperialistische Kriegshetze ihren Höhepunkt erreichte. Auf der einen Seite der Front befanden sich das imperialistische System und die stalinistische Bürokratie, die sich in einem schicksalhaften Bündnis befanden. Auf der anderen Seite der Front befanden sich eine geschlagene ArbeiterInnenklasse, die ihre gesamten Stellungen verloren hatte, und die IV. Internationale mit ihren einigen Hundert KämpferInnen, die versuchten diese ArbeiterInnenklasse auf die Füße zu helfen. Die IV. Internationale wurde also in einer geschichtlichen Phase verkündet und konnte daher die Entwicklungen in keiner Weise beeinflussen. Trotzkis Vermutung, daß der Offene Totale Imperialistischenkrieg sowohl das Ende der Sowjetbürokratie als auch des Kapitalismus sein werde, hat sich leider nicht bestätigt. Der Krieg endete mit der Niederlage des deutschen Faschismus; das revolutionäre Weltproletariat hatte jedoch auch nicht gewonnen. Die einzigen Gewinner waren das internationale imperialistische System und die stalinistische Sowjetbürokratie, die mit den alliierten Kräften (U.S.A., England, Frankreich) ein Bündnis eingegangen war, nachdem die Armeen Hitlers die Sowjetunion angriffen hatten. Das Bündnis zwischen der Sowjetbürokratie und der westlichen Allianz war sowohl gegen Nazi-Deutschland als auch gegen die Armen auf der Erde gerichtet und basierte auf den gegenseitigen Herrschaftsinteressen.
Dies war eine Ironie der Geschichte, denn dieses Bündnis wurde zwischen dem Imperialismus, den Eltern des Faschismus, und dem bürokratischen System unter der Führung von Stalin, dem Kind der Revolution, eingegangen.
Die siegreichen alliierten Mächte teilten die Welt neu auf und waren im Gegensatz zu Trotzkis Vermutung aus dem Krieg stärker hervorgegangen.
Die stalinistische Bürokratie wurde zur Herrscher nicht nur der Sowjetunion, sondern auch des Systemblocks aus ihren neuen Satellitenstaaten. Der Imperialismus hingegen restaurierte sich durch einen Krieg, der sein Untergang hätte sein können. Damit ging er in den Augen der Unterdrückten als Sieger und “Retter der Menschheit“ aus diesem Krieg hervor. Nach 1945 begann ein ineinander greifender und tragischer Prozess, der für die Minderheit der Welt „FRIEDEN“ und für die Mehrheit der Welt PERMANENTER KRIEG bedeutete; dieser Prozess herrschte bis 1989 über das Leben. In diesem Prozess entstanden drei verschiedene Fronten: Einerseits die Bourgeoisie und das westliche Proletariat(3), das historisch mit der Bourgeoisie verfeindet ist, aber für seine Sonder-Interessen mit seinem historischen Feind eine Schicksalsgemeinschaft eingeht. Andererseits die stalinistische Bürokratie, die gegen den Imperialismus kämpfen muss, um ihre Vormachtstellung aufrecht erhalten zu können, gleichzeitig aber auch gegen die Gefahr, einer neue revolutionäre Strömung entstehen könnte; sie sieht mit dem Imperialismus indirekt schicksalsverbunden aus, ist jedoch direkt verbunden. An der dritten Front befinden sich die Schwarzen(4) der Erde, also die „les sans culottes“. An dieser schwarzen Front konnte das Feuer des Aufstandes nie gelöscht werden. Dieses Feuer konnte sich jedoch aufgrund des Verrates des westlichen Proletariats und der stalinistischen Bürokratie im Osten auf der gesamten Erdoberfläche nicht zu einer Feuersbrunst entzünden. Im Jahre 1989 wurde die Befürchtung Trotzkis, die er damals, vor 65 Jahren aussprach, “entweder politische Revolution oder die Res-tauration des Kapitalismus“ historisch bestätigt. Leider war es nicht die politische Revolution, die sich verwirklichte, sondern die kapitalistische Restauration. Die stalinistische Bürokratie hatte nach etwa 65 Jahren die kapitalistische Restauration vollendet und sich zu einer ausbeuterischen Klasse etabliert.
Die Veränderungen, die in der Sowjetunion und in den Ostblockstaaten im Jahre 1985 unter der Führung von Gorbatschow geplant waren und 1989 verwirklicht wurden, bedeuteten im eigentlichen Sinne keine Revolution, wie in manchen Kreisen interpretiert wurde; im Gegenteil, es handelte sich um eine Art Fusion der internationalen Bourgeoisie mit der Stalinistischen Bürokratie, die die Errungenschaften der Oktoberrevolution für ihre Zwecke raubte und die politische Konterrevolution verwirklichte. Weil die Bürokratie Antikommunismus mit Antistalinismus gleichsetzte, wurden dechiffrierte Bürokraten, wie Ceausescu in Rumänien, Zivkow in Bulgarien und Jaruzelski in Polen aus ihren Positionen beseitigt.
Die Herrschaft, die sie sich in der Vergangenheit gewaltsam angeeignet hatten, haben sie nach 1989 durch persönlich organisierte Massenbewegungen “wiedererlangt“. Somit hat die Bürokratie ihre Macht erneut legalisiert, gestärkt und schließlich gefestigt. Die “öffentlichen“ Reichtümer in Form von Boden, Industrien und Arbeitskräften, die bis gestern noch durch die Bürokratie angeblich im Namen der Öffentlichkeit kontrolliert, jedoch durch sie willkürlich genutzt wurden, wurden durch Gesetze, die nach 1989 erlassen wurden, privatisiert und zum Kauf angeboten.
Durch die Kooperation mit dem internationalen Kapital überführten sie die als “öffentliches Eigentum“ geltenden Reichtümer und Betriebe in ihr eigenes Eigentum. In diesem Sinne wurde 1989 die wirtschaftlich Seite der politischen Konterrevolution, die vor 65 Jahren durch die stalinistische Bürokratie begonnen wurde, vervollständigt. Was sich also im Jahre 1989 verwirklichte, war die Vermutung Trotzkis, die er 65 Jahre zuvor aufstellte:

“entweder die politische Revolution oder die kapitalistische Restauration“. Was verwirklicht wurde, war nicht der Traum von den Weltsowjetrepubliken, sondern der von der Weltbananenrepublik der Bourgeoisie...
Der Untergang der Ostblockstaaten brachte die Neuaufteilung der Welt auf der internationalen Ebene auf die Tagesordnung. Es ist richtig, dass der internationale Kapitalismus 1989 einen politischen Sieg davontrug, alle Ebenen dominierte und seinen Herrschaftsbereich erweiterte, aber es gab auch eine andere Wahrheit: der stalinistische Apparat, der 65 Jahre lang die internationale ArbeiterInnenklasse kontrollierte, die internationale Revolution im Keim erstickte und daher dem internationalen Imperialismus unvergessene Dienste erwiesen hatte, existierte nicht mehr...
Mit dem Untergang der Ostblockstaaten wurde die weltweite Machtbalance, die von der Existenz dieser Staaten abhing, erst erschüttert und schließlich zerstört. Die imperialistische Reorganisierung wurde begonnen. Diese Phase bedeutete für die Regionen außerhalb des Westens eine erneute Aufteilung und Plünderung und verursachte auch eine größere Verarmung der ArbeiterInnen in diesen Regionen. Anderseits verursachte dieser Prozess auch innerhalb der Grenzen des Westens elementare Veränderungen der Verhältnisse. Hier wirkte sich die Reorganisierung im alltäglichen Leben für die ArbeiterInnenklasse als Abbau der sozialen Sicherung mit dem Verlust von vielen sozialstaatlichen Leistungen, im Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Lebenshaltungskosten aus. Das Ergebnis war, daß die “Soziale Sicherheit“ und der breite Wohlstand, die beide Ausdruck des “Sozialstaates“ sind, auf den Operationstisch gelegt wurden.
Daraufhin entstand im Westen Empörung. Die westliche ArbeiterInnenklasse machte sich daran, den “Sozialstaat“, der ein Verrat an dem Armen dieser Welt bedeutete, zu verteidigen. Die Bourgeoisie, die ihre Existenz nur durch die Vernichtung der Reichtümer auf der Erde erhalten und fortführen kann, hat nach dem Offenen Totalen Imperialistischen Krieg (dieser Krieg wird nach der herrschenden imperialistischen Geschichte als II. Weltkrieg bezeichnet!!!) den Traum der Sozialdemokraten, die Strategie des “Sozialstaates“ verwirklicht. Diese Strategie integrierte die westliche ArbeiterInnenklasse in das System, verhinderte sowohl eine mögliche revolutionäre Gefahr, die von ihnen ausgehen könnte, und führte zu ihrem Verrat an der WeltarbeiterInnenklasse.
Diese neue Kriegsstrategie bedeutete viele Jahre lang wirtschaftlichen und “sozia-len Wohlstand“ für die westliche ArbeiterInnenklasse; für die Armen dieser Erde bedeutete es jedoch eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe.
Und das wiederum machte die westliche ArbeiterInnenklasse zu den Verbündeten der Herrschenden. Das heißt, der Sozialstaat ist eine Medaillon mit zwei Seiten, was für die Menschen der “weißen“ Welt einen sozialen und ökonomischen Wohlstand bedeutet, ist zugleich das Verhängnis der Unterdrückten dieser Welt, im Sinne eines sozialen und ökonomischen Untergangs und Zerfalls.
Die Bourgeoisie hatte also mit dem Reichtum, das sie international geplündert und ausgebeutet hatte, der westlichen ArbeiterInnenklasse, einen hohen Lebensstandard zugestanden; als Gegenleistung dafür hat sich die westliche ArbeiterInnenklasse statt sich mit seinem historischen Verbündeten, der WeltarbeiterInnenklasse, zu vereinen, mit seinem Klassenfeind, der Bourgeoisie verbündet. Es ist aber nun am Ende angelangt. Die Bourgeoisie kündigte ihren langjährigen Verbündeten kündigen.
Nach ihrem Triumph 1989 entschied sich das internationale System der Bourgeoisie, den “Mythos des Sozialstaates“ mit einerfeuchtem Händedruck aus seinem Dienst zu entlassen.
Die westliche ArbeiterInnenklasse, die fest an die Unendlichkeit ihres “Wohlstandes“ glaubte, spürte nun den kalten Atem des Sklaventreibers auf ihren Nacken, wollte und will jedoch weder das Ende des Sommers noch den Einbruch des kalten Winters wahr haben. Doch der Sommer ist vorbei, die Arbeit des “Sozialstaates“ verrichtet und der Winter unumgänglich.
Die neue Reorganisierung des weltweiten Kapitals machte folglich auch neue Spaltungen und aus den Spaltungen heraus neue Wiederverbindungen notwendig; eine Expansion nach außen erforderte eine Verengung im inneren und ist auch die notwendige Konsequenz des Kapitalismus.
Die imperialistische Bourgeoisie entschied, ihr langjähriges Bündnis mit der westlichen ArbeiterInnenklasse einseitig zu kündigen. Benachteiligt durch die Kündigung, ist die westliche
ArbeiterInnenklasse wieder auf der Bühne der Geschichte erschienen. Doch dieser Auftritt richtet sich bezüglich ihrer Ziele und ihres Charakters gegen die allgemeinen Interessen der ArbeiterInnen dieser Welt.
Die westliche ArbeiterInnenklasse geht aus der eigenen Perspektive heraus für ihren “Wohlstand“ und “soziale Gerechtigkeit“ auf die Straße, was für die Unterdrücktesten dieser Welt jedoch Armut und soziale Ungerechtigkeit bedeutet, also um den “Sozialstaat“ zu verteidigen und ihre Kollaboration mit der Bourgeoisie fortzuführen. Jedoch ist der Mythos vom “Sozialstaat“ zu Ende. Weder die Bourgeoisie noch die westliche ArbeiterInnenklasse kann diesen Prozess aufhalten und das Rad der Geschichte zurückdrehen.
Der Prozess geht weiter. Die Reorganisation des Kapitalismus macht es notwendig Partei zu ergreifen, wobei eine Konfrontation unumgänglich wird. Obwohl eine Konfrontation und die Notwendigkeit, Partei zu ergreifen, unvermeidbar sind, und obwohl die Massenproteste in nächster Zeit ein Zeichen setzen werden, werden die gestellten Forderungen von kurzsichtiger Natur sein und keinen langfristigen allgemeinen politischen Charakter aufweisen.

Nun, was müssen die KommunistInnen
angesichts dieses Zustands tun?

Zweifellos die Haltung der KommunistInnen ist nicht sich hinter die Forderungen ein Teil der ArbeiterInnenklasse anzufügen sein, die beschränkt, gespalten, kein allgemeinen politischen Ziel haben und sein Wesen nach auch gegen die allgemeinen und endgültigen Interessen der WeltarbeiterInnenklasse sind.
Die Haltung der KommunistInnen kann auch nicht hinter den Teil der ArbeiterInnenklasse sich anzufügen sein, die den existierenden Status quo weiter führen möchten.
Die Haltung der KommunistInnen muss der Teilnahme an den berechtigten Kämpfen der Teil der ArbeiterInnenklasse sein, die mit den Bestehenden in Konflikt treten und kämpfen müssen, und diesen Kampf mit den Gemeinsamenbefreiungs-kampf der unterdrückten Menschheit zu verbinden sein. Die KommunistInnen müssen dies auch dann tun, wenn sie mit dem Teil der ArbeiterInnenklasse kämpfen müssen, die den allgemeinen Interessen der WeltarbeiterInnenklasse für seine Sonderinteressenswegen ins Feuer werfen.
Übrigens dies ist doch das Revolutionäres, das auch seinen ersten Niederschlag vor hundertfünfzig Jahren im Kommunistischen Manifest, dann in der Pariser Kommune und schließlich in der Oktoberrevolution fand und die KommunistInnen, die an den Freiheitstraum sich verbunden haben, haben auch kein andere Wahl dies zu tun.


(1) Nach der imperialistischen Geschichte gab es in dem vergangenen Jahrhundert zwei Weltkriege, die als 1. und 2. benannt wird und die Phasen außerhalb dieser Weltkriege, nämlich die Phasen, wo die imperialistische Westen außerhalb den eigentlichen Kriegen waren, werden von ihnen als Frieden bezeichnet. Jedoch existiert der Krieg aus der Perspektive der Menschheit seit dem Tag, an dem begonnen wurde, den Menschen zu versklaven. Und den Frieden hat es seit der herrschenden Geschichte nicht gegeben. Deshalb wurde in diesem Text statt des Begriffs „1. und 2. Weltkrieg“ die Definition „Offener Totaler Imperialistischenkrieg“ verwendet. Mit dem Zweck darauf hinzuweisen, dass permanent Krieg ist und in „1.und 2.Weltkrieg“ benannten Phasen lediglich nur die Art und der angenommenen Dimension des permanenten Krieges verändert hat, außerhalb dieser Phasen bleibende Zeiten nicht der Frieden den Leben beherrscht und dass der Krieg in andere Art und weise weiter geht.


(2) Die Volksfront bestand aus verschiedenen republikanischen, „sozialistischen„ und pro-sowjetischen Parteien.


(3) Der Begriff „westlich„ (Westen) ist nicht geographisch gemeint, sondern politisch und beinhaltet die wirtschaftlich Reichen Länder wie z.B. USA, Kanada, Australien, Japan, Deutschland, England usw...


(4) Der Begriff „Schwarz„ bezieht sich in diesem Text nicht auf die Hautfarbe; er ist politisch und bezeichnet die Armen dieser Welt.