| |
|
|
|
DER 1. MAI IST DER NAME DES FELDSCHLACHTS GEGEN DIE BOURGEOISIE
UND NICHT DES FRIEDENS UND DER AUSSÖHNUNG MIT DER BOURGEOISIE!!!
Ende
des 19. Jahrhunderts, das bedeutet Hundert Jahre vor der heutigen
verschmutzten Zeit, ging der 1. Mai als der Name der Gleichheit,
der Solidarität und des gemeinsamen Kampfes in die Geschichte
der ArbeiterInnenklasse ein. Der 1. Mai ist der Name der gewonnenen
Zeit derjenigen, die nichts anderes mehr zu verlieren hatten,
als ihre Ketten. Der 1. Mai ist der Name der Zeit, in der die
Individuellen-, Nationalen- und Gruppeninteressen überschritten
wurden, und in der der Traum zur Flucht zum Weltbürgertum
auf die Welt gebracht wurde. Der 1. Mai ist der Name der Zeit,
in der gegen die Herrschenden, ihre Herrschaft und ihrer Zeit
"Straftaten" begangen wurde. 1886 entfachten in Chicago
Albert Parsons, August Spies, Luis Lingg, Adolf Fischer und ihre
Kampfgefährten ein Feuer, welches in kürzester Zeit
die Herzen der Unterdrückten der Erde ergriff und unter ihnen
zur Entwicklung des gemeinsamen Klassenbewusstseins der Ausgebeuteten
führte. Und zum ersten Mal in der Geschichte eroberten die
Unterdrückten auf der ganzen Welt mit der gleichen Aufregung
für die gleichen Forderungen die Straßen.
Die Zeiten haben sich geändert, mit der Zeit auch alles andere.
Der internationale Kampftag der Unterdrückten wird in der
heutigen Zeit durch die Sozialdemokratie, Gewerkschaftsbürokratie
und diejenigen, die sich für ein Sozialismus mit Staat, Bürokratie
und Generälen einsetzen, als Fest und Frieden mit der Bourgeoisie,
mit dem Ziel der Versöhnung gefeiert. In den Feierlichkeiten
zum 1. Mai wurden die Plätze, auf denen der endgültige,
gemeinsame Befreiungskampf der Unterdrückten erhöht
wurde, zu Kirmesplätzen verwandelt, auf denen die Privilegien
der Privilegierten und die kurzlebigen Gruppeninteressen verteidigt
werden. Anstelle des Traumes von Sozialismus, der ein Leben ohne
Unterdrückung und Ausbeutung bedeutet, wird der durch den
Verrat der westlichen ArbeiterInnenklasse an den Unterdrückten
entstandene "Sozialstaat" verteidigt, der sich auf die
Ausbeutung der Armen und die Ausplünderung der Reichtümer
der Welt beruht. Auch dieses Jahr, am 1. Mai, werden sich die
Unterdrückten dieser Erde durch die Herrschenden gegenseitig
erwürgen womit sie ihre eigene Zukunft vernichten. Auch dieses
Jahr feiern die Unterdrückten den Kampftag für die gemeinsame
Befreiung unter der Führung von bürokratischen, reformistischen
und sozialdemokratischen Führern mit Bitten um mehr Almosen
von der Bourgeoisie. Und auch dieses Jahr wird das westliche Proletariat
Bier trinkend, Wurst essend die Kirmesplätze füllen,
um den "Sozialstaat" zu verteidigen, welcher sich auf
die Ausbeutung der Armen und auf die Plünderung der Reichtümer
dieser Erde beruht, welcher dafür entstand, damit die westliche
ArbeiterInnenklasse sich von den Armen dieser Erde abwendet und
von den sozialistischen Ideen fernhält. Danach wird das westliche
Proletariat zu seinem Alltag zurückkehren und mit der Begeisterung
eines Brot produzierenden Arbeiters Waffen produzieren, die Politik
ihrer Regierungen unterstützen, vom billigen Urlaub in sonnigen
Ländern der armen Menschheit träumen, wo das westliche
Proletariat ihrer Vernichtung Anlass gibt.
Von der alten Zeit, in der jeder in seiner eigenen Sprache das
gleiche Lied von einer Welt ohne Unterdrückung und Ausbeutung
sang, sind wir in die heutige verschmutzte Zeit gekommen; das
Leben wurde verschmutzt und ähnelt jeden Tag mehr dem Gesicht
der Herrschenden. Wenn jedes Mal A. PARSONS, A. SPIES, L. LINGG,
A. FISCHER und die schönen Menschen von damals, die nach
ihnen für die gleichen Ideale fielen, in den Barrikadenkämpfen
den ängstlichen Gesichtsausdruck der Bourgeoisie sehen, empfinden
sie eine Traurigkeit, weil sie mit ihren Körpern außerhalb
des Kampfes geblieben sind, aber jetzt frieren sie vor Wut und
sprechen an die jetzigen prassenden RevolutionärInnen, die
diese Wut hervorbrachten: Ihr, denen wir die Kampsfahne anvertraut
haben! Ihr, die die Kriegsplätze, für die wir an den
Galgen gehängt wurden, gekreuzigt wurden, an abgelegenen
Bergen, an Straßenecken und Veranstaltungsplätzen erschossen
wurden, zu Kirmesplätzen verwandelt habt, wo wir den Feind
besiegt haben, indem wir mit unseren Körpern die Zeit der
Herrschenden angezündet haben! Ihr, die den 1. Mai, den Kriegstag,
zu einem Versöhnungstag mit dem Klassenfeind erklärt
habt! Entweder beendet Ihr diesen Verrat oder Ihr versteckt euch
nicht mehr hinter unseren Gesichtern!
Begrüßt
werden sollen diejenigen, die für die Ideale des 1. Mai kämpfen
und diejenigen, die dafür fielen!!!
Entweder
Sozialismus oder permanenter Tod unter der Herrschaft des Kapitalismus!!!
|
|
|
|
|